Freitag, 30. Mai 2014

im schneckentempo gehts heim

wir sind noch nicht bereit für größere menschenmengen: auch york streichen wir von unserem urlaubsprogramm. schöne stadt hin oder her, wir brauchen es noch eine weile ruhig. wieder einmal ziehen wir die landkarte zu rate: wir wünschen uns ein örtchen mit nettem marktplatz, pub, leckerem essen, ruhiger landschaft drum herum. unsere wahl fällt auf pickering oder helmsey. mal sehen, was uns zusagt.


mitten in den north york moors erhebt sich direkt an der straße ein dreieckiges ungetüm. ein nationalparkzentrum? ein wenig zu groß geraten. das sieht eindeutig verboten aus ... als wir das rot umrandete hinweisschild sehen, verkneifen wir es uns, links abzubiegen. schließlich sind wir dieser tage schon mal unangenehm aufgefallen und so trauen wir uns auch nicht, die kamera zu zücken und diese architektonische meisterleistung auf unsere sd-karte zu bannen. später erfahren wir, dass wir genau richtig gehandelt haben: es ist eine große militärische schnüffelstation.


wir landen schließlich weder in pickering noch in helmsey, sondern in einem vollkommen verschlafen wirkenden örtchen, dafür mit einem äußerst gepflegten country inn. küche vom feinsten, real ales, ruhige zimmer. vom nächsten städtchen aus können wir auf dem cleveland way zu einer alten abteiruine wandern, über den marktplatz flanieren, in kleinen geschäften shoppen und im tea room einkehren. es ist für alles gesorgt, hier sind wir richtig.


leider hilft auch ein ganzer regentag nicht, die trockenen furten wieder aufzufüllen. lediglich imposante pegelmesser künden davon, dass es hier auch ganz anders zugehen kann. dafür haben wir spaß an den steigungen mit bis zu 33 prozent. im schneckentempo kriechen wir hinauf und sind insgeheim froh, dass wir nicht gerade im januar hier unterwegs sind.


schließlich wird es zeit, abschied zu nehmen. aber bevor wir auf der fähre in der ersten reihe parken dürfen, winkt uns die dame von der ausreisekontrolle in ein kleines gebäude, die beamten werfen kritische blicke auf die verkleidung der motorhaube und in den kofferraum. ein spiegelwägelchen wird unter das jeepchen gerollt. wir werden abgetastet. wieder fühlen wir uns wie im film. ist das zufall oder wissen die, dass wir dem "most kept secret in britain" zu nahe gekommen sind?






Montag, 26. Mai 2014

immer diese banken

gibt es schöneres als einen bankholiday? oder einen bummel durch ein küstenstädtchen noch dazu an einem bankholiday? definitiv. ein regentag mitten in england, selbst wenn weit und breit kein pub zu sehen ist. auf das hier waren wir nicht vorbereitet.

bereits bei der anfahrt nach whitby hätten wir aufmerksam werden sollen: stau, stau, stau. als wir jedoch auf whitby's hafenpromenade stehen, klappt uns endgültig der kiefer runter: wo sind wir denn hier gelandet? es herrscht ein gedränge und getue wie auf einer kirmes. die hart arbeitende bevölkerung ist auf der suche nach der ultimativen bespaßung.

wir machen nägel mit köpfen und steuern den nächsten pub an. dieser trubel lässt sich am besten mit einem kühlen glas in der hand aus etwas distanz beobachten.


gegen abend kehrt so etwas wie normalität ein. wir steigen die unzähligen treppenstufen zur alten abbey hinauf und lassen den tag in ruhe ausklingen.


Sonntag, 25. Mai 2014

die ruhe des landlebens

mit einem schlag wird es belebt im wasdale. was wir befürchtet hatten, erweist sich als wahr: es ist das wochenende des bankholiday. den stadtbesuch in durham streichen wir von unserer to-do-liste, dort ist kein einziges zimmer mehr zu kriegen. wir ziehen weiterhin aufs land.

im cycle cafe stammen die eier im kuchen garantiert von glücklichen hühnern
unsere wahl fällt auf ein kleines städtchen nordwestlich von barnard castle im teesdale. ein städtchen wie aus dem bilderbuch: im hotel nette zimmer, eine bar, nebenan das restaurant. ankündigungen für den farm-market und die handwerksmesse, die landfrauen verkaufen für gute zwecke köstliche selbstgebackene kuchen und torten. der trifle ist garantiert NICHT kalorienfrei und oberlecker.

ja, und dann gibt es da noch diese gassen, mit denen sich die stadt umrunden lässt. wir haben einfach zuviel barnaby-krimis gesehen: in diesen gassen geschieht dort meistens der mord. wir sind fasziniert.


über mangelnden regen können wir uns nicht mehr beschweren, ein schauer nach dem anderen zieht englandtypisch über die pennines und wir fangen an, dem kühlen nass wie die briten zu begegnen: gelassen. wird alles schon wieder trocknen.


der blick aus unserem hotelfenster fällt auf einen berg, der mit einer kleinen baumgruppe bewachsen ist. zunächst suchen wir diese stelle vergeblich auf unser karte, bis uns aufgeht, dass dieser hügel der ort ist, der auf der karte mit einem winzig kleinen grünen kringel markiert ist. dieser mini-kringel, das sind die bäume. ein wanderweg führt hinauf und wir machen uns auf den weg.


wir schrecken eine menge vögel auf und sie lärmen empört. die schafe schauen uns zunächst nur verwundert an. kurz bevor wir den gipfel erreichen, kommt bewegung in die herde: aufgeregtes blöken, schafe samt nachwuchs im dauerlauf, herrje, sehen wir so furchterregend aus? dann dringt das motorengeräusch an unser ohr. der farmer macht auf seinem quad eine schaf-inspektion. offenbar hat er etwas äußerst leckeres im fässchen auf seinem anhänger. die schafe sind ganz verrückt danach und rennen aufgeregt zu ihm hin. dass wir einfach über sein land laufen, stört ihn nicht im geringsten: ein kurzer gruß und er zieht weiter. 


nach barnard castle machen wir nur einen ganz kurzen abstecher. wir schaffen es gerade passend zum ende der öffnungszeiten zum bowes museum und können ungestört durch den park schlendern. auf dem heimweg haben wir plötzlich wieder eines dieser police-autos an der stoßstange. was haben wir jetzt wieder verbrochen? wir nehmen uns ein herz und fahren links ran, dankbar winkend fahren sie vorüber. offensichtlich waren wir nur ein lästiges verkehrshindernis.


Freitag, 23. Mai 2014

in the screes

unser aufenthalt im lake district neigt sich dem ende zu. zum abschluss wollen wir noch ein paar schätze heben und beschließen, ein stück am wast water entlang zu wandern. nicht allzu weit, wir wollen schließlich den tag noch gemütlich ausklingen lassen. die berge sind von dichten wolken verhüllt, wir machen uns auf den einen oder anderen schauer gefasst.


die erste dose ist schnell geborgen und das laufen macht spaß. es ist noch zu früh zum umkehren und wir wandern weiter. der pfad schlängelt sich so schön am ufer entlang und der wind bläst uns in den rücken.


weiter und weiter laufen wir, die dosen lassen sich gut angeln, wir sind frohgemut. auch, als der hang, an dem wir gehen, steiler wird, behalten wir noch die nerven, klettern über die eine oder andere geröllpassage. auf dem gps-gerät können wir das ende des sees ausmachen, wir wäre es, wenn wir den see einfach umrunden? unser bier hätten wir uns dann doppelt und dreifach verdient und es schmeckt sicher noch viel besser.

dann wird uns mit einem schlag klar, warum die letzte dose "in the screes" hieß. so fundiert sind unsere englisch-kenntnisse nicht, dass sich uns die bedeutung sofort erschlossen hätte. wikipedia sagt dazu: "scree is a collection of broken rock fragments at the base of crags, mountain cliffs, volcanoes or valley shoulders that has accumulated through periodic rockfall from adjacent cliff faces." genau da stecken wir gerade mitten drin, in einer ansammlung von gesteinsbrocken. zum zurückgehen ist es längst zu spät und so krabbeln wir gefühlte zwei stunden lang durch die screes, die uns vom heiss ersehnten südende des wast water trennen. das nächste mal, das schwören wir uns, lassen wir uns die dosen-beschreibungen vom online-translater übersetzen.


the screes - als wir wieder nerven haben, die kamera zu halten
endlich ist es geschafft und wir tauchen in das schattige ufer des flusses ein, das den wast water entwässert. wie schön doch die bluebells blühen, der rhododendron wächst baumhoch, vor der jugendherberge können wir gemütlich picknicken und erhalten gesellschaft durch einen äußerst netten, spielbegierigen hund. wandern kann so schön sein, wenn man die route nicht gerade durch screes legt.

jetzt aber auf, kaffee, kuchen und bier rufen. 


der gegenwind macht uns den rückweg schwer, wir müssen uns schier dagegen stemmen, aber irgendwann ist auch das geschafft. diesen tagesausklang haben wir uns mehr als verdient.




Donnerstag, 22. Mai 2014

good morning, how are you?


wir hatten uns schon gefragt, wo das typische britische wetter bleibt. statt regenschirm benötigten wir sonnenmilch und –hut in den letzten tagen. aber endlich ist es soweit: es regnet, wir nutzen die chance und bewegen unser reisegefährt wieder einmal. wir wollen richtung küste. meer und brandung, danach steht uns der sinn. was wir jedoch bekommen, ist etwas ganz anderes: eine polizeipatrouille hält uns wegen spionage- und terrorismus-verdacht an, entlarvt uns als naive dummerchen und eskortiert uns schließlich an unseren gewünschten ort. peinlich hoch zehn. geläutert kehren wir in unser stilles tal zurück.

die geschichte geht so: auf der suche nach einer küstennahen straßenverbindung zwischen seascale und st bees biegen wir richtung calder ab. wir staunen noch über das hermetisch abgeriegelte gelände, hüpfen über fiese speed ramps, als wir das pförtnerhäuschen vor uns entdecken und beschließen, zu wenden. das hier sieht eher nach einem gefängnis aus, nicht nach strand. zurück auf der straße haben wir sofort die polizei hinter uns und als wir abbiegen wollen, halten sie uns an. es ist wie im film. nach freundlichem smalltalk kommt der officer schnell zur sache: wir wären diese und jene straße gefahren, was wir dort wollten. äh, wir wollen gern zur küste, am liebsten auf kleinsten sträßchen. aha, na, dann müssten wir so und so fahren. alles klar. und was, bitte, trauen wir uns zu fragen, verbirgt sich in calder? ein kraftwerk? well, it’s the most kept secret in britain, it’s …

der geneigte leser möge an dieser stelle bitte einmal „seascale“ auf google maps suchen und dort nach „river calder“ schauen. was verbirgt sich nördlich davon? es handelt sich um einen ort mit 10 buchstaben, beginnend mit „s“, endend mit „d“. sieht harmlos aus, ist es aber nicht. wikipedia tuts übrigens auch. einfach „seascale“ in der suchmaske erfassen.

wir lachen laut los. damit hätten wir nicht gerechnet, du meine güte! freundlich werden wir verabschiedet und in ein mickriges sträßchen (not suitable for HGVs) eskortiert, das uns schnurstracks nach st bees bringt. wir schätzen, die beiden officer in ihrem polizei-pajero haben noch eine weile herzlich über unsere blauäugigkeit gelacht: unbelievable, they never heard of ...


der weg nach st bees ist mit einigen unwägbarkeiten gespickt



Mittwoch, 21. Mai 2014

don't drink and fly

von den strapazen der anreise erholen wir uns in der urigen bar des wasdale head inn. aaaaah ... hier können wir aus acht verschiedenen zapfhähnen alkoholische erfrischungsgetränke wählen, davon vier aus regionalen brauereien. herz, was begehrst du mehr? nicht, dass wir unsere unterkunft für die nächste knappe woche nur nach diesem kriterium ausgewählt hätten, oh nein, hier lässt es sich auch schön wandern und in die stille lauschen.


schon am nächsten tag ziehen wir bei strahlend blauem himmel los (wofür haben wir eigentlich die langen unterhosen ...?). wir zielen heute die berge richtung norden an. wie in england üblich gehen die öffentlichen fußpfade nicht etwa über doll ausgebaute forstautobahnen, sondern quer über viehweiden samt viehherden und die bäche queren nicht etwa brücken, sondern da müssen wir schon zusehen, wie wir trockenen fusses rüber kommen. so tauchen wir direkt nach verlassen unseres inn's tief in die landschaft des lake district ein.


auf dem bergkamm angelangt, fallen die ersten regentropfen. etwas abkühlung tut jetzt durchaus gut. aber noch bevor wir uns unter die nächsten felsbrocken ducken können, zieht der regen bereits ab und die sonne kommt wieder raus. ein ordentlicher wind bläst hier oben und kräuselt das wasser des bergteichs. woher kommen eigentlich die vielen kleinen fische hier oben?

für den rückweg wählen wir die route, die die wandergruppe heute morgen für den aufstieg eingeschlagen haben. wir haben sie nicht beneidet, der pfad stieg steil an. jetzt fällt er steil ab. und wie. jetzt bitte keinen steinschlag.


am nächsten tag folgen wir einem weg nach süden. hoch über wast water führt uns der pfad und wir sind etwas kurzatmig unterwegs (die höhenluft, die höhenluft ...). die herrlich ausgebaute brücke kommt uns für eine kurze rast und zum verschnaufen gerade recht.


erstaunlich, wie moorig es auf der höhe ist. zuweilen müssen wir große umwege um sumpfige flächen machen, wir würden sonst bis über die knöchel im morast versinken. es ist wieder absolut still und unsere grauen bürowände haben wir schon längst vergessen.


vor uns liegt burnmoor tarn und am anderen ufer des sees können wir eine lodge ausmachen. schon von hier aus ist sie nicht zu übersehen, wie groß ist sie tatsächlich? wie kam sie dorthin? und wie kommen die lodge-besucher zur lodge?

liegt die antwort beim pub-besucher dieses abends? jäh wird plötzlich die stille im beer garden gestört, ein hubschrauber ist im anflug. da wird doch in den bergen nicht etwa ein unglück passiert sein?


beim frühstück am nächsten morgen fällt uns ein äußerst adrett gekleideter gast auf. weißes, gebügeltes hemd, sowas haben wir hier bisher noch nicht gesehen. der hubschrauber steht auch noch auf der wiese, die schafe haben sich zwischenzeitlich beruhigt. der mann im hemd beendet sein frühstück, geht wie selbstverständlich zu seinem hubschrauber, startet den motor und hebt ab. gestern wohl etwas zu tief ins glas geschaut, was? don't drink and fly!

wir ziehen uns wieder in die stille zurück, das tal im nordwesten wollen wir erkunden. wir passieren wieder ein schafgatter, bewundern einen kleinen wasserfall, queren über steine hüpfend den bach und halten inne: die tiefe stille ist schier greifbar. das hier, das ist entschleunigung pur.



Sonntag, 18. Mai 2014

anreisen

es ist ja nicht so, dass england gerade um die ecke liegt. um dorthin zu kommen, ist doch einiges an reiseaufwand notwendig. die erste etappe führt uns daher nach rotterdam zum europoort. der europoort liegt nicht etwa auf dem fussgängerboulevard von rotterdam, sondern ein ganzes stück draußen. wir passieren einige treibstofflager (allerdings keine einzige tankstelle, komisch) und fragen uns schon, ob wir noch richtig sind, als endlich der abzweig zum p&o-fähranleger auftaucht.


ruckzuck sind wir eingecheckt und kaum haben wir die klappstühle ausgepackt, um gemütlich eine käsebemme zu verzehren, geht es auch schon auf die fähre. etwas mulmig wird uns, als wir diese waghalsige konstruktion unter die räder nehmen.


unser erster spähgang auf dem schiff ergibt: wir sind hier nicht auf einem kreuzfahrtdampfer gelandet. aussichtsplattformen und sonnendecks sind rar gesät und windumtost. wir ziehen uns in die bar zurück und stimmen uns auf die kommenden tage ein.


nach einer ruhigen überfahrt geht es frühmorgens in hull vom schiff. "links fahren! links fahren!", so schwören wir uns ein. vor dem ersten überholvorgang ist uns etwas mulmig, aber wir können ganz unbesorgt sein, erstmal geht es über dual carriageways gen westen und dann nach norden. die dieselpreise lassen uns dagegen schlucken. das sind preise in britischen pfund, wir wagen gar nicht, das in euro umzurechnen. mit dem suppenlaster wären wir jetzt definitv günstiger unterwegs, aber der schlummert zuhause in der garage.

dann geht es ab in die western lakes und die straßen werden schmaler und die steinmauern höher. einem dringenden bedürfnis folgend biegen wir in das nächste sträßchen ab (nach rechts, als zusätzliche herausforderung!). etwas eng ist das hier, aber auch traumhaft schön!


weiter geht es ... das navi sagt plötzlich: bitte in die nächste straße abbiegen. wie bitte? da ist gar kein straßenschild, nur so ein blaues, auf dem steht "not suitable for HGVs". sind wir ein HGV? wir ziehen die straßenkarte zu rate: das ist schon richtig, ist halt eine kleine abkürzung über ein ministräßchen. hätten wir selbst navigiert, hätten wir das wahrscheinlich auch ausgewählt. hinter uns sind mittlerweile zwei weitere autos. wir lassen sie passieren, so falsch können wir nicht sein. steil steigt das sträßchen an, sehr steil ...


was für ein traum! wir kommen ganz hoch hinaus!


aber wasdale liegt nicht auf einem berg, sondern in einem tal. also geht es gleich wieder runter. wieder sehr steil und sehr anstrengend, denn es ist nach wie vor eng, noch dazu rumpelig, die straße beliebt und wir haben einige mühe, den natürlichen fortbewegungsdrang des jeepchens im zaum zu halten. mittlerweile ist es auch ordentlich warm geworden. sind wir wirklich in nordengland gelandet?

endlich der abzweig zum zielort, aber immer noch 14 kilometer zu fahren. diese kilometer fordern uns nochmal alles ab. enge hopselstraße und gegenverkehr ohne ende. zum glück haben wir mittlerweile schon etwas übung mit der breite von unserem grünen ungetüm, trotzdem: als wir endlich an den zielkoordinaten ankommen, atmen wir erleichtert auf. jetzt ein kühles bier!

sie haben ihr ziel erreicht!

Sonntag, 11. Mai 2014

canyonrafting für fortgeschrittene

na, bald ist es geschafft: wir sind ganz geschafft, die arbeit ist fast geschafft, der erste urlaub steht vor der tür. eine kleine woche noch ... wir nutzen die verbleibende zeit und erkunden die fernere heimat. wer weiß schon, welche schätze da liegen. der wind hat in der nacht nicht nachgelassen und er treibt dunkle wolken vor sich her. mal sehen, wann wir nass werden.


wir folgen heute einem kammweg.

kammwege haben einen nachteil: sie liegen oben, wie kämme das nun mal so an sich haben. also heißt es erstmal: höhenmeter machen. die gps-koordinaten brauchen eine weile, bis sie uns finden, daher irren wir zunächst eine weile herum und nehmen sicher rein aus zufall den steilsten anstieg zum kamm unter die füsse. aber was soll es, einmal oben genießen wir die aussicht.


beim ersten schauer ducken wir uns unter eine gruppe junger buchen und machen es uns auf einem morschen baumstamm bequem. so ein regenschauer kann durchaus etwas schönes sein.

der wind treibt den regen schnell weiter, wir kriechen aus unserem versteck und schlagen einen weg ein, der uns in einen herrlichen talgrund führt. der munter plätschernde bach wird durch einen kleinen steindamm zu einem waldteich gestaut und am ablauf des teichs, kurz bevor das wasser über kleine kaskaden auf die ursprüngliche bachtiefe zurück hüpft, haben sich kaulquappen mutig vorgewagt. beim nächsten pegelanstieg dürfte das bachwasser sie holterdipolter über die steinstufen spülen. canyonrafting für kaulquappen. die viecher nötigen uns respekt ab.


bevor uns der regen endgültig erwischt und uns die dusche erspart, genießen wir noch einmal den blick in die landschaft. wirklich schön hier.


Sonntag, 4. Mai 2014

warmlaufen

eine gute vorbereitung ist die halbe miete. deshalb hat das fluchtwägelchen vor kurzem neue bremsbeläge (was, schon wieder!?) und frisches öl gekriegt und wir neue socken und eine topografische karte, damit wir wissen, wo es lang geht. in zwei wochen sind wir im lake district. ganz einsam und abgelegen, nur natur und ein pub (und das fluchtwägelchen natürlich) um uns herum.

so, heute gilt es also, nicht nur die bremschen warmzufahren, sondern auch die socken einzulaufen. also los.

frisch gewaschen, nicht wahr?
die gegend hier ist unter anderem bekannt für ihre kastanienhaine. wir sind noch keine fünf minuten unterwegs, als wir bereits die erste rast einlegen, um die alten mächtigen bäume zu bewundern.


bis in den kastanienwald hinauf ziehen sich die kleinen gärten, in manchen von ihnen leuchten orange-blühende rhododendrenbüsche. es ist eine wahre pracht.

hinter den gärtchen liegen versteckte pfade, ordentlich durchwühlt von kräftigen wildschwein-schnäuzelchen. nachts wollten wir denen nicht begegnen, in diesem urwald kämen wir auf keinen baum rauf.


sind wir hier wirklich kurz vor der haustür? oder im dschungel? oder im greenlaning-paradies?

warum in die ferne schweifen?