Sonntag, 30. November 2014

am großen fluß

wir geben es ja zu: der rheingau lässt uns nicht so richtig los. damit uns die kälte auch richtig schön zusetzen kann, sind wir wieder zu fuß unterwegs.


ha, wir haben das badetuch vergessen ;-)

vor vier jahren sind wir ewig und drei tage mit dem bikel hier durch die gegend gekurvt, wir hatten strecken für eine dreitagestour mir den radsportkollegen ausgetüftelt. nicht zu steil durfte die strecke sein, nicht zu lasch, die kurven nicht zu eng, die wege nicht zu weich und rumpelig.

heute lassen wir das entspannter angehen und deswegen fallen uns auch die kleinigkeiten abseits der strecke auf.


gefahr durch astbruch, der radweg ist umgeleitet. aber für uns heute nicht. wir folgen dem schmalen pfad mitten durch die rheinweisen und an uralten baumriesen vorbei. die parallel verlaufende bundesstraße scheint mit einem mal weit weit weg.


bevor wir wieder auf den asphaltierten fahrradweg treffen, genießen wir noch einmal die stille am großen fluß.


die wind bläst eisig kalt auf dem uferpfad, wir gehen flott, um wenigstens von innen ein wenig warm zu werden.


der bahnhof hat auch schon bessere zeiten gesehen, aber die halle ist offen und sogar gewärmt. wir vertreiben uns die wartezeit und schnüffeln ein wenig durch das alte gebäude.




Samstag, 22. November 2014

sonnenschein und rheingauer wein

sonne - wie schreibt man das nochmal? sohne? sone? oder mit scharfem "s"? schon lange nicht mehr gesehen, die liebe sonne, da kann man das schon mal vergessen. aber heute, ach was, gestern schon! heute ist die sonne da! und wir wandern im wispertal.


die wege sind gut aufgeweicht und tief ausgewaschen, der regen vom letzten wochenende (da lagen wir in der dunkelheit in der verlassenen stadt von hahn im kofferraum vom jeepchen und haben warm in den schlafsack eingekuschelt dem prasselnden regen zugehört - foto gibts keins, war ja dunkel) hat ganze arbeit geleistet. zum glück haben wir unsere gastwanderer nicht durchs wispertal geführt, schwimmflossen wären angemessen gewesen.


wir kommen an einer mineralquelle vorbei. bläschen blubbern im klaren wasser und damit das CO2 nicht entweichen kann, ist die quelle massiv eingefasst. trotzdem steigen wir kurz in die tiefe, unsere neugierde ist mal wieder größer als die warnung vor gesundheitlichen schäden.


wir wandern wieder aus dem tief eingeschnittenen tal hinaus, pausieren kurz in der wärme der sonne und lassen unseren blick über die wälder schweifen. einfach herrlich ist das.


müde sind wir. der eine lange anstieg hat uns geschlaucht. wir wünschen uns auf ein bequem gepolstertes sofa, zu einer lecker gebratenen wisperforelle, in die hand ein glas trockenen riesling.

aber wir haben noch den weg durch das alte lager vor uns. bedrückend ist das. so ganz genau wollen wir gar nicht wissen, was sich hier einmal abgespielt hat. wir entdecken noch ein intakt wirkendes haus ... unsere neugierde ist geschrumpft.




Donnerstag, 20. November 2014

lichtblick im grauen november

an einem donnerstag durch die lande streifen - zuletzt haben wir das vor drei jahren gemacht und wir haben nur die besten erinnerungen daran. unter der woche ist alles ein wenig entspannter und die leute, die man unterwegs trifft, haben meist zeit für ein kleines schwätzchen. heute nutzen wir die wartezeit, während das jeepchen einen frischen tüvstempel kriegt und wandern ein wenig durch den rheingau.


neblig ist es und kalt. zum glück gehen wir erst einmal bergan, die bewegung tut uns gut. unser kopf wird in der frischen luft wieder frei.

bei einem der alten klöster steht ein großer ginkgobaum im garten. wir haben ihn vor vielen jahren kennengelernt und immer wieder gerne besucht. seine blätter leuchten weit im grauen november. leider ist die gartenpforte inzwischen fest verschlossen und wir können ihn nur aus der ferne grüßen.


hell ist es inzwischen im herbstwald geworden, fast alle blätter sind gefallen. jetzt haben ganz andere gestalten ihren großen auftritt im wald.


genug gefroren. wir machen uns auf den rückweg.


Sonntag, 16. November 2014

versprochen ist versprochen

wir haben uns ja auch gründlich darauf vorbereitet: für unserer gastwanderer gibt es nur das beste.
wasser von unten.
wasser von oben.
versprochen ist schließlich versprochen.

trübe aussichten


Sonntag, 9. November 2014

ich glaub, wir haben uns verlaufen


hinter gittern

25 jahre ist es her, dass die mauer in berlin gefallen ist. wir hatten damals gerade einmal seit 2 jahren den führerschein und bereits die einen oder anderen blechschäden ins auto gefahren. das waren zeiten ... sind wir wirklich schon so alt?


weil 25 so eine schöne zahl ist und mauernbauen so viel spaß macht, hat der rohbauer des jahres in den knast eingeladen. der wird nämlich auch abgerissen, um platz zu machen für ein paar hübsche wohnungen. riesige party mit bühne, dj, würstle vom grill und anderen leckereien.


wir lassen die reden aus und verziehen uns zwischenzeitlich nochmal kurz in den wald. es ist ja doch ein wenig kühl und die bewegung hält uns warm, ausserdem ist die luft dort nicht ganz so arg gesiebt.

als wir zurückkommen, können wir ungestört durch den knast stöbern. ganz schön bedrückend da drin. niedrige geländer, dass uns schwindelig wird.


die zellen sind so klein und dunkel, dass wir sie gerne schnell wieder verlassen. an den wänden sind strichlisten, sicherlich wurde hier nicht gezählt, wieviele mücken es in einer sommernacht erwischt hat. für die katzenwäsche steht nur kaltes wasser zur verfügung. brrr.


was an helligkeit in den zellen fehlt, ist im flur mehr als genug vorhanden. aber freiheit ist etwas anderes.


an jeder ecke gibt es ein kabäuschen, von dem aus das geschehen beobachtet werden kann. selbst im freizeitraum gibt es ein überwachungsfenster. so richtig gemütlich waren die adventsfeiern dort bestimmt nicht.


puh. eine erfahrung, die wir nicht brauchen. in zukunft werden wir schön acht geben beim falsch parken, zu schnell fahren und vor allem beim schnüffeln.

Samstag, 8. November 2014

weil es so schön war



fährst du quer, siehst du mehr

diese winterzeit macht uns ganz schön zu schaffen. abends kommen wir nicht mehr zur ruhe und morgens sind wir weit vor dem ruf des weckers bereits hellwach. den weg zur arbeit schlagen wir entsprechend motiviert ein. aber heute ist samstag, heute kratzt uns das nicht. heute stehen wir freudig um fünf in der früh auf. in der eifel ist nämlich rallye-time. nach einem kurzen frühstück machen wir uns in der dämmerung auf den weg.


ein kalter wind bläst da oben in der eifel, die landschaft ist rauh, die höfe ducken sich in die hänge. ein wenig erinnert uns das hier an die belgischen ardennen, vielleicht ist die eifel ja irgendwie verwandt, wir registrieren die vielen wege, die ins land führen, ganz ohne das bekannte verbotsschild.
insgeheim machen wir uns eine notiz: nächstes greenlaning - eifel - bald - unbedingt.


wir suchen uns ein nettes plätzchen zum parken und machen uns auf ins spektakel.


die rallye köln-ahrweiler ist bekannt dafür, dass dort youngtimer und historische tourenwagen starten.


da gibt es richtig was zu sehen.


unser lieblingsteam kommt von der mosel, fährt orangefarbene bmw's und driftet um die ecken, dass es die wahre freude ist.


nach dem ersten durchgang machen wir einen spaziergang über die felder in das benachbarte dorf. die sonne tut gut und wir genießen den weiten blick übers land.


wir sind rechtzeitig zum zweiten durchgang wieder zurück und schauen den ersten autos zu, bis uns endgültig kalt wird.


so, jetzt aber. wir frieren genug und wir müssen fit sein für unsere gastwanderer nächste woche, ab auf die warme sitzheizung und nach hause. wir hatten einen großartigen tag.


Freitag, 7. November 2014

wetterwarnung: eingeschränkte sicht

es wird einmal ein schiff kommen ... und es fährt in eine schleuse ... und es ist herbst ....


Sonntag, 2. November 2014

hindernislauf

für unsere gastwanderer haben wir eine neue herausforderung gefunden. der sturm der letzten tage hat schon viele bäume umgelegt, aber die holzfäller haben wirklich ganze arbeit geleistet:


genau da geht es durch!

der rest bleibt gleich. im zickzack durch den wald, hoch und runter.



Samstag, 1. November 2014

nebel des grauens

von sonne satt können wir inzwischen nur träumen. der november scheint den nebel mitgebracht zu haben. oder liegts an den fehlenden höhenmetern? vielleicht ist es besser, wenn wir uns auf den hunsrück verziehen. und tatsächlich, kaum kommen wir auf die höhe, gibts für die sonne kein halten mehr.


unser ziel ist die geisterstadt des ehemaligen militärflughafens hahn. scheid. wir finden das auf dem navi, aber den weg dahin, den finden wir nicht. ein wenig irren wir durch die sonne.


aber dann entdecken wir doch noch den eingang und stehen mitten in der verlassenen stadt.


dafür, dass hier niemand mehr wohnt, ist ganz schön was los: radfahrer, spaziergänger, autos (ist ja schließlich durchgangsverkehr hier) und dann noch die landespolizeischule. zum ungestörten schnüffeln kommen wir nochmal im dunkeln her.


auf dem rückweg kriecht der nebel wieder durchs tal und wir versinken darin wie in einem weißen wattebausch. sonne, ade!