Mittwoch, 29. Oktober 2014

abschied vom goldenen oktober

immer nur autobahn ist auf die dauer langweilig. also bauen wir ab und zu zwischenziele ein. heute fahren wir nach süden und da stuttgart für den weihnachtsmarktbesuch bereits im dezember wieder auf dem plan steht, rollen wir noch ein kleines stückchen weiter und landen in tübingen.


eine überaus schöne stadt. im parkhaus parken wir mit aussicht auf den neckar und in die wohnstuben der häuser gegenüber. im cafe genießen wir neben einem äußerst leckeren milchkaffee noch köstliche pralinen und freuen uns über die freundliche bedienung. hier kommen wir bestimmt noch einmal her.

wir nehmen die restlichen 120 kilometer in angriff.


im schwarzwald gibt es sonne satt. kaum zu glauben, dass bereits ende oktober ist. in den windstillen, sonnenbeschienen ecken lässt es sich hervorragend aushalten, sobald die schatten jedoch um die ecke kriechen, wird es empfindlich kalt.

vor lauter begeisterung vergessen wir, die schönen sonnenuntergänge mit der kamera festzuhalten. erst am letzten abend gelingt es uns, den wunderbaren abendhimmel einzufangen.




Sonntag, 26. Oktober 2014

unten spätsommer, oben mittelherbst

und, wie schaut es inzwischen im taunus aus? noch immer alles im grünen bereich?


hier "unten" sieht es fast danach aus, als ob das moos mit den bäumen um die wette leuchten würde. ein paar meter weiter oben ist es aber schon bedeutend bunter.


für unsere wandergruppe in drei wochen suchen wir noch immer nach einem schönen weg durch das quellgebiet des urselbachs. ein paar meter weiter gibts richtig schön nasse füsse ;-)


Donnerstag, 23. Oktober 2014

am a.d.w.

heute sind wir zum dosensuchen im bayrisch-thüringschen grenzgebiet. auf einer wanderkarte am wegrand ist noch eine unüberbrückbare grenze eingezeichnet, heute verbindet ein kleines sträßchen (nur mit 1,5 tonnen zu befahren - wir machen uns ganz dünne) die beiden bundesländer. das war es dann aber auch ...

 
wir parken auf dem alten kolonnenweg und folgen ihm nach süden.


unser gps vermeldet: die dose liegt 70 meter rechts von uns. auf bayerischem gebiet. da wird es doch irgendwo einen pfad nach "drüben" geben ... nichts gibt es. einfach gar nichts. es bleibt uns nicht anderes übrig, als uns durch die büsche zu schlagen. wir klettern durch einen tiefen graben und waten durch den schmerbach, der die eigentliche grenze zwischen bayern und thüringen darstellt. grenzübertritt geschafft!


wir wenden uns nach norden, unser ziel ist eine geschleifte dorfstelle auf thüringschem gebiet, die den alten behörden zu nah an der grenze lag. frohgemut marschieren wir los, jetzt finden wir bestimmt ein pfädchen, das uns wieder "rüber" bringt.


tatsächlich treffen wir auf einen alten überwachsenen weg und die ländergrenze ist mit alten, aber wirklich uralten, grenzsteinen bestens markiert. aber wir laufen nur AUF der grenze, ÜBER die grenze gibt es wieder nichts, noch nicht einmal einen trampfelpfad. lediglich wildwechsel ... sind die viecher denn tatsächlich die einzigen, die interesse an den nachbarn haben? wieder schlagen wir uns durch die büsche und klettern durch den tiefen graben, bis wir wieder auf dem alten kolonnenweg stehen.

vom alten dorf ist kaum noch etwas übrig.


für den rückweg wählen wir wieder kleine sträßchen und schnüffeln in wege, die NICHT verboten sind.




Mittwoch, 22. Oktober 2014

kampfkater und forellen

heute gehen wir etwas nördlicher auf die walz, folgen erst dem tal der wiesent und steigen dann auf zu schloss freienfels. naja, aufstieg ... auf der ganzen route müssen wir noch nicht mal 200 höhenmeter bewältigen.


im klaren wasser der wiesent stehen forellen in der strömung. schade, dass wir unsere reiseangel nicht dabei haben, da sind richtig schöne und dicke exemplare dabei. wir nehmen den letzen anstieg in angriff und tauchen in den wald ein.


gerade, als wir aus dem dunkel der bäume heraustreten, bewegt sich etwas neben uns. wir staunen nicht schlecht: kein luchs, sondern ein prächtiger roter kater räkelt sich auf einem baumstumpf. der kampfkater braucht wohl ein paar schmuseeinheiten, maunzend kommt er auf uns zu.


auf dem rückweg nach bamberg lassen wir uns ein wenig durch die gegend treiben. auf dem navi tauchen wieder spinnenbeindünne strichelchen auf ... auf dem land ist die welt halt noch in ordnung. und tordurchfahrten zuweilen arch eng.


die landwirtschaftlichen wege sind auch eng und wir sind froh, dass uns keines dieser breiten erntegeräte entgegenkommt.


so, jetzt haben wir aber bierdurst. ab nach bamberg. das fässla ruft.


goldener herbst in franken

wenn es irgendwo hügelig ist und kein "berg" im namen ist, wird gleich von einer "schweiz" gesprochen: da gibt es die sächsische schweiz (gut bekannt), die flörsheimer schweiz (na, wer kennt die?) und natürlich die fränkische schweiz. franken ist nicht nur gespickt mit brauereien, sondern auch mit burgen und schlössern. da kann man herrlich drum rum laufen. also, nix wie los.


es ist sonntag, traumhaftes oktoberwetter und trotzdem kriegen wir einen parkplatz direkt vor der burg greifenstein. wir schultern die rucksäcke, werfen einen blick aufs gps und wandern los. unser pfad wird immer schmaler, führt durch wunderschönen buchenwald und in eine felsenhöhle hinein.


mei, ist das schön hier! ganz langsam steigen wir ins tal hinab, sitzen an einer waldhütte eine weile in der sonne, genießen die wärme und machen uns schließlich an den steilen aufstieg zurück zur burg. der biergarten der burgklause liegt noch teilweise in der sonne und wir erholen uns bei einer tasse kaffee. wo gehen wir morgen wandern?


bamberg auf den 7 hügeln

bamberg wurde auf sieben hügeln gebaut - so wie rom. in rom waren wir noch nicht, deswegen wissen wir nicht, was auf uns zukommt, als das navi uns mitten durch die altstadt lotst.


wir beziehen unser zimmer in unserer unterkunft (liegt auf einem der 7 hügel), genießen kurz die ruhe und machen uns auf den weg in die stadt. bamberg hat nicht nur viele hügel, sondern auch viele brauereien, die müssen wir erkunden. wir erklimmen den domberg (noch einer der 7 hügel).


durch die stadt zu schlendern ist ein genuß, hier haben wir kein kleines altstadtkernchen, hier haben wir eine stadt, die rein aus altstadt besteht. an der schankausgabe des schlenkerla, einem stark gerauchtem dunkelbier, ist eine schlange, die bier-connaisseure stehen plaudernd in grüppchen auf der straße. wer nicht stehen will, setzt sich irgendwo an einem tisch dazu. alles ganz entspannt.


ein teil der stadt liegt NICHT auf einem hügel, sondern auf einer insel. das alte rathaus thront hoch über der regnitz auf einer der vielen brücken.


alle hügel kriegen wir nicht erkundet, wir werfen aus der ferne einen blick auf den michaelsberg (der stadtplan sagt, daß da grauslig viele treppenstufen hochgehen) und auf die altenburg - und wir kriegen auch nicht alle biere verkostet. irgendwas muss ja noch übrig bleiben für einen nächsten besuch.

Sonntag, 12. Oktober 2014

gut ding will vorbereitet sein

der herbst übt noch ein wenig. zwar schickt er nachts regen und morgens nebel, aber die temperaturen erinnern immer noch an sommer. dicke softshelljacken und lange unterhosen - wofür braucht man die nochmal? auch die bäume tragen im tal noch ihr saftiges grün.


die pilzsucher scheinen ihre beute bereits eingebracht zu haben, sie haben einmalige pilzgerichte zubereitet oder einen getrockneten vorrat für den winter angelegt. im wald ist kaum jemand unterwegs. auf der straße drüben hören wir motorräder röhren, die jungs und mädels nutzen vielleicht die letzte chance für eine trockene ausfahrt. quietschende bremsen und lautes fluchen schrecken uns kurz auf: mountainbiker und kinderwagen-schieber sind sich auf dem abschüssigen weg unten am bach in die quere gekommen. wir beißen genüsslich in unsere bemme.


in etwas mehr als 4 wochen scheuchen wir hier eine wandergruppe durchs gebiet. wir erkunden die pfade, ganz langsam entsteht ein zusammenhängendes bild vom wegenetz in unserem kopf. markiert ist hier nichts, dafür umso sumpfiger. wir geben uns alle mühe, damit unsere gastwanderer auf ihre kosten kommen ;-)


zeit für den rückweg. wir wissen jetzt, dass der pfad, der uns im januar schon einmal angelacht hat, wirklich mehr als gehenswert ist. ein traum sozusagen. ausserdem haben wir gesehen, dass zuweilen dicke, breite wege irreführend mitten in einem wildäsungsgebiet enden. die stimmung da drin ist mehr als eigenartig. und quellgebiete sind das, was ihr name verspricht: ziemlich nass.


Freitag, 3. Oktober 2014

abkürzen ist des wanderns würze

wandern am rheinsteig - das hört sich richtig gut an. noch dazu verspricht der wetterbericht einen wunderbar sonnigen wandertag. leider ist rheinsteig wörtlich zu nehmen: da gehts steil hoch. und genauso steil wieder runter. und dann gehts wieder steil hoch und wieder steil runter. wenn man das etappenziel schon erspäht, geht es mindestens noch einmal irgendwo steil hoch und wieder steil runter und so fort. die rheinsteig-macher haben das absichtlich gemacht: kein rheinsteig-wanderer verlässt den rheinsteig, ohne sich vorher mit kuchen, einem ordentlichen weinschorle oder einer leckeren winzerpfanne für den heimweg gestärkt zu haben.

uns geht das heute nicht anders, aber zunächst einmal tappen wir durch dichte nebelsuppe.


keuchend und innerlich gut angewärmt erreichen wir die edmundshütte. von hier aus sollten wir den kaltwassergeysir drüben bei andernach sehen können. eigentlich. heute morgen aber nicht. wir bestellen uns erst einmal ein erfrischendes viertele wein im keramikkrug.


ha, die pause hat sich gelohnt. die sonne löst den nebel auf und sofort wird es sommerlich warm. wofür haben wir eigentlich das langärmlige ski-shirt eingepackt? für notfälle, ah ja. könnte ja schnee geben auf den rheinsteighöhen. und vor sonnenbrand schützen lange ärmel ja auch.


schneller, als uns lieb ist, nähern wir uns wieder dem rhein. es geht wieder einmal abwärts. vor uns drückt sich der berg mit der ruine hammerstein richtung fluss, ein wuchtiges ding. straße und schiene müssen sich schmal machen, damit sie daran vorbei kommen. unsere hoffnung, der wanderweg möge UNTEN am berg entlang führen, lassen wir also schnell wieder fahren und schreiten frohgemut wieder einmal bergan.


was könnte die bergauf geplagten waden besser entlasten als - richtig: ein kerniger abstieg. so nahe wollten wir dem rhein eigentlich nicht kommen ... vor uns erhebt sich das rheinbrohler ley. und auch dieser gedanke, der aufstieg möge uns erspart bleiben, löst sich in luft auf, als wir das kleine aussichtshüttchen auf dem ley entdecken. so etwas tolles haben die rheinsteig-macher bestimmt nicht ausgelassen. die aussicht von da oben muss einmalig sein.


im zickzack führt der weg hinauf und kurz, bevor wir zum aussichtspunkt gelangen, gehts nochmal kurz und knackig steil durch eine talsenke. wir brauchen dringend eine pause! beim blick auf den wegweiser erstarren wir: gerade mal die hälfte ist geschafft :-(


heute sind wir doppelt froh um unsere kartenlese-fähigkeiten: wir erblicken vor uns eine abkürzung. wir könnten damit einem letzten, bestimmt schönen, aber für uns gerade äußerst überflüssigen, abschnitt entgehen, der garantiert wieder über irgendwelche höhenrücken führt. wir würden unser ziel quasi auf direktem wege ansteuern. unsere lebensgeister kehren zaghaft zurück. aber zunächst geht es wieder runter zum rhein.


da ist er, der abzweig. wir lassen ihn rechts liegen und gehen geradeaus. die beine sind schwer, wir sind müde und durstig. die durchs abkürzen gewonnene zeit verbringen wir an einem schattigen rastplätzchen, wir machen uns auf der bank lang, schließen die augen. ahhh, welch ein genuß.

wunderbar erfrischt machen wir uns wieder auf den weg, die letzten kilometer schaffen wir wie im flug. jetzt haben wir uns ein kühles bier verdient!