Sonntag, 24. April 2016

ideale bedingungen im schneeschauer

was packe ich nur ein? sonnenmilch? lange unterwäsche? campingstühle? handschuhe?
nein, ich plante keine weltreise, ich wollte einfach nur in den vogelsberg zum motocross und der wetterbericht hatte schneeschauer und sonne gemeldet. immer schön abwechselnd. ich packte also einfach alles ein. viel hilft schließlich viel, nicht wahr?

nicht täuschen lassen, vor 5 minuten war hier dichter schneegraupel niedergegangen. wir mussten über die aufgespannten regenschirme linsen, aber laut streckensprecher waren die bedingungen ideal: nicht zu nass, nicht zu trocken.

nach den seitenwagen fuhren solomaschinen, die sprünge waren spektakulär (deswegen gibts auch keine fotos davon, ich musste schließlich gucken, gucken, gucken), danach quads, im zweiten durchlauf wieder die seitenwagen. uns wurde langsam kalt, wir pirschten langsam zum jeepchen zurück und warfen einen letzten blick auf die rennstrecke.

brrr .... heizung hochgedreht und sitzheizung auf stufe 2 - wir machten uns auf den weg nach büdingen. ich hatte dort noch eine dose im visier.

da schau her, wo sind denn die verbotsschilder hin?

wir wagten einen drive-inn, umkurvten ein überwuchertes gelände, in dem sich einmal ein mittlerweile längst geräumtes munitionsdepot der amerikaner verborgen hatte und fanden auf anhieb die dose.

um hier zu schnüffeln braucht es einen ganzkörper-brombeer-schutzanzug.

in einer kurzen, dringenden pause machten wir ein fotoshooting mit unserem tollen fotomodel :-) genug für heute. ab, heim.

Donnerstag, 21. April 2016

feierabendcachen im rheingau

bevor es am wochenende wieder kalt werden würde und oben auf den bergen sogar schnee fallen sollte, nutzte ich das traumwetter für einen kleinen ausflug in den rheingau. jetzt sind die tage schon wieder so lange hell, dass solch ein ausflug sogar unter der woche möglich ist.

von wegen drive-inn: weder hatte ich die motorsäge noch den tarnanzug im kofferraum, also stellte ich den dicken brav VOR diesem schild ab und nahm die eineinhalb kilometer zu den zielkoordinaten zu fuß in angriff.

am plätschernden ranselbach entlang zog sich das breite asphaltband bergan.

hier war eine alte zufahrt gewesen. in diesem tal befand sich ein weitläufiges stollensystem, in dem munitionsdepots untergebracht gewesen waren. die anlage war seit jahren verlassen, aber der zaun top in ordnung.

dieser weg ist schon lange nimmer genutzt worden und ich konnte auch nur durch den zaun den zoom und einen blick drauf werfen.

plötzlich tauchte links des weges ein kleiner schacht im fels auf. hier im wispertal hatte ich auf wanderungen immer wieder solche kleinen stollen gesehen. munition war hier bestimmt nie drin gelegen.

aha, ich näherte mich meinem ziel, die ersten lampenmasten tauchten auf.

herrje! und jetzt? natürlich würde ich meine kamera durchs gatter halten und somit INNERHALB des militärischen bereiches auf den auslöser drücken. no risk, no fun.

die wache, in der ich meine kamera hätte abgeben müssen, war heute nicht besetzt.

einer der stolleneingänge. verlassen sieht der nicht aus und an den lampenmasten sah ich videokameras installiert. wer weiß schon, ob das attrappen sind oder echte ... ich hielt es für besser, nur mit dem kamerazoom näher ran zu gehen.

das tal und die zufahrt sind durch diesen felsriegel vom wispertal abgetrennt. hat man in den siebziger jahren extra für diese stollenanlage den durchstich gemacht?

durch den tunnel zog die kühle luft vom wispertal in das höher gelegene ranselbachtal. bibb.

ich fuhr oberhalb von schlangenbad auf einen feldweg und bediente mich an der bierkiste, die seit dem besuch im bösen wolf im kofferraum stand. prösterle! der vollmond stand groß und tief über dem wald.

Sonntag, 17. April 2016

genauerer gps-empfang schützt nicht vor nassen füssen

ich habe mir ein neues spielzeug zugelegt, das nicht nur mit dem amerikanischen, sondern auch mit dem russischen satellitensystem arbeitet und das die position nicht nur blitzschnell ermitteln kann, sondern noch dazu äußerst genau. damit müsste ich nun nicht mehr ratlos um eine dose herumirren, weil mein gerät beim annähern an die ziellkoordination mit 6 metern abstand einfriert.

nachdem ich also während der letzten 2 tage jede freie minute dazu genutzt hatte, die unzähligen funktionen des neuen gps-geräts zu erkunden, sollte heute die generalprobe sein.

ich hätte besser wasserdichte socken angezogen.

ich wäre gerne noch zum wildseemoor gewandert, aber auf dem kaltenbronn mischte sich schnee in den regen. bibb. die nächste geocache-koordinate lag 40 km nördlich und etliche höhenmeter tiefer. nix wie hin.

seit gestern nahm ich ein leichtes schlackern im unterboden wahr, wenn ich vom gas ging. bildete ich mir eine unwucht ein oder war wirklich etwas nicht in ordnung? radlager? ich nutzte eine dringend notwenige pause, um mir die radschrauben anzusehen: tatsächlich, da waren drei lose. puh! schnell das bordwerkzeug gezückt und das problem gelöst. endlich war wieder ruhe!

wohin wohl führt ein solch sanft geschwungener und glatt asphaltierter weg mitten in einem wald, wenn er noch nicht einmal als kreisstraße gelistet ist? richtig: in eine militärische anlage. in diesem fall in ein längst verlassenes bundeswehr-depot.

auf meinem neuen spielzeug war noch keine detaillierte karte installiert und ich orientierte mich mit dem maßstab 1 zu 100.000. es hatte frisch geregnet und in meiner neugierde folgte ich dem ersten abzweigenden waldweg, der mich nicht sofort bis über die knöchel in den weichen boden einsinken ließ. ich landete überall, nur nicht da, wo ich hin wollte: in einem herrlich gepflegten gartengelände mit traumhaft frischem grass. nassem frischen gras. mir blieb nichts anderes übrig, als mich quer durch den wald zu den zielkoordinaten zu schlagen. unter jungen buchen hindurch, die gerade ihre frischen grünen blätter entfalteten und nur allzu gern die daran haftenden regentropfen auf mich herabfallen liessen. ich wurde pitschnass. und dann sah ich dieses ding. vorsichtig näherte ich mich. man weiß ja nie, was da drin so alles entsorgt wird.

dem geheimnis des wellblechloches ging ich nicht näher auf den grund. war es ein versteckter bunkereingang? unterhalb dieser werkzeughalle fand ich eine weitere vertiefung. sie war verfüllt mit alten autoreifen.

dieses frische grün ist einfach wunderschön!

die alten sandbleche. solche dinger hatte ich bereits einmal in einer geschleiften bunkeranlage südlich von frankfurt gesehen.

breiter weg, breite flächen links und rechts. waren hier bunker gestanden? lagerhallen?

mein blick wurde von diesem eigentümlichen stein angezogen. so etwas habe ich bisher noch nie gesehen.

ich hatte meine runde durchs depotgelände vollendet und machte mich auf den rückweg zum auto. dort würde ich hoffentlich ganz schnell wieder trocken werden.

kurz vor bruchsal zweigte ich noch einmal kurz von der bundesstraße ab. ah! ein paradies an kleinen feldsträßchen ohne verbotsschilder tat sich mir auf. ich hätte hier noch eine gute weile verbringen können, aber es zog mich nach hause.

und mit diesem erinnerungsbild finde ich das sträßchenparadies auch garantiert wieder!

Samstag, 16. April 2016

der schwarzwald liegt auch in schwaben

auf dieses wiedersehen war ich sehr gespannt: vor 14 jahren war ich zuletzt in den nordschwarzwald gereist, ich war stundenlang durch die wälder gewandert, habe mir böse blasen geholt, musste meine trinkflasche an brunnen im wald auffüllen und hatte die schönheit und stille der moore genossen. damals war mir nach den langen ruhigen stunden das städtische treiben von bad wildbad schon viel zu viel gewesen, obwohl es damals bestimmt auch schon wie ausgestorben gewesen war.

dieses mal ließ ich das ganze ein wenig ruhiger angehen.

manchmal ist ein dringendes bedürfnis genau das richtige, um an orte zu kommen, an denen ich ansonsten vorbei gegangen wäre. so landete ich im forum könig-karls-bad und spazierte staunend durch die alten badeanlagen.

auf der rückseite der kurstadt gab es dunklere ecken. und feuchte dazu.

mit der standseilbahn fuhren wir auf den sommerberg hinauf. der sommerberg begrüßte uns mit dichtem nebel, regen und windböen. und mit einem maroden hotel. ein riesiger kasten.

ob hier noch gäste beherbergt wurden? ich mag mir die summe, die für eine renovierung benötigt würde, gar nicht vorstellen: "haben sie angst vor großen zahlen?"
auf dem baumwipfelpfad duckten wir uns unter unsere schirme und trotzten dem regen und kalten wind. insgeheim träumten wir davon, im warmen cafe über einer tasse tee und einem stückchen torte zu sitzen.

je höher wir auf dem baumwipfelpfad kamen, der sich zum ende hin in einer spirale 40 meter in die höhe windet, desto lichter wurden die wolken und wir konnten uns sogar für kurze momente in der sonne wärmen.

auf dem rückweg vom sommerberg riß dann der himmel auf. sonne! warm! ab ins cafe!

ob hier noch frisiert wird?

kein verbotsschild! wir ignorierten die zusammengerostete und ins unterholz gefaltete schranke und machten einen kleinen ausflug in den wald.

da habe ich immer gedacht, der nordschwarzwald wäre schwarzwald. von wegen! das enztal liegt in württemberg, baden beginnt erst kurz vor kaltenbronn. hier schwaben, dort badener. hier protestanten, dort katholische. ts.

auf dem weg zum hohlohsee rauschte uns das braune moorwasser über mehrere gesteinsstufen entgegen. dieses gebiet ist in der planung zum nationalpark. die anwohner sind alles andere als begeistert.

ein moorwesen.

war der moorsee vor 14 jahren auch bereits so verlandet?

es war zu kalt, um länger in der stille zu verweilen, die nächste regenfront kam heran. wir machten uns weiter auf dem weg über die holzbohlen.

der wind pfiff eisig und die ersten tropfen fielen, aber auf den ausblick vom hohlohturm aus wollte ich nicht verzichten. mein gps-gerät zeigte oben exakt 1.000 höhenmeter an.

was für ein blick in die rheinebene!
schleunigst machten wir uns auf den rückweg zum auto und ins warme hotel. was würden wir morgen erleben?

Sonntag, 10. April 2016

so schlimm sind to-do-listen gar nicht

auf meiner dosensuch-to-do-liste befanden sich seit einigen monaten koordinaten entlang einer stillgelegten bahnlinie und von einem verschlossenen tunnelportal. nachdem ich die nichtverplante zeit an ostern mit intensivem relaxen verbracht hatte, wartete ich seither auf die richtige gelegenheit. jetzt war sie da: ich hatte mich mit einer freundin für eine tour in der wetterau verabredet.

das warten hatte sich gelohnt, ein traumwetter begrüßte uns. allerdings konnten wir jetzt auch nicht mehr mit schmackes über die wege brettern, ohne unser treiben durch eine kilometerweit sichtbare, meterhohe staubfahne zu verraten.

die wetterau begeisterte mich fast so sehr wie der bayerische spessart: verbotsschilder? fehlanzeige. hätten wir nicht noch ein paar dosen im programm gehabt, wir hätten stundenlang in den wäldern abtauchen können.

auf dem weg zur ersten koordinate fiel uns dieses bauwerk auf. ein wasserschloss? ein bunkereingang? ich hechtete nochmal ans auto zurück, um die taschenlampe zu holen und einen blick durch den spalt über der tür ins dunkel zu werfen, aber das rätsel blieb ungelöst.

dieses rätsel lösten wir dafür im handumdrehen.

wegen DIESEM blick war ich hierher gekommen, ich konnte das erste dosen-to-do als erfolgreich erledigt von meiner liste streichen.

auf dem alten bahndamm trotteten wir nach süden.


diese koordinate führte uns an ein altes viadukt. auf der straße brauste der autoverkehr vorbei.

plötzlich waren die daten für das südportal von meinem gerät verschwunden. hm. dann wenigstens "nur" ein foto schießen. erledigt. wir wandten uns um und stolperten über einen stein. was war das denn? da lag sie, die dose, deren koordinaten verschütt gegangen waren. glück muss der cacher haben! und daheim hab ich dann erstmal die sd-karte aufgeräumt, da ging wirklich kein fitzelchen mehr drauf.

letztes jahr war ich hier beim dosensuchen an einem alten bunker gelandet. jetzt fuhren wir fröhlich schwatzend richtung süden, querten ein waldstück, als bei mir im kopf laut hörbar die erinnerungszahnräder einrasteten: das war der wald mit dem bunker gewesen! lass uns doch mal gucken, ob der noch da ist. da lag er.

auf der ronneburg war ordentlich etwas los. paraglider, motorrad- und radfahrer, bummelnde familien. die burg IST aber auch einen besuch wert. wir ließen unseren blick weit übers land schweifen und uns von der sonne wärmen.

müde und zufrieden nahmen wir den rückweg in angriff. wir hatten einen wunderbaren tag erlebt und jede menge schönes gesehen. toll!