wir sind noch keine fünf minuten unterwegs und folgen einer kleinen straße, die zuhause schon längst das verbotsprädikat "landwirtschaftlicher verkehr frei" hätte, als uns im navi das kleine spinnenbeindünne strichelchen auffällt, das rechts abzweigt. uns bleibt schier das herz stehen:
genau das haben wir gesucht! haben wir das verbotsschild übersehen? nein, es gibt keins.
jetzt tun wir gut daran, dem navi zu vertrauen. ein ganzes netz von strichelchen taucht vor uns auf. wenige wege sind gesperrt und wir haben mehr als genug damit zu tun, die zu fahren, die wir dürfen.
wir fühlen uns im paradies!
nicht alles, was hier erlaubt ist, erscheint uns vernünftig. immerhin sind wir alleine unterwegs, haben zwar den bergegurt im kofferraum, aber ohne zugfahrzeug oder seilzug nutzt uns das auch nichts. da sind wir zuweilen recht froh über unseren handlichen wendekreis und nehmen den nächsten weg in angriff.
was ist das für eine freude! aber wenn wir so weitermachen, kommen wir nicht vom fleck. heute abend beziehen wir ein quartier mitten in den ardennen, dazu müssten wir noch ein stückchen weg hinter uns bringen.
am signal de botrange halten wir auf der höchsten stelle des venns, sogar auf der höchsten von ganz belgien, und vermissen auf unserem moorspaziergang im eisigen wind schmerzlich die langen unterhosen. ist das da hinten die kühlwasserwolke vom kraftwerk weisweiler, das wir gestern gesehen hatten?
kurz vor spa probieren wir nochmal unser glück: gibt es hier spinnenbeindünne strichelchen? es gibt sie, rund um das kleine örtchen herum, in dem wir die nationalstraße verlassen haben. eins sieht besonders vielversprechend aus, es verlässt das dorf, scheint die talsenke zu queren und nördlich auf die straße zu treffen, der wir ohnehin folgen müssen. bevor wir uns in dieses abenteuer stürzen, bremsen uns einheimische auf ihrem quad aus. wir können zwar auf französisch ein bier bestellen, aber erklären, was wir hier treiben ... und dann womöglich noch wenden müssen und nochmal dran vorbei ... wir entscheiden uns für einen geordneten rückzug.
in la roche-en-ardenne füllen wir diesel nach. das städtchen wirkt sehr einladend, aber es hat wieder begonnen, zu regnen. wir sind müde, hungrig, freuen uns auf unser quartier. die straße windet sich aus dem engen tal der l'ourthe auf die höhe hinauf, die belgier hinter uns drängeln erneut. ein letztes mal biegen wir auf einen "fahrweg" ab.
ehrlich gesagt: wir sind heilfroh, als wir heil wieder aus diesem wald heraus kommen. uns sind auf den straßen einzelne holzlaster begegnet, nicht auszudenken, wenn uns jetzt einer entgegenkäme. schon ein goggomobil würde uns auf diesen aufgeweichten wegen in böse bedrängnis bringen.
genug abenteuer. morgen ist auch noch ein tag.
zum abschluss noch der panzer von heute früh. er bewacht den eingang zum camp elsenborn:















