pünktlich zum abend klarte der himmel auf. statt mich bettfein zu machen, richtete ich die ausrüstung und legte die klamotten zurecht. zuletzt hatte ich so was während meiner discozeit gemacht und die liegt eine klitzekleine weile zurück - und da hatte ich auch garantiert keinen rucksack und warme wäsche eingepackt.
dreiundzwanzig uhr. es ging los. der mond begrüßte uns am nachthimmel und wir tauchten in den wald ein.
das mondlicht zauberte helle flecken auf den weg und in den wald. aus der ferne grübelten wir, ob vor uns pfützen oder lichte kreuzungen lagen, manchmal sah es aus, als ob im wald riesige weiße decken hingen und anfangs zuckten wir vor unserem eigenen schatten zurück. immer wieder jedoch blieben wir stehen und sahen ins silberne licht.
mitternacht. wir erreichten die hütte an der großen straßen- und wegkreuzung und machten, als ob nichts wäre, ein erstes picknick. mag jemand kekse? noch einen schnaps? bevor uns kalt wurde, zogen wir weiter. auf dem etwas erhöhten grasstreifen des weges balancierten wir an den riesigen pfützen vorbei, die der nachmittägliche regen aufgefüllt hatte. unten im dorf lärmte die jugend auf dem dorffest.
kurz vor zwei. für eine kleine weile spuckte der wald uns aus. jetzt ging es runter ins tal. bevor der mond hinter den bäumen verschwand, setzten wir uns für eine kurze pause mitten auf den weg und bestaunten den herrlichen nachthimmel. die sterne waren deutlich zu sehen und die milchstraße zu erahnen. es war traumhaft schön.
die hälfte der strecke hatten wir geschafft. vorhin hatten wir ein paar hundert meter landstraße zu laufen gehabt. im grunde kein thema, aber mitten in der nacht? wir hatten uns bereits im straßengraben geduckt, aber das auto bog dann doch ab. es gibt begegnungen, da verzichte ich nachts gerne drauf. wildschweine und fremde autos gehören da auf alle fälle dazu.
es war stockdunkel. der weg, den ich letzte woche ausgekundschaftet hatte, erwies sich als ungehbar in der nacht. es war nicht auszumachen, wo der weg begann, wo er endete. selbst das gps-gerät ließ uns im stich, die satelliten hatten uns verloren. ich schaltete das funzellicht der kleinen stirnlampe an. jetzt konnte es weitergehen und wir erreichten problemlos den talgrund.
halb vier: der himmel hellte sich im osten bereits auf. noch war es ganz still im wald, nur wir stolperten zunehmend müder über den weg. wir querten die landstraße und tranken einen letzten schluck wasser. ein auto kam auf der straße herangefahren und hielt plötzlich an, keine 100 meter von uns entfernt. wir machten einen schritt in das schützende dunkel der bäume und linsten zum auto hinüber. komische sache. wir machten uns besser aus dem staub und atmeten auf, als wir hörten, wie das auto sich entfernte. wer weiß, was da vor sich gegangen war.
vier uhr. wir hatten den wald verlassen, die bergkapelle lag vor uns. es wurde zunehmend heller und die erste krähe begrüßte laut den jungen tag. die luft war kalt und feucht, wir froren. als wir das auto erreichten, hatten auch die anderen vögel ihren gesang angestimmt. wir waren angekommen. wir hatten es geschafft!






























