im gartenteich ist die liebe ausgebrochen.
nachdem der fischreiher, nachbars katze oder die heimische ringelnatter den fischbesatz im teich drastich reduziert hatten, konnten wir es nicht mehr mit ansehen, wie das letzte verbliebene fischlein einsam seine runden zog. gut, vielleicht gibt es unter fischen auch einzelgänger und unser goldfisch war ganz zufrieden so. in den letzten tagen beobachteten wir jedoch, dass der fisch, kaum hatten wir den garten betreten, eifrig herangeschwommen kam. fühlte er sich allein und freute sich über unsere gesellschaft oder hoffte er schlichtweg auf eine sonderration teichsticks? wer weiß schon, was so ein fisch sich denkt.
wir dachten uns jedenfalls: so geht das nicht weiter und kauften zur weiteren belebung des teichs drei schmucke goldfische. schön vorsichtig entließen wir sie in das teichwasser und waren gespannt, wie die erste begegnung verlaufen würde. der "alte" fisch kam ganz nach seiner gewohnheit herangeflösselt, zog jedoch, als er die neuankömmliche sah, die notbremse und legte den rückwärtsgang ein. "kann gar nicht sein", hörten wir ihn flüstern, "einer der letzten futtersticks muss schlecht gewesen sein, ich halluziniere ...". wieder schwamm er heran und jetzt glaubte er seiner wahrnehmung und nahm kontakt auf ...
wir jedenfalls wissen jetzt: der alte fisch ist eindeutig ein männchen, zwei der neuen sind weiblich, denn unser "armer einsamer" ist fortan vom liebesrausch besessen und scheucht abwechselnd eins der weibchen nach dem anderen durch den teich. "anregung zu eiablage" sagt google zu diesem verhalten. na toll.
wir können jetzt nur hoffen, dass auch die mädels ihrer natur folgen und nicht etwa aus verzweiflung aus dem teich springen. zwischen unseren fisch-kontroll-gängen unternehmen wir daher nur kleine ausflüge in die nähere umgebung.
wir sollten meinen, wir kennen die gegend hier wie unsere westentasche. weit gefehlt. wir wissen, was vor uns liegt, was sich hinter uns befindet, dass unter uns der bach ist und über uns die anlage mit den alten ringwällen. aber von dem gewirr der wege hier haben wir null ahnung.
in die ringwallanlage verirrt sich selten ein wanderer und wir geniessen die stille. für das picknick suchen wir uns dennoch eine abgelegene stelle weitab vom pfad und beobachten die mountainbiker, die auf dem weg unter uns entlang rollen.
lange verweilen können wir nicht, so schön es hier auch ist. die kälte kriecht uns unter die jacken und zuhause im teich, naja ...


