Sonntag, 29. Mai 2016

es rollt wieder!

vor monaten hatte ich das mountainbike mit platten reifen im keller abgestellt und seit da drückt mich der gedanke, dass ich mich einmal kümmern müsste ... na gut, die letzten beiden tage hatte ich im garten verbracht, der rasen war gemäht, jetzt gab es keine ausrede mehr. ich schlich in den keller, schraubte das ventil auf - und hatte das ganze ding in der hand. da konnte ja keine luft halten. alles schön wieder festgedreht, luft rein, voila! es konnte losgehen.

das gelände vom arboretum war einmal ein militärflugplatz gewesen. als die startbahn west gebaut worden war, wurde das arboretum als "ausgleichsfläche" angelegt und ist zu jeder jahreszeit einen besuch wert. erst vor kurzem sind wieder ein paar neue wege und sogar ein karusell mit wunderbaren kuhfiguren dazu gekommen. die kinder hatten ihren spaß daran, die eltern weniger, weil sie anschieben mussten. ich genoss eine kleine pause und die wärme.

diese alten sandbleche kommen mir auch bekannt vor: typische hinterlassenschaften von alten militäranlagen. die sind bestimmt bei den bauarbeiten aufgetaucht und da liegen sie nun herum.

Donnerstag, 26. Mai 2016

was man unterwegs so alles findet

pünktlich zur rückreise war das sonnenwetter zurück gekommen. ich ließ mir zeit, fuhr ein ordentliches stück über land und machte den einen oder anderen stop, um ein paar dosen zu suchen.

hochheiliger feiertag in bayern: fronleichnam! zum glück hatte ich gestern noch den tank gefüllt, denn heute hatte nicht eine tankstelle geöffnet. dafür waren die fronleichnamsprozessionen unterwegs und so blieb mir in diesem kleinen örtchen kurz vor nördlingen nichts anderes übrig, als die prozession zu umfahren. eine silberne sportwagenflunder wollte es mir nachmachen, hatte aber mit den zahlreichen schlaglöchern ein wenig mehr aufwand als ich.

navigieren mit luftlinie ist nicht immer das gelbe vom ei. oder doch?

schön versteckt im idyllischen wald sollte eine kleine, verlassene bunkeranlage liegen. ich war gespannt.

voila, da waren sie, die bunker. so entkernt hatte ich eine anlage auch noch nie gesehen. es waren nur noch die betonhüllen zu sehen. vorne und hinten offen, ich vermute, dort waren stahltüren gewesen, die abgebaut worden sind.

und noch etwas neues: das ist der kreisrunde weg, der alle bunker miteinander verbindet. von einer geschlossenen aspaltdecke mit flankierender betoneinfassung war hier nichts mehr zu sehen. eine sauber aufgeräumte bunkeranlage.

in bayern lässt sich gut greenlanen.

ich hatte auf dem navi einen ort namens "munasiedlung" entdeckt und den blinker gesetzt. aber weit kam ich nicht, die zufahrt war von der military police bewacht: amerikanische kaserne. bestimmt hatten sie schnell wieder meine fahrzeugdaten gecheckt und gesehen, dass es sich bei mir um eine alte schnüfflerin handelte. also fuhr ich wenige meter weiter und machte mich auf den weg zu einem anderen lost place.

das alte bahnwärterhäuschen war schon beinahe zusammengefallen.



Mittwoch, 25. Mai 2016

streifzüge durch die fuggerstadt

von der wärme des vergangenen wochenendes hätte ich mir ganz ganz viel einpacken sollen, denn als ich nach augsburg weiterreiste, kam der regen und die kälte. bibb. ich hatte zwar die handschuhe in den rucksack gepackt, aber traute mich ende mai dann doch nicht, sie für einen stadtbummel auszupacken und anzuziehen. dabei hätte ich sie echt gebraucht.

die fuggerei - der erste soziale wohnungsbau. im viertel ist es wunderbar ruhig, wir streiften durch die gassen und schauten uns an, wie die wohnungen heute ausgestattet sind und wie sie früher waren.

ganz unspektakulär führt eine treppe hinter diesem türchen in einen ehemaligen luftschutzbunker. dort sind nicht nur die bunkerräume zu besichtigen, auch die geschichte der zerstörung und der wiederaufbau von stadt und fuggersiedlung sind gut beschrieben. im bunker war es nur wenige grad wärmer als draußen. bibb.

wir hatten uns im foyer der augsburger puppenkiste aufgewärmt und streiften weiter zu den wassertürmen.

irgendwo hier unten war eine kleine, gut getarnte dose versteckt, aber der nächste regenschauer trieb uns weiter. man braucht doch immer wieder einen grund, wieder zu kommen, nicht wahr?

im innenhof des fuggerhauses steht dieser wunderbare baum. eine oase der ruhe mitten in der stadt

ah, die sonne kam raus! wir schnappten uns unsere bücher und setzten uns in den nächsten biergarten. kein bier vor vier - das gilt nicht im urlaub. prösterle!


Sonntag, 22. Mai 2016

schöne aussichten

auf dem weg nach bayern machte ich eine stippvisite im schwarzwald. strahlend blauer himmel begrüsste mich. endlich!

"wenn nichts mehr geht, geh laufen", so heißt die alte läuferweisheit. stimmt, laufen macht den kopf wirklich frei, aber ich bin noch nie gern gelaufen und laufe heute noch nicht gern. also fuhr ich auf meinen lieblingsberg in der baar, auf den fürstenberg. der ausblick von dort ist immer noch überwältigend.

ich war lange nicht mehr auf dem fürstenberg gewesen und jetzt war ich nicht nur der aussicht wegen gekommen, sondern auch, um die hinweise für die lösung eines multicaches zu suchen, der oben versteckt war. und - da schau her - in der kapelle fand ich den letzten hinweis, konnte mich in der sonne aufs bänkchen setzen und die finalkoordinaten ausrechnen.

drüben am feldberg lag in den schattigen ecken noch schnee und ab und an wehte eine kalte brise rüber. ich spazierte in den wald und schaute nach, ob die kaulquappen noch in den pfützen im wald waren, die ich anfang april entdeckt hatte. leider fand ich keine spur der quappen. nächstes frühjahr geh ich gleich mit eimer los ...

Samstag, 14. Mai 2016

vorbereitungen für november

es war ordentlich kalt geworden, aber wenigstens fegte nicht ein regenschauer nach dem anderen über den himmel und so packte ich meinen rucksack und machte mich auf in den taunus. die suppenwanderung für november stand ja schon ganz grob, jetzt wollte ich die gesamte strecke einmal abwandern.

das grün im mai ist irgendwie das allerschönste. der wind pfiff durch das frische laub und die vögel gaben ihr konzert. ansonsten: kein mensch unterwegs.

im januar, als ich zuletzt hier war, lag noch schnee. jetzt blühten weißdorn und holunder, die insekten summten in den büschen.

wir hatten die strecke im januar ja schon grob geplant und sind ein stück gelaufen, anfang märz haben wir die zweite hälfte erkundet. jetzt ging es an den feinschliff: wo könnten wir noch die eine oder andere schleife einbauen?

dieser pfad ist noch nicht einmal auf dem gps-gerät eingezeichnet, dabei ist er so schön. ich stellte mitten drauf meinen dreibein-hocker auf und machte eine kleine rast.

dieser pfad ist eine neuentdeckung. im januar sind wir noch unten durchs tal und dann mühsam wieder bergan gelaufen. hier war das wandern der reine genuß.

im letzten viertel geht die strecke über eine herrliche wiese. nach links lässt sich dann ganz weit schauen, im dunst ist der donnersberg gerade noch so zu erkennen.

ab durch die mitte.

der wind pfiff ordentlich kühl über das freie feld, da war es im wald geradezu wieder kuschelig ruhig.

das alte schwimmbad hatte ich auch einmal durch geocachen kennengelernt. jetzt nahmen da nur noch zahlreiche molche ihr bad.

geschafft, ziel erreicht! einkaufen, heim, sofa.

Sonntag, 8. Mai 2016

zum offenfahren ist es fast zu warm

nach dem jeeptreffen sollte es gemeinsam zu den ransel classics gehen, einem bergzeitrennen für klassische autos. aber nach und nach verschwand ein jeep nach dem anderen aus dem konvoi und zuletzt machte ich mich allein auf den weg über die wiesen zum zeileinlauf.

hätten wir das gewusst, wären vielleicht ein paar mehr jeeper mitgekommen: wir hätten bequem bis zur strecke vorfahren können.

ich kam gerade rechtzeitig, als alle autos sich aufreihten, um zum start zu rollen.
da gab es ordentlich was zu sehen.
in der sonne hielt ich es nicht allzu lange aus und so machte ich mich langsam auf den heimweg. aber selbst mit fahrtwind musste ich mich ab und an im schatten abkühlen.

die farben des rapsfeldes kommen trotz der mega-mückenflecken auf meiner scheibe ganz ordentlich zur geltung.

Samstag, 7. Mai 2016

bunkerschnüffeln ganz intensiv

letztes jahr bin ich durchs geocachen auf den bunker des alten warnamtes aufmerksam geworden. schnüffeln ging da natürlich nur von außen. als dieses jahr dann die einladung kam, den bunker von INNEN zu besichtigen, habe ich keine sekunde gezögert: das muss ich sehen!

das bunkergelände wird heute als pfadfnderzentrum genutzt. der große saal wäre perfekt für veranstaltungen gewesen, wenn nicht die brandschutzauflagen gewesen wären: ein zweiter notausgang? unmöglich, die bunkerwände sind 3 meter 50 dick.

vom landkartenraum aus kann in den großen raum runter geschaut werden. dort hatte sich eine tafel befunden, die spiegelverkehrt beschrieben werden musste. damit da nicht alles kreuz und quer ging, hatten die schreiberlinge eine kleine hilfestellung, sonst wär noch mehr als nur links und rechts verwechselt worden ...

auf dieser tafel konnten die ergebnisse der verschiedenen mess-stationen angezeigt werden. die messergebnisse kamen per telexstreifen und mussten manuell über einen ziffernblock eingetippt werden. ausserdem konnten auf die tafel transparente folien aufgelegt werden, auf denen beispielsweise die militärischen anlagen des gebiets eingezeichnet waren. also, diese folie hätte ich ja auch gerne.

ein zentrales schaltpult. das war bestimmt auch intuitiv bedienbar.

allzu lang dürfte die luft hier drin nicht frisch geblieben sein. ganz zu schweigen von den schnarchgeräuschen ...

der kühlraum zur lagerung der delikatessen: der EPAs, der einmannpacks, die noch immer mit den betonharten keksen bestückt waren.

mit dieser anlage konnten die hydraulischen schleusentore gesteuert werden.
hinter diesem schleusentor hielt man sich besser nicht auf, sonst konnte es ganz schön eng werden.

der eingang des bunkers war abischtlich verwinkelt gebaut, damit die druckwelle sich im labyrinth verlaufen konnte und nicht mit der gesamten wucht auf die schleusentore geprallt wäre. ob das wohl geklappt hätte?

Sonntag, 1. Mai 2016

1. mai mal ganz anders

der 1. mai ohne mich am mammolshainer berg? das mammolshainer apfelblütenfest ohne mich an der kuchentheke? ja, dieses jahr sprang ich über meinen schatten, stand um kurz nach sieben in der früh auf, packte das wander- und cachezeug zusammen und sah zu, dass ich noch vor den straßensperrungen unterwegs war. tolle idee, dachte ich, als es bereits zu spät war: nix wärs mit wandern, cachen und anschließend aufs sofa fläzen, denn vor vier käme ich auch nimmer heim.

vor schreck fuhr ich erstmal in die falsche himmelsrichtung. nach nordwest statt nach nordost. unterhalb des feldbergs rutschte das thermometer unter 5 grad. oh je! ich warf einen blick auf das gps-gerät: ah, da lag eine kleine dose in einem bunker auf der strecke, dann passt das doch. ich parkte und näherte mich den koordinaten, schlüpfte unter einen weißdornbusch. und wo lag jetzt die dose? etwa da unten?

da unten!

ich erreichte bei schönsten sonnenwetter mein eigentliches ziel: den verlassenen bahndamm der solmstalbahn.

der alte bahndamm war für mich die beste art, durch die gegend zu streifen, denn so vermied ich es, den grüppchen 1.-mai-wanderer zu begegnen, die zahlreich und schwatzend durch den herrlichen frühlingstag zogen. möglichst unauffällig überquerte ich das neu hergerichtete viadukt und tauchte ins gebüsch.

"team lockentoni" hatte hier eine dosenserie gelegt, die mich ein stück entlang der alten strecke führte.

am fuß des alten bahndamms rauschte die solms durch saftig grüne wiesen.

alle paar hundert meter gab es eine dose zu suchen. die biester waren teilweise gut versteckt und ich hatte alles andere als langeweile.

im frühen nachmittag war ich zurück am jeepchen. die sonne hatte mächtig eingeheizt und ich öffnete das dach. open air! jetzt ein stück kuchen oben in braunfels ... aber braunfels war rippelrappelvoll mit besuchern, kaffeetrinkern und autos. das wollte ich mir nicht antun. wenn ich in den rückweg ein paar umwege einbauen würde, dann käme ich gerade zur öffnung der streckensperrung vom radrennen wieder daheim an ...

ein paar umwege ist gut! ich kurvte ordentlich durch den hintertaunus, die sträßchen dort sind aber auch mehr als verlockend und schließlich gelangte ich auch noch an die bunkeranlage des ehemaligen warnamts, die ich nächsten samstag ganz offiziell besichtigen würde. auftrag erfüllt, heim!