Sonntag, 18. Mai 2014

anreisen

es ist ja nicht so, dass england gerade um die ecke liegt. um dorthin zu kommen, ist doch einiges an reiseaufwand notwendig. die erste etappe führt uns daher nach rotterdam zum europoort. der europoort liegt nicht etwa auf dem fussgängerboulevard von rotterdam, sondern ein ganzes stück draußen. wir passieren einige treibstofflager (allerdings keine einzige tankstelle, komisch) und fragen uns schon, ob wir noch richtig sind, als endlich der abzweig zum p&o-fähranleger auftaucht.


ruckzuck sind wir eingecheckt und kaum haben wir die klappstühle ausgepackt, um gemütlich eine käsebemme zu verzehren, geht es auch schon auf die fähre. etwas mulmig wird uns, als wir diese waghalsige konstruktion unter die räder nehmen.


unser erster spähgang auf dem schiff ergibt: wir sind hier nicht auf einem kreuzfahrtdampfer gelandet. aussichtsplattformen und sonnendecks sind rar gesät und windumtost. wir ziehen uns in die bar zurück und stimmen uns auf die kommenden tage ein.


nach einer ruhigen überfahrt geht es frühmorgens in hull vom schiff. "links fahren! links fahren!", so schwören wir uns ein. vor dem ersten überholvorgang ist uns etwas mulmig, aber wir können ganz unbesorgt sein, erstmal geht es über dual carriageways gen westen und dann nach norden. die dieselpreise lassen uns dagegen schlucken. das sind preise in britischen pfund, wir wagen gar nicht, das in euro umzurechnen. mit dem suppenlaster wären wir jetzt definitv günstiger unterwegs, aber der schlummert zuhause in der garage.

dann geht es ab in die western lakes und die straßen werden schmaler und die steinmauern höher. einem dringenden bedürfnis folgend biegen wir in das nächste sträßchen ab (nach rechts, als zusätzliche herausforderung!). etwas eng ist das hier, aber auch traumhaft schön!


weiter geht es ... das navi sagt plötzlich: bitte in die nächste straße abbiegen. wie bitte? da ist gar kein straßenschild, nur so ein blaues, auf dem steht "not suitable for HGVs". sind wir ein HGV? wir ziehen die straßenkarte zu rate: das ist schon richtig, ist halt eine kleine abkürzung über ein ministräßchen. hätten wir selbst navigiert, hätten wir das wahrscheinlich auch ausgewählt. hinter uns sind mittlerweile zwei weitere autos. wir lassen sie passieren, so falsch können wir nicht sein. steil steigt das sträßchen an, sehr steil ...


was für ein traum! wir kommen ganz hoch hinaus!


aber wasdale liegt nicht auf einem berg, sondern in einem tal. also geht es gleich wieder runter. wieder sehr steil und sehr anstrengend, denn es ist nach wie vor eng, noch dazu rumpelig, die straße beliebt und wir haben einige mühe, den natürlichen fortbewegungsdrang des jeepchens im zaum zu halten. mittlerweile ist es auch ordentlich warm geworden. sind wir wirklich in nordengland gelandet?

endlich der abzweig zum zielort, aber immer noch 14 kilometer zu fahren. diese kilometer fordern uns nochmal alles ab. enge hopselstraße und gegenverkehr ohne ende. zum glück haben wir mittlerweile schon etwas übung mit der breite von unserem grünen ungetüm, trotzdem: als wir endlich an den zielkoordinaten ankommen, atmen wir erleichtert auf. jetzt ein kühles bier!

sie haben ihr ziel erreicht!

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