vor drei wochen war ich schniefend herumgelegen und hatte keinen fuß vor die tür gesetzt, jetzt holte ich meinen besuch im schwarzwald nach. besser hätte ich es kaum erwischen können: der frühling war offenbar endlich da, der schnee weg und ich fühlte mich pudelwohl.
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| der blick trügt. soooo ganz harmonisch war es oben auf der höhe nicht. die bauern nutzten das schöne wetter dazu, ihren mist- und güllevorrat auf die felder zu bringen. DIESES feld war bisher verschont geblieben, deswegen konnte ich es wagen, quer darüber zu laufen, um da oben zum waldsaum zu gelangen. dort setzte ich mich in der stille in die sonne und schaute den ameisen bei ihrem emsigen treiben zu. |
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| vereinzelt hielt sich der schnee noch. im wald. an schattigen ecken. drüben am feldberg sowieso. |
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| die kleine bank hatte ich letztes jahr entdeckt, sie ist offenbar nur für eingeweihte, denn kein weg führt zu ihr hin und sie ist auch nicht einsehbar. dennoch scheint sie gut besucht zu sein, denn im papierkorb lagen dosen, die alkoholische erfrischungsgetränke enthalten hatten und eine feuerstelle zeugte von gemütlichen abenden. ich setzte mich und freute mich über die wärme der sonne. ah, das tat gut! |
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| die wolken zogen vor die sonne und sofort wurde es kühl. ich spazierte weiter. am rand einer schneebedeckten waldlichtung stand eine mächtige kandelaber-fichte. |
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| eine schwarzwaldtour ohne die obligatorische wald-ausfahrt ist keine richtige schwarzwaldtour. das jeepchen war zuhause geblieben und ich fuhr den suppenlaster. die schmalen reifen eierten ein wenig auf dem aufgeweichten untergrund herum. |
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| der tank des suppenlasters war frisch gefüllt und nichts zog uns zurück. also erweiterten wir die schnüffeltour. ab ins wolfloch. |
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| im wolfloch hatte die schneeschmelze eine menge wasser in bewegung gesetzt. die pestwurz zeigte erste blüten, die pflanzen trotzten der starken strömung im bach. am ende des sträßchens angekommen, setzten wir noch einmal den blinker und fuhren in ein weiteres tal, das uns bisher unbekannt war. es gibt doch immer wieder neues zu entdecken. |
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| den heimweg schob ich noch für einen moment auf und fuhr auf einen stillen bergsattel, um zu sehen, ob ich unterwegs noch irgendwo eine dose bergen könnte. ich hatte mir in weiser voraussicht ein paar koordinaten von alten bunkern aufs gerät geladen und tatsächlich: da lag einer auf dem weg nach norden. |
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| in der rheinebene traf ich auf herrlichstes frühling-draußen-sein-wetter. eine menge radler und spaziergänger waren unterwegs und auf dem weg zur rheinstrandbar waren die autos schier bis zur bundesstraßenabfahrt geparkt. ich fand einen abgelegenen platz für den suppenlaster und marschierte durch die warme sonne los. ein verdächtiger, überwucherter fleck im frisch gepflügten feld entpuppte sich als gesprengter bunker. ich war auf dem richtigen weg. |
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| die bunker schienen hier in einer linie zu liegen, den nächsten konnte ich von den zielkoordinaten aus ebenfalls erahnen. ich marschierte um "meinen" bunker herum. wo war die dose? doch nicht etwa ...? ich hatte keine taschenlampe dabei. es half aber alles nichts und ich schlüpfte durch die niedrige öffnung ins innere. voila, found it! |
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| bunker 22. ich habe ein wenig recherchiert. offensichtlich gehörten diese bunker zu einer "luftverteidigungszone west", einer rückwärtigen verteidigungslinie des westwalls. |
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| was für eine nette warnung. hätte ich bis hierhin fahren dürfen / können? |
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| das wasser im brechtsee war glasklar. aber ich hatte kein handtuch dabei. und auch keine tauchausrüstung, ich stand hier nämlich am zugang für die brechtsee-taucher, hätte also als nicht-taucher ohnehin nicht baden dürfen. also machte ich mich endgültig auf den weg zur autobahn und nach hause. |
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