Donnerstag, 4. Juni 2015

hitzewelle

mein erster besuch in marburg lag schon etliche jahre zurück: ich war damals auf dem rückweg von einer studienreise aus dem seinerzeit noch eingemauerten berlin gewesen und machte einen zwischenstop in marburg, um einen freund zu besuchen. das waren noch zeiten, als ich brav mit bus und bahn gereist war ...

jetzt wollte ich wieder einmal nach marburg, einfach, um zu sehen, wie es dort ist und so öffnete ich schon frühmorgens das dach und ließ die frische luft herein. allzulang würde sie nicht frisch bleiben, der wetterbericht hatte sonne pur angekündigt.


ich ließ mir sehr viel zeit, denn ich wollte erst zum mittagessen in marburg sein und so kurvte ich ganz entspannt über die kleinen sträßchen im hintertaunus. die temperatur stieg und stieg und irgendwann wurde es mir durch die sonne zu warm und ich schloß das dach. ich programmierte das navi auf den direkten weg und gab gas.


marburg hat es ganz schön in sich. man kann unten an der lahn auf den wiesen parken, allerdings ist das bei hochwasser nicht zu empfehlen, es sei denn, man ist scharf auf eine innen- und aussenwäsche. die altstadt ist steil, eng und verwinkelt, zu fuß kommt man da ganz schön ins schnaufen. aber dann gibt es ja noch das parkhaus mit dem verlockenden namen "oberstadt" ... ich musste es ein wenig suchen, aber schließlich stand ich vor der einfahrt. 1 meter 80 lichte höhe. hm. reicht das? es reichte. am klinkelbalken klingelte nichts. ist halt doch ein kleines jeepchen ... und das beste: im parkhaus geht ein aufzug ganz nach oben in die stadt. nix mit treppenklettern.

ich staunte, wieviele radfahrer den weg samt radel in die oberstadt gefunden hatten. klar, an der lahn lässt es sich schön rollen, aber das ganze gelerch hier hoch schleppen? wenigstens gehts nach unten fix.


gegenüber der stadt, auf der anderen seite der lahn trohnt der spiegellustturm. eine abenteuerliche anfahrt über vierspurige universitätsklinikzufahrten führt dort hin. der besuch lohnte sich. der ausblick von dort war einfach wunderbar.

übers land machte ich mich wieder auf den weg richtung süden. ein auge hatte ich immer auf dem navi, dünne strichelchen zeichneten sich ab ...


mittlerweile war es schon richtig heiß geworden und für die nächste rast setzte ich mich nur allzu gern in den schatten. von einem hügel im ebsdorfer grund aus ließ ich noch einmal meinen blick über die landschaft schweifen.


in butzbach fuhr ich einen umweg durch die ehemalige housing area. vor fünf jahren war ich hier mit dem rad zum schnüffeln gewesen und ich hatte mich bei einer riesigen trauerweide in den kühlen schatten unter die bis auf die erde reichenden äste gestellt. aber ich fand die weide nicht mehr wieder, in der housing area war sehr viel gebaut worden. ich verschnaufte nochmal kurz, dann machte ich mich auf den heimweg.