Sonntag, 23. Oktober 2016

heim

hatten wir uns für die hinreise zwei tage zeit genommen, wollten wir heute eigentlich gerne in einem rutsch nach hause fahren. heute abend auf dem sofa sitzen, morgen im eigenen bett aufwachen - das hat was. also hatten wir in den letzten tagen schon immer die schilder beobachtet, die die befahrbarkeit der jochstraßen anzeigte: winterausrüstung am timmelsjoch. schnee bis auf 2080 meter. hm. wir probierten es.

ich war heilfroh, dass vor uns ein göppinger audi mit bikeausrüstung auf der stoßstange unterwegs war: der nebel wurde immer dichter und ich konnte mich an seinen rücklichtern orientieren. wir schraubten uns höher und höher und mir wurde beim blick aufs aussenthermometer zunehmend mulmiger: -4 grad. der audi war uns schon längst entkommen, da preschte von hinten ein roter porsche heran. na, wenn der das schafft, schaffen wir das auch. ich machte gerne platz und ließ ihn vorbei.

geschafft! vom geschäftigen treiben oben auf dem joch war nichts zu erkennen: dickste nebelsuppe. auf österreichischer seite klarte der himmel auf und ich folgte trotz -4 grad einem äußerst dringenden bedürfnis.

und jetzt ging es nur noch dem licht entgegen: da unten links riss der nebel auf und sonne pur begrüßte uns. und abends waren wir tatsächlich zurück auf unserem sofa :-)

Freitag, 21. Oktober 2016

in der schlucht

zum abschluss unserer wanderwoche nahmen wir uns den weg durch die passerschlucht vor. leider streikten ausgerechnet an diesem tag die busfahrer ab nachmittags und wir mussten ein wenig auf die tube drücken.

schon gleich am anfang des weges, kurz nach st. leonhard, bekamen wir einen eindruck von der kraft der passer: durch ein weit und geröllig ausgeschwemmtes flussbett schlängelte sich ein mittlerweile kleines bächlein. in der schneeschmelze dürfte hier dagegen die hölle los sein.

auf gut ausgebauten stegen ging es dahin.

richtung moos verengte sich die schlucht zusehends. rechts am hang klebte die timmelsjochstrasse, links führte der schluchtenweg entlang.

wow!

kurz vor moos lag diese mauer, die wohl in der schneeschmelze die gewaltigen fluten etwas zähmen sollte.

wir waren noch rechtzeitig unterwegs zur bushaltestelle und warfen einen letzten blick zurück auf die passer.


Donnerstag, 20. Oktober 2016

der winter kündigt sich an

vom berg blies ein eiskalter wind, auf dem timmelsjoch hatte es offenbar geschneit. ich gönnte mir noch einen weiteren knie-schontag und fuhr richtung hafling. da müsste es doch irgendwo diese schönen haflinger-pferde geben, oder nicht?

auf dem weg nach hafling folgte ich dem schild nach st. kathrein, der stammzuchtstätte der haflinger. aber ich fand nur einen reiterhof und eine menge mädels, die sich zum reitunterricht angemeldet hatten. nachdem ich eine weile zugeschaut hatte, stattete ich der alten kirche einen besuch ab und verschwand im wald. ich folgte den schildern mit der aufschrift "panoramaweg" und genoss die aussicht.

trotz der sonne war die luft eisig kalt.

lange sass ich hier in der sonne und genoss die wärme der strahlen und den ausblick. drüben, genau gegenüber von meinem aussichtspunkt lag der berg, auf dem wir vor kurzem beim knottnkino gewesen waren.

immer wieder zweigten kleine pfade vom weg ab und führten an bänke mit grandiosem panoramablick.

ich kehrte zum auto zurück und fuhr nach meran. dort lockte ein cafe mit einem biskuittörtchen, das ich am sonntag kurz beim vorbeigehen schon gesehen hatte. und tatsächlich: es gab noch genau ein törtchen. meins!

Mittwoch, 19. Oktober 2016

wer braucht frische ... ?

die gestrige wanderung hatte bleibende spuren hinterlassen: in den knien sowieso, die fanden treppen gar nicht mehr lustig und im wander-elan auch. also machten wir uns stadtfein, sattelten den jeep und machten einen bummel durch bozen.

auch bozen hatte diese wunderbaren laubengänge mit allerlei geschäften. und allerlei interessanten angeboten.

eine ganz stille ecke hingegen fand ich im franziskanerkloster.

Dienstag, 18. Oktober 2016

über den wolken

beim abendessen hatten wir die faltblätter der benachbarten bergseilbahnen studiert: da gab es eine wanderung, ganz in der nähe und da sie noch dazu als leicht angegeben war, fiel unsere wahl darauf. au wei.

unsere bergfahrt begann mitten im nebel, wir fröstelten. aber kurz vor der bergstation öffnete sich das grau und wir standen in der warmen sonne. sogar eine dose gab es da oben, was konnte jetzt noch schief gehen?

an diesem berghang entlang schlängelte sich ein abschnitt des meraner höhenweges. der zugang war mit einem törchen und entlichen warnschildern versehen. aber uns zog es ja auf den einfachen weg noch ein stück bergan ...

was für ein tolle wegführung! das ließ sich ja gut an. oder etwa nicht?

ich kam kaum noch aus dem knipsen raus, war vollkommen begeistert. noch.

recht bald hatten wir andere schnatternde wanderergruppen hinter uns gelassen und es wurde still auf dem weg.

und dann begannen die stufen. und mir verging so ganz langsam die lust aufs knipsen. auf diese art sollte es nun mehrere hundert höhenmeter weitergehen, aber an dieser stelle wusste ich das noch nicht. trotzdem sehnte ich bereits eine pause herbei.

die aussicht war freilich überwältigend.

ich hatte schon längst den anschluss an meine kleine wandergruppe verloren, ich hatte mich zunehmend lustloser die endlosen stufen bergan geschleppt und gekeucht wie eine dampflok an den bahnhofstagen, wenn es die rampe hoch nach königstein ging ... endlich wurde der pfad flach. hatte ich das schlimmste geschafft?

steil fiel das tal vor mir hinab. dort unten würden wir nachher zurück wandern. dort unten?

eines meiner lieblingsbilder des tages.

ich mach es kurz: der abstieg war gnadenlos. ging es zunächst über grobe felsstufen bis zur bockerhütte, wo wir uns bei einem ordentlichen kaiserschmarrn und obstler stärkten, führte der weg steil und über unebene steinstufen ins tal. er verengte sich zu einem waldpfad, er weitete sich zu einem forstweg, aber blieb steil und anstrengend und bei jedem schritt schmerzten meine knie. sind berge nicht auch von unten schön?

Montag, 17. Oktober 2016

im kino

beim abendessen hatten wir uns auf eine tour geeinigt: wir würden mit dem auto ein stück hinter hafling fahren und vor dort aus eine rundwanderung zum knottnkino machen. das knottnkino. was würde uns da erwarten?

solch traumhaft schöne wege! ich konnte gar nicht mehr aufhören, zu knipsen.

seufz.

was für ein blick! da vorne, auf dem berg oben, da liegt das knottnkino.

waren die ausgebüchst oder streiften die einfach so frei über die alm?

auf alle fälle war diese hier ganz schön neugierig.

und diese hier wartete gedulig auf die maus.

jetzt wurde der weg recht belebt. von unten vom tal kam ein weiterer wanderweg herauf und bei diesem traumwetter lockte das knottnkino groß und klein.

das knottnkino ist oben auf dem bergplateau und dort sind hölzerne klappstühle, wie im kino, aufgebaut. der blick geht weit übers etschtal, meran, die angrenzenden täler. aber von stille keine spur, das kino-publikum plapperte unentwegt. wir machten uns nach eine ausgiebigen pause wieder auf den weg, vor uns lag noch eine alm mit einkehrmöglichkeit.

in diesem zauberhaften, lichten föhrenwald fehlten nur noch ein paar haflinger. wo waren die nur?

von der alm aus hatten wir wieder einen herrlichen ausblick. wir warteten auf das ultimative alm-erfrischungsgetränk ...

... die buttermilch. ich gebs zu: ein bier wär mir lieber gewesen. oder ne limo. naja.

über den gerölligen pfad machten wir uns auf den rückweg.

ich muss das mal noch irgendwo nachlesen: warum sind die heustadel auf der stirnseite offen? zum belüften des futters? und im winter? oder sind die im winter leer? zurück am auto sanken wir erschöpft in die sitze und ließen uns zurück ins hotel schaukeln. kurze pause, dann ab zum oberleckeren abendessen.

Sonntag, 16. Oktober 2016

nach süden!!!

wir haben so lange davon geträumt, endlich einmal nach südtirol zu reisen und jetzt war es soweit. aber sind das echt mehr als 700 km bis dahin? uff. zum glück war das hotel erst ab sonntag gebucht und so machten wir einen zwischenhalt in kempten. und am sonntag dann: strahlend blauer himmel. so wagten wir uns übers timmelsjoch.

hammerwetter!

kurz vor dem timmelsjoch tauchte der erste schnee auf.

andere länder, andere straßen. während die timmelsjochstraße auf österreichischer seite breit ausgebaut ist, tauchte kurz nach dem grenzübergang nach italien dieses klitzekleine schotterstück auf. vor uns lagen jetzt 18 tunnel.

juhu! südtirol, wir kommen!
warme 20 grad begrüßten uns in südtirol, ein traumhaftes wetter, ein oberleckeres abendessen und schließlich dieser herrliche vollmond. wir waren angekommen.

Sonntag, 2. Oktober 2016

und nochmal durch die wälder

vom seehaus aus kann man gegenüber hoch über dem seeufer einen markanten buntsandsteinfelsen sehen. da wollten wir hin und so schnürten wir noch einmal unsere wanderschuhe und zogen los. wiederholungstäter quasi - in jeder hinsicht.

das wetter hatte aufgeklart und in meinem jugendlichen leichtsinn ließ ich regenschirm, rucksatzschutzhülle und hut im kofferraum zurück. nach wenigen metern packte ich sogar die jacke in den rucksack, die sonne und die bewegung wärmten schön.

ich hatte noch eine dosenkoordinate auf dem gerät, aber die erweitere cacheausrüstung sollte wasserfest schuhe beinhalten und die machten gerade einen vormittagsschlümmerchen im kofferraum, also wanderten wir weiter.

der abzweig hoch zum felsen zeigte sich nicht. auch weitere wege, die uns hangwärts hätten führen können, schienen längst zugewachsen. was tun? wir wollten 2 stunden wandern und waren erst 20 minuten unterweg, an den rückweg war nicht zu denken. da erinnerte ich mich an eine alte bekannte ...

an einem uralten grenzweg mit moosbewachsenen und verwitterten grenzsteinen entlang navigierten wir richtung norden. direkt unter uns verlief die alte bahnlinie.

voila. an dieser stelle konnten wir bequem auf das stillgelegte gleis gelangen und durch den tunnel zurück zum eiswoog wandern. als wir im januar hier unterwegs gewesen waren, sind wir von der anderen seite gekommen. wir erinnerten uns noch, dass wir an einigen stellen über etliche umgefallene bäume und äste klettern mussten.

ist doch ganz gut, dass wir den aufstieg zu den felsen nicht gefunden hatten, oder?

dann mal los.

schon von weitem kündigte sich der offenliegende wasserschacht durch sein lautes gluckern und plätschern an. von der ferne hatte sich das recht unheimlich angehört.

das tageslicht hatte uns wieder!

was für ein perfekter tag! wir stiegen zum eiswoog hinab und kurvten kreuz und quer durch das rheinhessische bergland zurück nach hause.