schon am nächsten tag ziehen wir bei strahlend blauem himmel los (wofür haben wir eigentlich die langen unterhosen ...?). wir zielen heute die berge richtung norden an. wie in england üblich gehen die öffentlichen fußpfade nicht etwa über doll ausgebaute forstautobahnen, sondern quer über viehweiden samt viehherden und die bäche queren nicht etwa brücken, sondern da müssen wir schon zusehen, wie wir trockenen fusses rüber kommen. so tauchen wir direkt nach verlassen unseres inn's tief in die landschaft des lake district ein.
auf dem bergkamm angelangt, fallen die ersten regentropfen. etwas abkühlung tut jetzt durchaus gut. aber noch bevor wir uns unter die nächsten felsbrocken ducken können, zieht der regen bereits ab und die sonne kommt wieder raus. ein ordentlicher wind bläst hier oben und kräuselt das wasser des bergteichs. woher kommen eigentlich die vielen kleinen fische hier oben?
für den rückweg wählen wir die route, die die wandergruppe heute morgen für den aufstieg eingeschlagen haben. wir haben sie nicht beneidet, der pfad stieg steil an. jetzt fällt er steil ab. und wie. jetzt bitte keinen steinschlag.
am nächsten tag folgen wir einem weg nach süden. hoch über wast water führt uns der pfad und wir sind etwas kurzatmig unterwegs (die höhenluft, die höhenluft ...). die herrlich ausgebaute brücke kommt uns für eine kurze rast und zum verschnaufen gerade recht.
erstaunlich, wie moorig es auf der höhe ist. zuweilen müssen wir große umwege um sumpfige flächen machen, wir würden sonst bis über die knöchel im morast versinken. es ist wieder absolut still und unsere grauen bürowände haben wir schon längst vergessen.
vor uns liegt burnmoor tarn und am anderen ufer des sees können wir eine lodge ausmachen. schon von hier aus ist sie nicht zu übersehen, wie groß ist sie tatsächlich? wie kam sie dorthin? und wie kommen die lodge-besucher zur lodge?
liegt die antwort beim pub-besucher dieses abends? jäh wird plötzlich die stille im beer garden gestört, ein hubschrauber ist im anflug. da wird doch in den bergen nicht etwa ein unglück passiert sein?
wir ziehen uns wieder in die stille zurück, das tal im nordwesten wollen wir erkunden. wir passieren wieder ein schafgatter, bewundern einen kleinen wasserfall, queren über steine hüpfend den bach und halten inne: die tiefe stille ist schier greifbar. das hier, das ist entschleunigung pur.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen