Sonntag, 25. Oktober 2015

reisen bildet. schnüffeln sowieso.

leider hat es auch nichts genutzt, zwei stunden früher feierabend zu machen: auf der fahrt nach niedersachen standen wir gleich von anfang im stau und erst auf den letzten fünfzig kilometern ging es dann reibungslos weiter. fünf stunden statt dreieinhalb. ich fahr ja gern auto, aber ganz so intensiv dann doch nicht. den rückweg haben wir dann gleich anders gestaltet ...

was für ein wetterchen! da leuchtet das laub nochmal so schön. uns hielt nichts drinnen und wir unternahmen einen spaziergang durch den herbstlichen wald.

manche bäume sind wie leuchtende inseln im herbstlichen wald. irgendwie ist der frühling an mir vorbeigezogen und ich hab das gefühl, ihn verpasst zu haben. umso schöner, dass der herbst jetzt so wunderbar ist!
ich kann einfach nicht genug kriegen von diesen farben!
weit und breit kein stau, nicht wahr? wir sind die strecke schon so oft gefahren und noch immer kann ich mir nicht merken, wo es links abgeht und wo rechts. mir fehlen auf dem flachen land einfach die landmarken. also hatten wir uns die landkreiskarte vorgenommen und uns nochmal den direkten weg angeschaut. eigentlich ganz einfach, immer schön nach süden, aber nur, wenn wir dieses eine kleine sträßchen finden würden. tja, und so haben wir es eben gesucht, das sträßchen. das hier war es jedenfalls nicht.
das hier auch nicht. aber es war wenigstens ein ordentliches stück legal zu befahren. und aus dem regen gegenverkehr schlossen wir, dass wir den letzten abschnitt ebenfalls bedenkenlos unter die räder nehmen konnten.
aber dann gabs nur noch offizielle straßen und wir ließen uns vom autokompass direkt richtung süden lotsen. interessant, was es da für kleine örtchen gibt und wie nett die durch schmale sträßchen miteinander verbunden sind. begrenzt für 3 komma 5 tonnen, juhu, genau das richtige!
auf der autobahn kamen wir dann ganz ordentlich vorwärts. aber wir wollten unser glück nicht gleich überstrapazieren und so fuhren wir bei homberg/efze nochmal ab. ein kleines stückchen bundesstraße und dann noch was zum schnüffeln ...

ein ganz unscheinbares sträßchen bog in den wald ab, brav ließen wir das auto vor der schranke stehen und liefen knapp einen kilometer, bis der wald sich lichtete und wir vor einer hermetisch abgeriegelten, verlassenen bunkeranlage standen. dreifacher zaun, bewegungsmelder, beobachtungstürme ... was n das?

sogar die bunker sind nochmal zusätzlich gesichert. 

offensichtlich sind hier "sonderwaffen" gelagert worden. was man halt so alles da drunter versteht ...
in diese gegend müssen wir auf alle fälle nochmal kommen, hier liegt noch eine dose (es waren heute zuviel hunde samt hundeführer da) und noch eine ganze menge weiterer geheimnisse in den umliegenden wäldern. schnüffelstoff für einen ganzen schnüffeltag sozusagen.

irgendwann im frühen abend waren wir übrigens auch wieder zuhause und wir hatten für den rückweg bestimmt auch wieder fünf stunden gebraucht. aber was für fünf stunden ... :-)




Sonntag, 18. Oktober 2015

fast wie eine reise in eine andere welt

dass das wetter ganz schnell kippen kann, haben wir ja letzte woche gesehen: am sonntag stand ich beim jeeptreffen noch in der sonne und ließ mir den pelz wärmen und zwei tage später gabs da oben ein schneechaos. gut, da wär ich auch gern dabei gewesen, aber solange es noch geht, genieß ich den indian summer. also: nix wie ab in den taunus.

wir sind auf dem weg zu einer magnetischen dose. ob das was wird? aber alleine dieser anblick würde mich für vergebliches suchen entschädigen. und dann kam alles ganz anders. das döslein war da, wo es sein sollte und ich hatte gleich doppelte freude!

kaum zu glauben, aber unterhalb dieses steilhangs brausen autos und die letzten motorräder der saison richtung feldberg. ruhe ist etwas anderes. aber die herbstfärbung ist einfach ein traum und sie ließ uns das ganze motorengebrumm rasch vergessen.

der weg schlängelte sich am hang entlang und querte einen wall der alten vorgeschichtlichen befestigungsanlage. der recht eintönige nadelwald wich knorrigen, moosüberwachsenen buchen und eichen. wir kamen gar nicht mehr dazu, die kameras wieder einzupacken. knips, knips, knips.

so ein schöner weg und ich kannte den bisher noch nicht! gibts denn sowas!

riesige polster von heidelbeersträuchern schmiegen sich um die bäume.

auf einmal zweigte ein kleiner pfad ab und führte im zickzack die steile bergflanke hinunter. wir fanden uns mitten in felsen und geröll wieder. wie oft waren wir da unten schon auf der straße gefahren und hatten nicht den blassesten schimmer, dass es hier so etwas gibt!
mittlerweile kennen wir ja schon die meisten antworten auf die fragen im hessenquiz, das jeden sonntag abend im hr-fernsehen kommt. und wenn dort eine frage nach der bärenhöhle im taunus aufgetaucht wäre, hätten wir sie für vollkommenen quatsch gehalten. aber jetzt wussten wir es: es gibt sowas. und bären leben auch noch drin! viele!

da hatte wohl mal irgendjemand zu viele leitplanken bestellt gehabt und dann keinen anderen verwendungszweck dafür gewusst, als lauschige taunuspfade damit zu sichern. wir kehrten mit vollen fotospeicherkarten, neuen taunuserkenntnissen und glücklich zum auto zurück.

Samstag, 17. Oktober 2015

überraschung!

nur die rahmendaten waren bekannt: es geht um viertel nach zehn los. ihr braucht wanderschuhe. abends gehen wir zusammen was essen. alles andere bleibt erstmal ein geheimnis.

ich war sehr gespannt, was meine freundin da für unseren überraschungsausflug ausgetüftelt hatte.

nach knapp einer stunde fahrzeit erreichten wir oppenheim am rhein. eine schöne stadt. leckerer wein. ein herziges cafe (leider keine zeit, die köstlichen kuchen zu testen) und ein riesiger parkplatz oberhalb des unteren gautors. denn oppenheim ist berühmt für ...
... sein kellerlabyrinth! was für eine schöne überraschung! kreuz und quer führte uns der kellerführer kurzweilig unterhalb von marktplatz, rathaus und pfarrhaus durch den untergrund. hier würde ich mich in nullkommanix verlaufen.

anschließend fuhren wir eine halbe stunde ins land, machten ein ausgiebiges und äußerst lustiges picknick und dann ging es frisch gestärkt auf zu unserer wanderung.

oben auf dem berg eine herrliche heidelandschaft, steinhalden, birken. weite blicke ins land. und dann die winzeralm: eine handvoll sitzbänke, daneben ein rebentrecker mit anhänger und unter dem roten schirm der ausschank für wein und äußerst leckeren federweißer. hätten wir nicht noch 9,5 unserer 10 kilometer vor uns, wir würden hier nur allzu gern versacken. los, mädels, auf gehts, wir haben noch ein bissel was zu laufen!

in weiten schleifen führt der weg durch die weinberge und immer wieder schweifte unser sehnsüchtiger blick zurück zur wehenden fahne oben an der winzeralm. dieser federweißer ...
wir hatten noch etwa zwei kilometer vor uns und liefen gerade durch einen rebberg, in dem noch trauben gelesen wurden, als uns ein lauter knall schlagartig wieder wach machte. vogelschreckschuß? herbstjagd? schlimmeres? wir legten einen zahn zu.

vom ajaxturm aus war es nur noch ein katzensprung zurück zum auto. wir liessen uns das abendessen schmecken und beschlossen den schönen tag mit einem letzten schnäpschen. und weil ich als fahrerin davon nur ein tröpfchen kriegte, durfte ich als ausgleich mit dem jeepchen nochmal über den geschotterten und hopseligen wanderparkplatz rumpeln :-)

Donnerstag, 15. Oktober 2015

begegnung in der dämmerung

im moment geht es ja noch, bei tageslicht nach feierabend nochmal durch den wald zu spazieren, in zwei wochen kann ich dann gleich zur nachtwanderung übergehen.

kaum hatte ich den rucksack geschultert, legte der regen los. ich zog meine mütze über und tauchte in den wald. dann sah ich den wolf ...

Sonntag, 11. Oktober 2015

nochmal sonne tanken

der zweite sonntag im monat ist seit juli in meinem kalender dick angestrichen, den geb ich so schnell nimmer her. da ist nämlich jeeptreffen in singhofen. und mittlerweile weiß ich nicht nur, wo singhofen ist, auch die gegend rund herum begeistert mich immer wieder.

heute war es wieder so weit und bei bestem herbstwetter ging es ins nassauer land.

brrr, da habe ich bei der kurzen austretpause aber ganz schön gefroren. 3 grad! das wäre ein fall für eine zusätzliche warme lage unterkleidung gewesen, aber die war mal wieder daheim und schlummerte behaglich in der warmen schublade. es ist halt kein verlass ...

eine kleine, aber dafür feine gruppe kam zusammen. der harte kern quasi. mittlerweile kennen wir uns gut und es macht viel spaß, zusammen zu sein und zu quatschen. im konvoi ging es nach miehlen zur herbstlichen kerb.

brav aufgereiht warten die jeeps auf die rückkehr ihrer jeeper ;-)

ich hatte mich von der gruppe verabschiedet und machte mich wieder auf meine eigenen wege. das gps-gerät lockte mich in ein kleines sträßchen und in den herrlichsten sonnenschein.

dieser weite blick ist mit ein grund, warum ich so gerne in diese gegend komme. der und die schmalen, kurvigen straßen, die wälder und die kuppen, von denen aus sich weitere schöne ausblicke ergeben. und dann die kleinen dörfer, teilweise mit kopfstein geplastert. die bäche, die sich durchs land winden und die bäume, die dicht an dicht an ihren ufern wachsen.

DAS also wäre der bequeme weg zur dose gewesen ... aber das hatte ich natürlich nicht geblickt und so bin ich umständlich drum herum gelaufen. aaahh, diese herbstfarben!
da guckst du! wo kommt denn jetzt der cacher her ...? dieses possierliche katzentierchen habe ich nur wenige minuten später sein schauerliches gekreisch ausstoßen gehört, DAS geschrei, das an grässliches kinderschreien erinnert und dem ich früher nachts immer atemlos und mit gänsehaut gelauscht hatte, so dass ich mich kaum noch aufs klo traute.

ganz ohne schnüffeln geht es halt auch nicht ... ich schlich mich auf zehenspitzen durch die alte, verlassene gärtnerei, während unten im grundstück die katzen kreischten ...

da in miehlen kerb war, konnte ich den direkten weg zu den dosen, die ich im visier hatte, nicht nehmen. ich programmierte das navi und fuhr in die entgegengesetzte richtung, bis die dame im navi-kästchen es aufgab, mich zum wenden zu animieren und mir eine neue route vorschlug. dann tauchte dieser abzweig auf. er war eindeutig eine abkürzung zu meinem ziel, aber meine dame kannte das sträßchen nicht. was sagt man dazu? entgegen ihrer empfehlung bog ich ab. nach wenigen hundert metern verstand ich meine navi-dame: so ein enges sträßchen passt in kein navi und ich hoffte inbrünstig auf KEINEN gegenverkehr.

DIESE straße kannte meine navi-dame zu recht nicht, es war nämlich nicht ganz legal. aber soooo schön!

ich hatte das jeepchen am straßenrand geparkt und machte mich zu fuß auf die suche nach den dosen. leider vergeblich. die koordinaten hatten wohl auf der kerb zu tief ins glas geschaut, sie sprangen wie verrückt. und dann lagen die frisch geladenen akkus auf dem beifahrersitz und sonnten sich ... da gehörten sie definitiv NICHT hin!

die kraniche! jetzt gibt es kein zurück mehr, jetzt geht es in die dunkle und kalte jahreszeit. der wetterdienst hatte mir mittags schon eine warnung vor dem frost in der kommenden nacht geschickt ...

im licht der untergehenden sonne verabschiedete ich mich bei der mächtigen, alten eiche von diesem wunderbaren tag. ich programmierte das navi auf den heimweg und befolgte brav die anweisungen der navi-dame und - zack - ganz schnell war ich wieder daheim.


Freitag, 9. Oktober 2015

wozu in die ferne schweifen?

im laufe der woche war das wetter immer besser geworden und pünktlich zum beginn des wochenendes kam die sonne raus. nix wie raus.

ich konnte richtig zuschauen, wie das laub sich von tag zu tag mehr verfärbte. der herbst war jetzt wirklich da. ich läutete das wochenende mit einer kleinen feierabendwanderung durch heimische gefilde ein. wunderbar!

Freitag, 2. Oktober 2015

der erste rauhreif im goldenen herbst

leichtsinn ist kein guter berater beim kofferpacken und ich hätte die langen unterhosen gut und gerne aus ihrer sommerfrische wecken sollen, september hin oder her. immerhin reiste ich in den schwarzwald und zwar auf 1000 meter über meereshöhe. dort schien am wolkenlosen himmel zwar hell die sonne, aber der wind fegte schon beinahe in orkanstärke über die höhe, am donnerstagmorgen zeigte das thermometer knapp 0 grad und das jeepchen war dick zugefroren. bibb. höchste zeit, mich bald um neue winterreifen zu kümmern ...

hier ging es nicht mehr weiter und zum glück sah ich das sofort. wenn ich den weidezaun, der über den weg gespannt war, kaputt gemacht und hätte reparieren müssen, dann hätte ich mir bös den hintern abgefroren. die sonne täuscht nämlich ...
nur eine knappe handvoll dosen waren in einem überschaubaren gebiet versteckt, aber was für welche! sie forderten mir alles ab. und so erkundete ich das gelände erst einmal in aller ruhe.
ich musste in einen dachfirst klettern, mich einer hochspannungssteckdose nähern, durch den untergrund kriechen ... wer hat nur dieses dämliche hobby "dosensuchen" erfunden? könnte ich nicht papierblumen falten oder sonst etwas anderes tun? aber was sollte ich dann hier schreiben?
im hellen sonnenlicht glitzerte der bach, der das waldmoor entwässert. die baumfälltruppe machte gerade pause, vorsichtig hatte ich mich an den abgestellten kettensägen vorbei geschlichen, und es war ganz still im wald.
keine ahnung, wie oft ich hier vor jahrzehnten über die brücke geritten war. wir waren immer sehr, sehr vorsichtig gewesen und hatten achtsam darauf gelauscht, ob das morsche holz das gewicht unserer pferde tragen konnte. vor einigen jahren war die brücke nun renoviert worden und ich konnte bedenkenlos mit dem jeepchen drüber fahren. ein schönes wiedersehen!
in höchenschwand gibt es alle zwei jahre ein strohskulpturenfestival. verschiedene vereine basteln figuren oder schaubilder und bei den ganzen tollen ideen vermute ich, dass da erhebliche mengen alkoholischer erfrischungsgetränke im spiel sind. schon klar, schließlich waren die vorbereitenden arbeiten in der sommerlichen hitze begonnen worden ...
weil sich herum gesprochen hatte, dass ich eine schwäche für kleine sträßchen habe, hatte meine reisegesellschaft sich im vorfeld kundig gemacht und lotste mich nun über minikleine sträßchen in eine enge schlucht. meine höhenangst verstaute ich im kofferraum und deckte sie sorgsam zu, die konnte ich auf diesem weg ganz und gar nicht gebrauchen.
im talgrund erwartete uns ein stiller stausee. wir machten eine kurze pause, vertraten uns die beine und beratschlagten den weiteren weg. wir waren uns einig: hier waren wir noch nie gewesen!
an der letzten kreuzung hatten wir ein wenig geschwankt: links oder rechts? wir entschieden uns für den linken abzweig und kamen kaum noch aus dem staunen raus. was für eine schlucht! an einer stelle, an der wir den nachfolgenden verkehr vorbei ließen, querte ein metallener steg den bach und der wanderpfad, der sich an den felsen entlang wand, sah mehr als einladend aus. ein stück weiter hatten die straßenbauer dem bach noch einen eigenen felsdurchlass geschlagen und ich fragte mich, wie heftig es da zugehen würde, wenn der schnee auf den höhen schmolz und das tauwasser sich durch das enge tal drängte.
nach unserem schluchtenabenteuer ließen wir es am nächsten tag ruhiger angehen und fuhren ins sonnige freiburg. seit ende der 60er jahre gibt es auf einem ehemaligen stadteigenen hofgut einen tierpark, der nach und nach ausgebaut worden war und den tieren mittlerweile großzügige und naturnahe gehege bot. hier lässt sich ein schöner herbsttag gut verbringen.
und dann war es leider wieder zeit, nach hause zu fahren, mein urlaub neigte sich definitiv dem ende zu. am montag würde die arbeit wieder los gehen ... um mir den abschied zu versüssen, schwenkte ich noch einmal in einen kleinen weg ein und drapierte das jeepchen vor dem wunderschönen panorama:
schön wars gewesen!