Dienstag, 29. April 2014

dringendes bedürfnis

natürlich sind die interessantesten ecken immer für unbefugte verboten. oder ist ein dringendes schnüffelbedürfnis befugt? immerhin: wenn ich diesen verbotenen weg nehme, dann beachte ich doch - bitte - die vorfahrt!

aber gern doch.

augen auf beim schnüffeln!

Sonntag, 27. April 2014

gut ding will weile haben

das fällt uns heute vielleicht schwer: uns von unseren gepolsterten möbeln zu erheben. haben wir etwa ein fluchtsofa? scheint so. zu unserer entschuldigung sei gesagt, dass wir gestern fünf stunden lang rasen gemäht haben. na gut, die fünf stunden waren unterbrochen von zwei langen nickerchen, einer alten käsebemme, einem stück oberleckerem streuselkuchen und ungezählten momenten des stillen sinnierens. aber das ergebnis kann sich sehen lassen und allein das zählt.

heute scheinen wir nun fünf stunden zu brauchen, um in die pötte zu kommen. aber irgendwann ist es, wie gestern der rasen, geschafft und wir schnuppern die bewegte frühlingsluft. hinten überm berg dräuen dunkle wolken.


was hat sich in den letzten vier wochen alles verändert! wir sind um etliche graue haare reicher geworden, die langen unterhosen können getrost zu hause bleiben und die bäume stehen in vollem grün.

welch eine augenweide:


wir haben uns zu einem inspektionsgang in den garten aufgemacht. hat der regen von letzter nacht den teich aufgefüllt? ist unser jagdfisch wieder auf der pirsch? ist der rasen bereits nachgewachsen?

es ist alles in ordnung und wir machen uns wieder auf den rückweg.

statt auf der direkten route gehen wir über bunte wiesen mit alten, knorrigen obstbäumen. wir folgen gut ausgefahrenen graswegen und streifen immer wieder an versteckten gartengrundstücken vorbei. wir freuen uns, wie schön das hier ist und staunen darüber, dass es direkt vor unserer haustüre noch wege gibt, die wir bis jetzt noch nie gegangen sind.


in den alten bäumen haust bestimmt das eine oder andere käuzchen. hoffentlich finden wir diesen pfad bei der nächsten nachtwanderung wieder.

Dienstag, 15. April 2014

augen auf im straßenverkehr!

bei der vorbereitung der belgienreise haben wir uns noch gewundert, dass dort auf der straßenkarte alle sträßchen auf deutscher seite als "fahrwege" gekennzeichnet sind. bisher wussten wir davon nichts. jetzt gehen wir der sache mal etwas genauer auf den grund.


wir nutzen einen arbeitseinsatz im rheingau, um nach getaner arbeit wohlverdient ein wenig herumzuschnüffeln und zu sehen, ob es irgendwo einen erlaubten abzweig gibt. letzte woche sind wir ja schon im schwäbischen fündig geworden und vielleicht enttäuscht uns der rheingau heute auch nicht.


recht schnell bemerken wir auch hier: je nach dem, von welcher seite wir in einen weg fahren, ist er erlaubt oder auch nicht. also: augen auf im straßenverkehr!


dieses schöne streckchen ist sogar von beiden seiten erlaubt. es liegt oben auf der höhe und führt auf eine art kammweg.


also, wir würden sagen: die belgische straßenkarte lügt nicht. "fahrwege" gibts auch in heimischen gefilden. vielleicht nicht so offensichtlich wie in den ardennen, wir müssen schon ein wenig mehr die augen offen halten.


nun haben wir uns aber lange genug in den wäldern versteckt. die sonne scheint und wir wollen doch mal sehen, ob wir nicht in den weinbergen noch ein örtchen finden, an dem wir spielen können.

wir hopseln einen ausgefahrenen feldweg entlang und achten brav auf die verbotsschilder: links fahren ist erlaubt, rechts auch, nur geradeaus nicht. es sei denn, wir sind ein trecker. sind wir nicht. also blinker rechts.


ach, diese weite!

und diese tiefe!

aber diese tiefen rillen ... !

kommen wir hier wieder heil raus ?!?!



Sonntag, 13. April 2014

tooor!

bei dem warmen wetter können wir geradezu das gras wachsen sehen. die faulen tage auf dem sofa sind definitiv vorbei. rasen mähen heisst die devise, wollen wir nicht im urwald versinken und heimischen raubtieren zum opfer werden.
aber wie anstrengend das rasenmähen ist! vor allem, wenn man zu faul ist, den golfrasen regelmässig zu vertikutieren und daher umso mehr moos mähen muss ... aber heut ist sonntag, da bleibt der rasenmäher kalt und wir ziehen mit den rädern los.


wir gehen es ganz schlau an und radeln richtung süden. süden ist auf der landkarte unten und auch unser ziel weist ein paar höhenmeter weniger auf. es geht also immer schön bergab. denken wir uns so ...


der wind ist doch noch ganz schön kalt und wir nutzen die kurze pause, uns in der sonne wieder schön aufzuwärmen und eine lage windschutz aufzutragen. das radeln macht richtig spaß und wir genießen es, aus eigener kraft so flink um die kurven zu kreuzen. mit dem rasenmäher sind wir doch immer etwas schwerfällig unterwegs ...


weiter und weiter lassen wir die räder gen süden laufen. für eine pause in der warmen sonne unterbrechen wir unsere flotte fahrt und machen es uns vor dem hermetisch verriegelten tor der fußballarena gemütlich. wir staunen nicht schlecht, als hinter dem zaun plötzlich radfahrer auftauchen. hat die eintracht heute biketraining auf dem programm? na gut, sie haben freitag bei schalke verloren ... aber warum rollen die dann so gemütlich?

von wegen strafradeln! und von wegen hermetisch verriegelt - um die ecke ist das törchen offen und wir können uns das stadion in aller ruhe anschauen und einen frisch gebrühten kaffee trinken.


wir beratschlagen den fortgang unserer tour. weiter nach süden und mit der bahn zurück? oder nach westen und direkt richtung heimat? den selben weg zurück? da, ein stück nördlich von uns, ist noch ein wunderschönes naturschutzgebiet, wir könnten von hier nach da, dann dort durch und ... schnell sind wir uns einig: rückweg und die landschaft genießen.


was nützt ein plan, ist er auch noch so schlau ... wenn das ziel im norden liegt. die höhenmeter, die wir vorhin so lustvoll vernichtet haben, jetzt kneifen sie uns fies in die radlerbeine.



wie kann es anders sein? der tag endet faul auf dem sofa.

Sonntag, 6. April 2014

vorsorge ist besser als nachsicht

ich befürchte, diese ganzen stadtplaner und baufuzzis sind irgendwelche jungen, knackigen kerle, die während ihrer arbeitszeit nichts lieber tun, als schubkarrenbergläufe auszutragen. nichts gegen junge, knackige kerle, aber muss ich jetzt wirklich jeden monat ein paar hühner mehr in den sparstrumpf stopfen, damit ich mir den rollator mit 10 ps leisten kann? mit allrad sowieso, ist klar.

und im winter mit spikes?

Samstag, 5. April 2014

ziege nr. 5 auf abwegen

diesmal scheint die sonne es ernst zu meinen mit dem frühling. seit tagen wärmt sie durch und durch und wir hocken im grauen büro und kriegen das gar nicht richtig mit. aber wofür gibt es wochenenden? und wofür fluchtwagen?

bewaffnet mit den neuesten cd-erwerbungen der letzten tage machen wir uns auf den weg ins schöne schwabenländle. dort erwartet uns die beste freundin, die aussicht auf ein leckeres mittagessen im burgrestaurant mit fernblick und ...


... eine waschechte furt!

ja, so etwas haben wir seit unserer reise in südengland vor zig jahren nicht mehr gesehen. in england allerdings führte die straße auf der anderen seite weiter, hier nicht. um weiterzukommen, müssen wir wenden und durch das wässerchen zurück. was für ein schweres los!

das mittagessen ist wie erwartet köstlich hoch zehn und die bäuche spannen etwas. wie wäre es mit einem kleinen verdauungsspaziergang? wir flanieren um den kleinen waldsee und erfreuen uns am frischen grün. vorhin ist uns ein schild aufgefallen: "schwäbisch fränkischer naturpark". es stand am abzweig zu einem kleinen sträßchen. ein äußerst einladendes kleines sträßchen. wir probieren es aus und kurven in ein zauberhaft schönes tal. dann fällt uns ein wegweiser zur burg waldenstein auf. burg ist immer gut. burg ist weit oben und bis da hoch ist es steil und eng und wunderbar. jetzt bitte keinen gegenverkehr.

und da begegnet uns ziege nummer 5. ziege nummer 5 ist ausgebüxt und wird neidisch von ihren ziegenschwestern bemeckert. das stört ziege nummer 5 aber genauso wenig wie wir sie stören. frisches gras. wen interessiert da schon ein dicker fluchtwagen?


zum glück reicht ziege nummer 5 nicht bis zum aussenspiegel. sie kann unbehelligt unter ihm durchschlüpfen und wir erleichtert weiterfahren.

das ist ein schönes fleckchen erde hier oben. um weiter zu kommen, müssen wir in einem 15-grad-winkel abbiegen. dazu müssen wir schön romantisch auf dem engen burghof wenden. wie haben die das früher mit ihren vierspännigen kutschen gemacht?


unser blick wandert in jeden abzweig hinein: erlaubt? nicht? vielleicht nur ein stückchen? die mountainbiker, die wir vorhin im schritttempo überholt haben, kommen uns entgegen und grinsen. denen sind verbotsschilder egal. aber unseren spaß haben wir heute auch. der eine oder andere feldweg ist nicht verboten. zumindest nicht von der seite aus, von der wir kommen. und da vorne in der senke ist eine rumpelige kurve. da wird sogar vor "straßenschäden" gewarnt. lach.


Donnerstag, 3. April 2014

es gibt was auf die ohren

samstag sind wir in den musik-marathon gestartet: nach einem tag im garten samt rosenschneiden, rasenmähen (wir können es noch!), vertikutieren, rumgraben und in der sonne schmelzen wogen wir die alternativen zwischen häuslichem sofa und bier im rock-club ab. bier gewann haushoch. schon nach dem kurzen konzert mit den 5 jungs waren wir mehr als zufrieden, aber geschäftiges treiben um die bühne herum liess uns noch ein bier bestellen. tatsächlich: das war nur die vorgruppe gewesen, jetzt ging es erst richtig los. super!

montag machten wir in mannheim weiter: nils frahm kannten wir bisher nur als virtousen pianisten, der uns mit seiner musik tränen des glücks in die augen treibt, jetzt überraschte uns der äusserst sympathische junge mann mit allerhand elektronischem gerät und spacigen klängen, mit denen er unsere lieblingsstücke untermalte. sagenhaft gut! eine flucht mit den ohren sozusagen.

und jetzt, in köln, greifen wir richtig an: mogwai. laut wikipedia eine schottische postrock-band. keine ahnung, was postrock ist. was für alte knacker? egal. es ist grandios gut und grandios laut.


nach dem konzert melden die ohren lautstark ihr bedürfnis nach ruhe. also lassen wir uns zeit auf dem weg zurück ins hotel und chillen noch ein wenig am 23-stunden-kiosk mitten im gewerbegebiet. ein buntes völkchen versammelt sich hier und lässt den tag mit alkoholischen erfrischungsgetränken ausklingen. gegenüber wandert der mond in einer hauchdünnen sichel durch den nachthimmel.


am donnerstag morgen machen wir uns bei sommerlich warmen temperaturen auf und erkunden die etwas abgelegenen seiten der stadt. dieser parkplatz erscheint uns sehr skurril. könnten wir hier auch senkrecht parken? würde uns die berganfahrhilfe am fluchtwagen dabei helfen?


gegenüber vom schlachthaus ein wohnhaus neben dem anderen. es riecht streng. und haustierbesitzer laden glücklich große säcke in den kofferraum ihrer autos.

hinter den wohnhäusern liegt  nochmal eine ganz eigene welt. kleine gewerbebetriebe haben sich dort angesiedelt. alte garagenhöfe verbergen den einen oder anderen fahrbaren schatz. gemütliche grüne oasen laden ein. mitten im geschäftigen treiben trennt eine mauer den trubel der straße auf der einen seite von der ruhe eines parks auf der anderen seite, in dem ein imposanter turm residiert.


kölner stadtansichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

wohin leuchtet der leuchtturm mitten im schienengewirr?


gestern hat uns, spät in der nacht, nach dem konzert blauer himmel begrüsst. dieses bild geht uns nicht mehr aus dem kopf. es passt so gut zu dem, was wir heute in köln sehen.

mitten in einer trostlosen brache, umrahmt von mehrstöckigen bordells und gleistrassen auf mehreren ebenen hat ein künstler sich einen ort eingerichtet, in dem er aus schrott skulpturen schafft und damit geschichten voller leben erzählt.

wir streifen durch ein stadtquartier mit kleinen sträßchen, treffen in einem atelier auf pure lebensfreude in 3d und trinken ganz entspannt in einem cafe, das vollgestopft ist mit bücherregalen, einen liebevoll selbstgekochten kakao. im blick haben wir dabei eine meterhohe mauer, auf der eine bahn nach der anderen vorbeirauscht.

wir fühlen uns pudelwohl.