Dienstag, 28. Juni 2016

auf sand gebaut

heute konnte mich nichts mehr davon abhalten, meine geplante tour durch den bunkerwald zu machen. ausser regen vielleicht?

kaum war ich von der autobahn abgebogen, fing der regen an und wurde stärker und stärker. was tun? umdrehen? weiterfahren und shoppen in mannheim? ich richtete mich erst einmal gemütlich im berlingo ein und machte ein nickerchen. na also, es wurde heller und nach einer halben stunde konnte ich mich aufs rad schwingen.
mein ziel war der bunkerwald zwischen hüttenfeld und viernheim. zum glück waren hier auch ein paar dosen versteckt, sonst wäre es nicht so einfach gewesen, die bunker aufzuspüren. wie ich später sah, lag die ehemalige zufahrt zum gelände viel weiter südlich und war schon gut zugewuchert.

an den alten teersträßchen konnte ich mich ganz gut orientieren, auch wenn sie stellenweise kaum noch unter dem moos zu erkennen waren.

sitzgelegenheiten für ein päuschen waren freilich mangelware. da musste ich schon improvisieren.

ah, endlich ein offener bunker. ich zückte die taschenlampe und näherte mich ...

... leer. und fast wie sauber ausgefegt.

nicht alle bunker waren gut zugänglich, manche waren auch einfach zugewachsen.

in case of emergency call ... in einer meiner cachebeschreibungen stand, dass hier einmal allerhand kampfstoffe gelagert worden sind. aber mittlerweile sei alles gut durchlüftet, so dass keine gefahr einer gasvergiftung mehr bestehe. wie beruhigend!

noch einer.

der hier war größer als der, in dem ich vorhin war. dort war nur ein großer raum gewesen, hier ist die decke mit pfeilern gestützt.

auch vollkommen leer.

am nördlichen ende der anlage standen noch die alten betonpfeiler der umzäunung. als ich später nach mannheim fuhr, sah ich, dass dort entlang der straße sogar noch die zaunelemente befestigt waren.

die wege zogen sich in gleichmässigen abständen durchs gelände, immer schön im rechten winkel. so zirkelte ich immer im wechsel links - rechts zurück zum wartenden berlingo. jetzt hatte ich sogar noch zeit, um ein bissel in mannheim zu shoppen.

Montag, 27. Juni 2016

im lieblingstaunus

kurzfristig musste ich meine pläne ändern: statt in bunkern zu schnüffeln, fuhr ich zum zahnarzt. ich hatte mir an der frühstücksbanane ein stück zahn heraus gebrochen. das bot mir DIE gelegenheit, nachmittags den taunus ein weiteres stück zu erklimmen. die tour wurde so schön, dass ich nicht mehr den finger vom auslöser bekam und hier jetzt ne ordentliche menge fotos folgen :-)

das thermometer zeigte 18 grad, gerade richtig für eine biketour. ich parkte den berlingo an der hohemark, wartete einen kurzen regenschauer ab, dann ging es los.

ruckzuck gewann ich an höhe. ich liess es langsam angehen und kurbelte im kleinen gang bergan. im gegensatz zum wochenende war kaum jemand im wald und es war ganz still. nur der wind rauschte in den bäumen und unter meinen reifen knirschte der kies (lieber da, als zwischen meinen zähnen ;-) ).

wunderschön anzuschauen: der blühende fingerhut am wegesrand.

ich schob ein stückchen einen steilen wall hinauf und traf oben auf eine der zahlreichen freeridestrecken, die sich durch dieses waldstück ziehen. es sind schöne strecken, aber teilweise knackig steil, das traute ich mir noch nicht zu.

die altenhöfe, eine vorgeschichtliche (gibts sowas überhaupt?) befestigung. die anlage gehört zum heidetränk-oppidum, es zieht sich beiderseits des urselbachtals über zwei höhen. so, genug heimatkunde für den moment, ich musste weiter. da hoch.

ich warf einen blick zurück.

die gedenkstätte "unbekannter flieger 1944" liegt versteckt auf einem der wälle der altenhöfe-befestigung. viele jahre hatte ich es nicht mehr besucht gehabt und beinahe vergessen, wo es liegt. es ist ein ganz stiller platz, an dem sich gut denken lässt.

wenn ich schon so weit gekommen war, würde ich es auch bis zur weissen mauer schaffen. entspannt rollte ich weiter.

auf gehts. da vorne links liegt die weisse mauer.

zur weissen mauer zitiere ich wikipedia: "Die Weiße Mauer nahe Oberursel im Taunus ist ein in der Eiszeit entstandenes Quarzit-Feld am Altkönig, das durch Frostsprengung entstanden ist." es ist einer meiner lieblingsorte.

ich schulterte das bike. erstens war ich hier im strengen naturschutzgebiet und zweitens war auf den groben und teilweise wackeligen steinblöcken biken nicht wirklich angesagt. selbst schieben wäre zu mühsam gewesen.

und dann konnte ich nicht mehr aufhören, zu knipsen.



die aussicht von hier oben war ein traum.


der zugang zur weissen mauer ist nicht immer auf anhieb zu finden. an diesem baum konnte ich mich aber perfekt orientieren.

höher hinaus wollte ich heute nicht mehr. ich radelte noch ein kurzes stück bis zum einstieg in den haderweg hinauf und dann gings auf den rückweg. der haderweg hat es immer in sich, er ist im mittleren abschnitt ein tief eingeschnittener hohlweg, gespickt mit großen steinbrocken. steil ist er sowieso. die waldarbeiten vom letzten jahr und die heftigen regenfälle von diesem jahr haben ihn vollgespült mit losem, grobem geröll. ich ging auf nummer sicher und schob über die schlimmsten stellen bergab. sicherheit geht vor. morgen wollte ich schließlich noch zum bunkerschnüffeln.

Sonntag, 26. Juni 2016

da funkt nix mehr

ich gebs ja zu: ich bin auch einer der hitzejammerer. 25 grad reichen mir vollkommen. nachdem ich am freitag also unter größten mühen und waren sturzbächen von schweiß meinen rasen gemäht hatte, freute ich mich beim aufwachen heute morgen umso mehr darüber, dass es mich fröstelte. perfektes wetter für draußen!

zwischen frankfurt und bad vilbel liegt rechts der straße das musterhauszentrum. und links davon ein weitläufiges gebiet, in dem ich noch nie war. "heiligenstock". schon lange vermutete ich dort etwas besonderes, etwas altes, etwas spannendes. und heute wollte ich mir das ganz genau anschauen. ich parkte den berlingo und machte mich über die felder auf den weg zu den in eineinhalb kilometer luftlinie entfernten gps-koordinaten.

ich zirkelte links und rechts durch die felder, folgte kleinen, grasüberwachsenen spazierpfaden und traf auf ein waldstück, das von diesen merkwürdigen betonpfeilern flankiert war. was ist hier einmal umzäunt gewesen? ich schlug mich durchs dickicht in den wald, konnte aber nichts weiter verdächtiges entdecken. rote johannisbeersträucher waren auf dem gelände, die beeren beinahe reif. war das ein aufgegebener schrebergarten gewesen?

das geheimnis des wäldchens konnte ich nicht lüften und ich war umso mehr erstaunt, als ich unter den weit ausholenden ästen des baumes am linken bildrand eine sauber gepflegte und bunt bepflanzte gedenkstätte entdeckte. an den baum waren zwei fotos eines jungen mannes geheftet. ich zog mich behutsam zurück. dieser ort war jemandem sehr, sehr wichtig.

ich näherte mich den zielkoordinaten und entdeckte im hohen gras merkwürdige betongebilde. startrampen für einen flug in den weltraum?

hier war einmal eine funkstation gewesen, die zugunsten einer stärkeren anlage aufgegeben worden war. waren diese sockel hier die befestigungen für die antennenanlage gewesen?

auch ein kleines bunkerchen verbarg sich im gebüsch.

dieser ort schien bei jungen leuten beliebt zu sein, nicht nur wegen der grafitti, auch zum gemütlichen beisammensein: neben der betonrampe in der wiese vorhin war ein alter blumentopf gestanden, der fein säuberlich als aschenbecher verwendet wurde, hinter diesem gebäuderest sassen vier junge frauen rauchend und genossen schwatzend ihren tag und schließlich sah ich noch zwei junge männer, die mit einer metallenen klappleiter durch die wiesen zogen.

ich hatte meine dose an den koordinaten gefunden und machte mich langsam auf den rückweg zum geparkten auto.

aber dann riss der himmel weit auf und ich richtete mich für eine halbe stunde in der wärme an einem der betonfundamente gemütlich ein. irgendwo rings um mich herum gab es eine menge von breiten und vielbefahrenen straßen, aber hier an diesem fleck war es wunderbar still.

immer wieder sah ich spaziergänger mit oder ohne hund, jogger, radfahrer. aber die felder waren so weit und die wege so verwinkelt, dass ich nur wenige minuten später wieder ganz allein auf weiter flur zu sein schien. herrlich!

Sonntag, 19. Juni 2016

brombeeren scheinen keine vegetarier zu sein ;-)

der regen scheint sich ausgeregnet zu haben. der erste trockene tag stand an. aber es war sonntag und somit rasenmähen tabu! welch ein glück. was also tun?

sieht es mittlerweile so in meinem garten aus? dann würde ich natürlich fluchen, dass ich nicht das sonntäglich gebot "der rasenmäher muss ruhen" gebrochen hätte und stattdessen einfach mit dem bike auf die walz gegangen war. aber wir malen den teufel mal nicht an die wand ...

nein, ich habe auch diese wiese nicht deswegen fotografiert, um mich daran zu erinnern, was auf mich warten würde - es war einfach wunderschön draußen.

das ganze panorama. und ganz da rechts, oben auf den berg, da wollte ich dieses jahr gerne noch hinkommen. deswegen lass ich das gras im garten wuchern, nur deswegen.

im gegensatz zu dienstag hatte das wasser etwas nachgelassen, aber auf dem kleinen pfad lief es uns noch immer entgegen. eine gute übung für unsere fahrtechnik. rutschige wurzeln? egal. matschige stellen, in denen wir versinken könnten? da kommen wir durch. aber brombeeren? gefräßige, auf unsere nackten radlerbeine fixierte brombeeren?

bei meinem plan, die höhen des taunus wieder zu erklimmen, ist die hünerbergswiese einer der meilensteine. ganz gemütlich nahmen wir sie in angriff und genossen den ausblick.

die alten eichen am wegrand sind bei jeder jahreszeit eine entdeckung. ich glaube, das letzte mal hatte ich sie im schnee gesehen. war das letztes jahr gewesen ? oh je!

geschafft! meilenstein erreicht! wow! zusammen mit einem anderen biker, der uns vorhin überholt hatte (sach mal, der hatte doch n e-bike, oder nicht?), genossen wir eine ausgedehnte pause in der warmen sonne, bevor wir unsere bikerunde um einen abstecher im garten erweiterten. die armen fische hatten hunger, und wie!

Freitag, 17. Juni 2016

ein geocacher kann auch mal pech haben

es sah danach aus, als hätte sich der letzte regenschauer für diesen tag verzogen, also holte ich das bike nochmal aus dem keller, auch wenn die stunde schon fortgeschritten war. raus, bewegung, frische luft tanken.

der regen hatte sich verzogen und alles pitschnass hinterlassen. vielleicht würde das bike heute ja wieder ein bissel sauber werden?

herrlich still war es auf den kleinen pfaden.

oben am hang dampfte es aus dem wald. mein gps-gerät meldete in wenigen hundert metern eine kleine dose. damit könnte ich mir den feierabend doppelt versüssen ...

... aber das biest war wohl selbst schon im wochenende. nach einer viertelstunde war ich des suchens müde und schwang mich wieder in den sattel. die kirchturmuhr hatte halb neun geschlagen, ich wollte mich auf dem direkten weg heim machen und fand dabei diesen wunderbaren pfad. pech muss der cacher haben, dann klappts schon mit den pfaden ;-)