Sonntag, 23. Februar 2014

schwere entscheidung

immer diese entscheidungen ... laben wir uns heute an bratwurst und bier oder holen wir uns nasse füsse in einem dunkeln tunnel auf der suche nach einer dose? nach langem abwägen der jeweiligen vor- und nachteile (welche vorteile hat, bitte, ein dunkler, nasser tunnel an einem sonnigen februarnachmittag?) entscheiden wir uns schweren herzens gegen den heimatlichen karnevalsumzug, packen gummistiefel und taschenlampen ein und ziehen los.
 
in den pausen zwischen ihren ansagen hören wir die navigationsdame in ihrem kästchen leise fluchen, denn ein ums andere mal ignorieren wir ihre ratschläge und biegen entgegengesetzt ab. das navi glüht beinahe, weil ständig eine neue route berechnet werden muss. und das am sonntag. wer hat diese mehrarbeit genehmigt?
aber wir wollen einfach nicht auf die autobahn, wir wollen in ruhe übers land rollen.

hier vermissen wir nichts. schon gar keine autobahnraststätte.

wo ist er denn nun, der tunnel? das navi ist schon eine weile von seiner sonderarbeit befreit, jetzt fahren wir frei schnauze. auf der karte sehen wir eine alte bahntrasse. bahn und tunnel, das passt. wir parken an der nächsten wegeinfahrt, schlüpfen in die gummistiefel und folgen den anweisungen vom gps-gerät (das ist nicht ganz so geduldig wie die navi-dame, deshalb sind wir auch ganz brav). ja, was ist denn das? da kommt kein bähnle durch den tunnel, sondern der bach! wir waten ins nass, haben mühe, unsere stiefel wieder aus dem schlick zu ziehen und halten ausschau nach der dose. da ist sie. schön hochwassersicher aufgehängt.

da kommt kein zug. aber vielleicht ein kreuzfahrtschiff?

na, das war doch ein schönes abenteuer. wir überlegen: wenn es schon verlassene tunnel gibt, gibts dann nicht auch irgendwo einen verlassenen bahnhof? er muss ja nicht gerade unter wasser stehen, mit ein paar schlaglöchern wären wir schon zufrieden. wir befragen die karte: da, ein wenig östlich von uns, da könnten wir fündig werden.

und wie wir fündig werden :-D

hinter dem neuen, schicken einkaufszentrum liegt ein schöner verkehrskreisel. wir nehmen die kleine unscheinbare ausfahrt und landen auf holperigem kopfsteinpflaster. die schmale pflasterstraße taucht unter einer unterführung durch, links geht es in die straße "am bahnhof". bingo.
vom bahnhof ist nicht mehr viel zu sehen, verlassene gewerbebauten künden von einst blühenden zeiten. der pflasterweg führt uns entlang der gleise ...


 ... durch eine parade herrlicher pfützen auf einen aufgeweichten waldweg, der in einem aufgewühlten wendekreis mündet. wunderbar.

jetzt ist es aber zeit, uns ein wenig umzuschauen. wir stellen den wagen ab und beobachten eine betagte dame, die sich am bahndamm entlang hangelt. hoffentlich sind wir auch noch so abenteuerlustig, wenn wir einmal in ihrem alter sind, der pfad hat es in sich, ist ziemlich glitschig und steil.


wir haben noch eine dose auf der liste ...

... und ein paar sträßchen vor uns. sie sind schmal, holperig, führen uns in dörfer, in denen durchweg tempo 30 angesagt ist, so eng stehen die häuser. dass es so etwas noch gibt.

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