im übelsten starkregen machte ich mich auf den weg zum jeeptreffen nach singhofen. als ich von der autobahn abgefahren war und über die taunushöhenstraße rollte, hatte der regen nachgelassen und dicke, dampfende nebelschwaden hingen im wald. ach, was ein anblick ... ach ... äääähhhh ... WO IST MEINE KAMERA?
in der schublade, im trockenen. wo sonst? super. also müsste heute die olle handykamera ran. ich würde ja ohnehin nicht viele fotos machen, oder?
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| also, EIN foto muss dann schon sein, ich setzte kurz den blinker und fuhr in diesen schon bekannten pfad. gar nicht mal soooo schlecht. |
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| der regen war zwei mal über uns jeepfreunde hergezogen und zuletzt verkrochen wir uns noch einmal auf einen kaffee in der bäckerei. schließlich war es zeit für den heimweg und ich kehrte nochmal kurz im wald ein. |
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| auf dem gps-gerät hatte ich eine unspektakuläre dosenrunde, aber noch einen hauch näher lag ein lostplace. nichts wie hin. und jetzt gab es keine ausrede mehr: die handykamera musste ran. maue bildqualität hin oder her. |
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| in der cachebeschreibung war ganz genau angegeben, wie ich zu den zielkoordinaten gelangen würde, aber natürlich hielt ich mich nicht dran und stand mitten in einem ganz bestimmt nicht öffentlich zugänglichen gelände. aber ich konnte nicht anders: ich staunte bauklötze. |
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| problem nummer 2: mein cache hieß nicht nur "stollen", die dose lag auch noch da drin. und jetzt dürft ihr dreimal raten, wo meine taschenlampe war. na? richtig: neben der kamera daheim in der schublade. super! ich versuchte also, mit der funzellampe vom handy den durchblick zu bekommen, aber spätestens an dieser rostigen türe, die da hinten rechts zu erahnen ist, verließ mich der mut, da ging es nämlich in ein kleines räumchen rein: mit dem funzellicht war kaum etwas zu erkennen. ich überlegte: nochmal kommen? besser ausgerüstet? wann? |
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| irgendwann hatten meine augen sich an das dunkel gewöhnt und ich traute mich tiefer in den stollen hinein. sogar die stockdunklen räumchen inspizierte ich. keine dose. der stollen war durch geröll verblockt, ich ging einen schritt weiter rein, leuchtete die wände ab ... juhu! da lag das döslein! erleichtert und zufrieden kehrte ich zu den gleisen zurück und folgte ihnen in die andere richtung, denn vom auto aus hatte ich einen bahntunnel gesehen - und mut hatte ich ja jetzt genug. |
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| frische luft zog durch den tunnel, wie lang mochte er sein? 200 meter? jedenfalls kam ich bestens ohne taschenlampe klar, erschrak aber nicht schlecht, als ich gerade in den tunnel eingetaucht war und plötzlich lauten straßenlärm hörte: direkt hinter dem tunnelausgang verlief die bundesstraße wieder parallel zu den gleisen. ich befand mich auf der stillgelegten strecke der aartalbahn zwischen diez und wiesbaden - und an dieser stelle wohl direkt unter der burg hohenstein. |
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| ein letzter blick zurück, dann kämpfte ich mich wieder durch die brennesseln und machte mich auf den heimweg. ich schwor mir: ab heute würde die alte ersatzkamera und irgendeine handtaschenlampe zur erweiterten standardaustattung im jeepchen gehören. oder ab morgen. oder übermorgen. oder ... ;-) |
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