Samstag, 30. November 2013

ja, wo isser denn?

wir riechen ihn schon lange in der luft. und zu spüren ist er auch. seit tagen weht es eiskalt vom berg herunter.
heute sind wir ihm auf der spur: dem schnee.

wir schalten die sitzheizung schön auf stufe 1, ist ja noch november, und machen uns auf den weg. kaum haben wir den weg zum berg eingeschlagen, werden wir schon wieder ausgebremst.

haben wir die kettensäge noch im kofferraum?

je höher wir kommen, desto dichter wird der nebel. und am aussenthermometer können wir heute ausnahmsweise einmal die höhenmeter ablesen: wir starten bei 4 grad, die temperatur fällt auf 2 grad, schließlich auf 1. wir biegen ab. hier könnte schnee liegen.


noch etwas mau. wir müssen weiter. vielleicht finden wir bei 0 grad etwas mehr.
mit schleudertraining ist heute aber sowieso nichts. wir haben ein knappes duzend junghenneneier im einkaufskorb. wär doch schade ...

bei 0,5 grad biegen wir nochmal ab. schöner weg, aber kein schnee.
ob das heute noch was wird?


aber dann: wir kurven um die mercedes-klippe herum (da lag letztes jahr einer schnauzevorüber im graben, ein heidenspaß für alle beteiligten), passieren den schieberplatz (da hing vor drei jahren einer fest, audi, den haben wir mit vereinten kräften wieder auf die richtige bahn bugsiert) und da ist er, der schnee.


bei 0 grad also haben wir unsere geschlossene schneedecke. samt reifüberzogenen bäumen. dichtem nebel. und wind.

und weil der wind so windet, gibt es keine weiteren fotos. viel zu kalt für die kamera.

Donnerstag, 28. November 2013

merry old england

heute haben wir unseren zweiachser gegen ein ganz anderes kaliber getauscht: mit bis zu 300 kilometern pro stunde sausen wir durch die landschaft, keine ampel hält uns auf, nichts. nur ab und zu ein bahnhof.
in brüssel steigen wir in den eurostar, dann geht es - schwupp - unter dem ärmelkanal durch und wir sind in merry old england. london ist das ziel.


vor ein paar jahren waren wir schon mal in london gewesen und erschraken über die hektik. jetzt sind wir auf der suche nach den ruhigen ecken.

links fahren, rechts gehen. was für ein durcheinander.
direkt nach dem frühstück ziehen wir los, folgen der nächstbesten straße, biegen links ab, queren einen platz, folgen rechts einer gasse, gehen immer der nase nach. und da ist es, das ruhige london: in den hinterhöfen und abseits der shoppingmalls.


während zuhause alles im nebel versinkt, scheint in london die sonne. unseren schirm haben wir ganz umsonst eingepackt.


so macht das richtig spaß: an buckingham palace gibt es keine touristenmassen und wir beobachten die anlieferung der königlichen weihnachtsbäume. sie kommen auf einem grünen pritschenwagen.


kreuz und quer gehen wir durch london. von hektik keine spur.


im hyde park dann natur pur, die bäume schlucken jeden verkehrslärm. reiter queren unseren weg, hunde toben über das grün, an den wasserflächen kreischen möwen, gänse, schwäne.


wir staunen über die zwei seiten der stadt: vorne dekorativ herausgeputzt, hinten herum eng und mit allem praktischen ausgestattet: wasserrohre, garagen, feuerleitern.


und natürlich gibt es auch die hektische seite: strassen voller harrods, selfridges und co. wir biegen schnell wieder ab und suchen uns im nächsten ruhigen viertel einen pub.

weihnachten kommt so oder so.


Sonntag, 17. November 2013

je später das jahr

heute müssen wir uns ganz schön am riemen reißen, um vom warmen sofa wegzukommen. in einer woche reisen wir nach england und heute haben wir uns ein üppiges english breakfast zubereitet. mit voller wampe ließe es sich also gut zuhause rumlungern, wenn wir nur nicht ständig an die hungrigen fischmäuler in unserem teich denken müssten. irgendwann lässt uns das schlechte gewissen keine ruhe mehr, wir streifen die langen unterhosen unter und ziehen los.


jetzt ist schon der großteil des laubs von den bäumen gefallen und der blick ist frei auf das, was bisher gut verborgen war: alte schutthalden, alle paar meter ansitze und wildschweinsuhlen. den viechern wollen wir heute nicht begegnen, also gehen wir weiter.

und was verbirgt sich da drin? eine silberne flunder?

die hungrigen fischlein sind gefüttert und wir können uns zufrieden wieder auf den rückweg machen. inzwischen ist es auch noch mal kühler geworden und wir ziehen die mützen über die ohren.


heute genießen wir den blick über die landschaft noch einmal. das gras scheint teilweise noch richtig saftig, der wald wird jetzt kahl.


in der dämmerung schweift unser blick zurück. irgendwo da oben schlummern jetzt satte fische zufrieden unter ihrem versteckstein. ein gutes gefühl.


Sonntag, 10. November 2013

die sitzheizung funktioniert noch

inzwischen ist es ganz schön bunt und stellenweise sogar recht kahl geworden im wald. von der kälte, wenn der wind durch die bäume fegt, ganz zu schweigen.


und die wege und pfade sind nicht immer so gut fest und gut zu begehen wie hier. zumeist versinken wir bis zu den knöcheln im feuchten matsch.


in den letzten tagen hat es auch immer wieder geregnet und so sind nicht nur die pfützen, sondern auch die bäche ordentlich mit wasser gefüllt. gut eingeschenkt quasi ...


mit dem mountainbike sind wir hier schon ein paar mal vorbeigekommen, aber da haben wir uns keine gedanken gemacht, so ein bike wiegt schließlich nicht so viel. aber jetzt? wieviel kuchen hatten wir heute eigentlich schon?

auf 6 tonnen dürften wir auch mit buttercremetorte und käsespätzle nicht kommen ...
zurück am auto tauschen wir erstmal die nassen schweren schuhe gegen trockene, warme. und dann gibts das ultimative november-vergnügen: sitzheizung auf stufe zwei! im november ist das erlaubt ...



Mittwoch, 6. November 2013

neulich in der s-bahn

"na, wie war dein tag? du siehst geschafft aus ..."
"ach, ich wär so gern ein wanderrucksack. das ist zwar anstrengend mit der ganzen schlepperei, bergauf, bergab, aber ich hätte wenigstens frische luft!"
"so schlimm?"
"furchtbar! ich hab im grunde ja nichts dagegen, jeden tag ein buch zu tragen, ein smartphone, lippenstift und so ein zeugs. auch im büro ist es nicht so schlecht, es ist trocken, es ist warm, der teppichboden ist weich ..."
"nur die luft ist nicht so frisch ..."
"das ist es ja nicht mal. aber seit sie sich vegetarisch ernährt, muss ich jeden tag käsebrote schleppen. käsebrote! alle varianten: mit löchern und ohne, weiche und harte. nur eins haben alle gemein : sie müffeln ohne ende!"


das bundestaschenministerium informiert: alte käsebrote locken ungeziefer an.


Sonntag, 3. November 2013

überraschung!

die wetter-app überschlägt sich dieser tage geradezu mit ihren wetterwarnungen: windböen wechseln sich ab mit sturmböen. sturmböen sind gefolgt von windböen. dann wird es zwischendrin mal wieder nacht und so weiter (vor der nacht warnt die wetter-app nicht - ist das eine fehlfunktion?). kurz und gut: es ist sofawetter.

aber wir waren ja schon immer ein wenig schräg drauf, deshalb sind wir heute nicht auf dem sofa, sondern draußen unterwegs.

ohne anliegen ist das also eine sackgasse?

das meiste laub ist nun gefallen, es wird weich und licht im wald. das schätzen offenbar auch die ortsansässigen wildschweine, denn große flächen sind gut durchwühlt. solange die das hier machen und nicht in unserem garten, soll es uns recht sein, es wär doch arg schade um unseren golfrasen ...

apropos golf: da hat sich doch wieder so eine silberne flunder im dickicht verirrt. während wir uns nasse füsse holen, rollt sie sauber durchs laub:



wir keuchen die anhöhe hinauf, brav den schirm in der hand, denn man weiß ja nie. und tatsächlich: da lässt sich doch die sonne blicken!



und unten im tal scheint der herbst wie weggefegt, grünes, saftiges gras begrüsst uns. hätte uns da nicht gerade beinahe ein vom baum plotzender reifer apfel erschlagen, wir würden denken, der frühling stünde ins haus.


veronika, der lenz ist da!