Montag, 30. Juni 2014

wörtlich genommen

kleine fluchten können auch ganz klein sein, oder? und wenn es eine kleine kleine flucht ist, reicht da auch ein kleiner fluchtwagen? wir haben zuviel gedanken im kopf, zuviel ja aber, zuviele fragen, zuviel von allem. spontan nehmen wir uns eine auszeit. raus aus den büroklamotten, rein in die wandersachen, wasser und bemme in den rucksack und ohne ziel in den wald. wir können uns kaum mehr daran erinnern, wann wir das zuletzt gemacht haben. die ruhe im wald ist ein traum.


die sonne wärmt herrlich und wir staunen, was uns alles auf und neben dem weg auffällt, wenn wir keiner bestimmten richtung folgen, keinem trainingsplan, keinem gespräch. wir bekommen eine ahnung davon, was entschleunigung bedeutet.


alles, was uns vorhin durch den kopf ging, ist wie weggeblasen und wir blinzeln zufrieden in die abendsonne. niemand stört die stille. arbeiten alle noch oder sitzen sie bereits vor dem fernseher und fiebern dem achtelfinalspiel entgegen? wir machen uns auch auf den weg, wir haben lust auf ein kühles bier bekommen.


Sonntag, 29. Juni 2014

fische im liebesrausch

im gartenteich ist die liebe ausgebrochen.

nachdem der fischreiher, nachbars katze oder die heimische ringelnatter den fischbesatz im teich drastich reduziert hatten, konnten wir es nicht mehr mit ansehen, wie das letzte verbliebene fischlein einsam seine runden zog. gut, vielleicht gibt es unter fischen auch einzelgänger und unser goldfisch war ganz zufrieden so. in den letzten tagen beobachteten wir jedoch, dass der fisch, kaum hatten wir den garten betreten, eifrig herangeschwommen kam. fühlte er sich allein und freute sich über unsere gesellschaft oder hoffte er schlichtweg auf eine sonderration teichsticks? wer weiß schon, was so ein fisch sich denkt.

wir dachten uns jedenfalls: so geht das nicht weiter und kauften zur weiteren belebung des teichs drei schmucke goldfische. schön vorsichtig entließen wir sie in das teichwasser und waren gespannt, wie die erste begegnung verlaufen würde. der "alte" fisch kam ganz nach seiner gewohnheit herangeflösselt, zog jedoch, als er die neuankömmliche sah, die notbremse und legte den rückwärtsgang ein. "kann gar nicht sein", hörten wir ihn flüstern, "einer der letzten futtersticks muss schlecht gewesen sein, ich halluziniere ...". wieder schwamm er heran und jetzt glaubte er seiner wahrnehmung und nahm kontakt auf ...

wir jedenfalls wissen jetzt: der alte fisch ist eindeutig ein männchen, zwei der neuen sind weiblich, denn unser "armer einsamer" ist fortan vom liebesrausch besessen und scheucht abwechselnd eins der weibchen nach dem anderen durch den teich. "anregung zu eiablage" sagt google zu diesem verhalten. na toll.

wir können jetzt nur hoffen, dass auch die mädels ihrer natur folgen und nicht etwa aus verzweiflung aus dem teich springen. zwischen unseren fisch-kontroll-gängen unternehmen wir daher nur kleine ausflüge in die nähere umgebung.


wir sollten meinen, wir kennen die gegend hier wie unsere westentasche. weit gefehlt. wir wissen, was vor uns liegt, was sich hinter uns befindet, dass unter uns der bach ist und über uns die anlage mit den alten ringwällen. aber von dem gewirr der wege hier haben wir null ahnung.


in die ringwallanlage verirrt sich selten ein wanderer und wir geniessen die stille. für das picknick suchen wir uns dennoch eine abgelegene stelle weitab vom pfad und beobachten die mountainbiker, die auf dem weg unter uns entlang rollen.


lange verweilen können wir nicht, so schön es hier auch ist. die kälte kriecht uns unter die jacken und zuhause im teich, naja ...

no risk no fun

wer hat schon angst vor dem alten fuchs?


Samstag, 21. Juni 2014

im frühtau zu berge

gibt es ein leben neben dem fussball? gibt es, aber maximal bis 18:00 uhr. also stehen wir mehr oder weniger früh auf und ziehen in die wälder: wir haben drei freie tage und bis auf unser vorhaben, zu fuss unterwegs zu sein, keinerlei pläne. wie schön ist es direkt vor unserer haustür?


schon bei unserer ersten tour wird uns klar: es ist voll schön. lange können wir diese herrliche aussicht zwar nicht genießen, denn der wind ist empfindlich kühl. nach der hitze beim letzten ausflug ist das allerdings die reinste erholung. trotzdem verzichten wir auf den gipfelschnaps und machen uns auf den weg ins tal.


wir haben eine menge ideen, wo wir wandern können und auf unseren touren kommen wir an die unterschiedlichsten stellen: dichte wälder, steile felsen, lauschige bachtäler, sonnenüberflutete wiesen, schmale pfade. es ist von allem etwas dabei.


unseren letzten tourentag krönen wir mit einer wanderung in den sonnenaufgang hinein. dafür verzichten wir sogar auf eines der fussballspiele und gehen früh zu bett, denn der wecker klingelt bereits um 2 uhr. während wir noch etwas müde in das schon trockene frühstücksbrötchen beißen, hören wir auf der straße die stimmen der letzten heimstrebenden nachtschwärmer. was machen wir hier um diese zeit? sind wir verrückt geworden? aber die stille draußen im wald, die ersten vogelstimmen und das licht der aufgehenden sonne machen alle mühen wett.


Montag, 16. Juni 2014

4 : 0

thomas müller ist für mich der deutsche ronaldo.

so, jetzt ist es raus.


Donnerstag, 5. Juni 2014

sommernacht

zu dieser jahreszeit ist es etwas beschwerlich, einen sonnenaufgang zu erleben: um gegen 5 uhr 20 zur stelle zu sein, dazu müssten wir den wecker wirklich arg früh bimmeln lassen. also machen wir es uns ein wenig einfacher und gehen abend los. schön ist es da auch.


die pfade, die wir im april und mai auf unseren garten- und teich-inspektionstouren entdeckt haben, verbinden wir heute zu einer gesamten route. auf dem höchsten punkt, den wir erreichen, gibt es traditionell den gipfelschnaps und einen kleinen imbiss. während wir die pause genießen, geht die sonne unter und dunkelheit breitet sich aus. wir lauschen in den wald und hören den ruf der käuzchen.