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Samstag, 17. Oktober 2020

Donnerstag, 11. Juni 2020

inaugenscheinnahme

eigentlich waren wir ganz harmlos unterwegs: übers land an die mosel. vermeidung von schnellen straßen.
klar, was sonst?
so tuckerten wir gemächlich durch ein lauschiges tal, als sich rechts ein felsdurchbruch öffnete und in mir jäh eine erinnerung aufflackerte: hier. wollte. ich. schon. immer. mal. wieder. hin.
wagen stoppen, zurücksetzen, einbiegen.
schnüffeln.






eine zweite zufahrt? von wo?

wie wunderschön versteckt dieses gelände in der landschaft lag.
für uns wurde es jedoch höchste zeit für einen geordneten rückzug. wie gut, dass wir die notausgänge kannten.

augen auf im strassenverkehr! vor lauter schwätzen verpassten wir die - zugegebenermassen recht provisorisch gestaltete - abzweigung und landeten an diesem lauschigen picknickplätzchen. verfahren hat sich doch noch immer gelohnt.

Samstag, 6. Oktober 2018

mit volldampf durchs rheintal

heute hatte der wecker arg früh geklingelt. wir hatten eine verabredung im morgengrauen.

mit dem dampfzug fuhren wir an den rhein.

bei bestem herbstwetter wendete der zug in koblenz.

unser ziel jedoch war boppard und ein ausflugsschiff, von dem aus wir das wunderschöne rheintal und etliche male auch den dampfzug bewundern konnte, der uns begleitete.

der wasserstand des rheins war noch immer erschreckend niedrig. 

in bingen verließen wir wieder das schiff und stiegen zurück in den dampfzug, der uns nach hause bringen sollte.

Donnerstag, 21. April 2016

feierabendcachen im rheingau

bevor es am wochenende wieder kalt werden würde und oben auf den bergen sogar schnee fallen sollte, nutzte ich das traumwetter für einen kleinen ausflug in den rheingau. jetzt sind die tage schon wieder so lange hell, dass solch ein ausflug sogar unter der woche möglich ist.

von wegen drive-inn: weder hatte ich die motorsäge noch den tarnanzug im kofferraum, also stellte ich den dicken brav VOR diesem schild ab und nahm die eineinhalb kilometer zu den zielkoordinaten zu fuß in angriff.

am plätschernden ranselbach entlang zog sich das breite asphaltband bergan.

hier war eine alte zufahrt gewesen. in diesem tal befand sich ein weitläufiges stollensystem, in dem munitionsdepots untergebracht gewesen waren. die anlage war seit jahren verlassen, aber der zaun top in ordnung.

dieser weg ist schon lange nimmer genutzt worden und ich konnte auch nur durch den zaun den zoom und einen blick drauf werfen.

plötzlich tauchte links des weges ein kleiner schacht im fels auf. hier im wispertal hatte ich auf wanderungen immer wieder solche kleinen stollen gesehen. munition war hier bestimmt nie drin gelegen.

aha, ich näherte mich meinem ziel, die ersten lampenmasten tauchten auf.

herrje! und jetzt? natürlich würde ich meine kamera durchs gatter halten und somit INNERHALB des militärischen bereiches auf den auslöser drücken. no risk, no fun.

die wache, in der ich meine kamera hätte abgeben müssen, war heute nicht besetzt.

einer der stolleneingänge. verlassen sieht der nicht aus und an den lampenmasten sah ich videokameras installiert. wer weiß schon, ob das attrappen sind oder echte ... ich hielt es für besser, nur mit dem kamerazoom näher ran zu gehen.

das tal und die zufahrt sind durch diesen felsriegel vom wispertal abgetrennt. hat man in den siebziger jahren extra für diese stollenanlage den durchstich gemacht?

durch den tunnel zog die kühle luft vom wispertal in das höher gelegene ranselbachtal. bibb.

ich fuhr oberhalb von schlangenbad auf einen feldweg und bediente mich an der bierkiste, die seit dem besuch im bösen wolf im kofferraum stand. prösterle! der vollmond stand groß und tief über dem wald.

Donnerstag, 5. November 2015

spuren der vergangenheit

in den letzten wochen habe ich mich insgeheim immer ein wenig geduckt, wenn mir ein silberblaues fahrzeug mit dachaufbau begegnete, wusste ich doch seit über einem jahr, dass jeepchens reifen nicht mehr allzu frisch waren. aber mit dieser bodenfreiheit nutzt ducken halt auch nichts, also  schob ich es nicht mehr länger auf und ließ mir neue reifen montieren. die wartezeit nutzte ich, um endlich einmal den verlassenen bahndamm zu erkunden, der zur alten, gesprengten hindenburgbrücke führt.

ich hatte mich auf einen gemütlichen spaziergang eingestellt und kam schon beim erklimmen der steilen böschung ins schwitzen. gespannt wartete ich darauf, dass mein gps-gerät die satelliten-signale laden und mir den abstand zur nächsten dose anzeigen würde. 20 meter. moment ... 20 meter? das ist doch da unten am fuss der böschung!? och nee ....
eine machete wäre keine schlechte begleiterin gewesen ... zum glück gibt es noch andere schnüffler und ich konnte einem schmalen, ausgetretenen pfad durch den dschungel folgen. ich erreichte die alte eisenbahnbrücke.
unter mir brauste der autoverkehr von wiesbaden nach rüdesheim und zurück. gab es für mich am ende des bahndamms die möglichkeit, wieder in die zivilisation zurück zu kehren oder musste ich den ganzen mühsamen weg wieder zurück kriechen? letzteres erschien mir zu anstrengend und so schluch ich mich weiter durchs gebüsch.
um überhaupt hier hin zu kommen, war ich durch ein großes loch in einem maschendrahtzaun geschlüpft und hatte eine alte stacheldrahtbarriere überwunden. DIESES FOTO DÜRFTE ALSO GAR NICHT EXISTIEREN!!! konnte ich es wagen, weiter zu gehen? das auto unter dem gewölbe, das fahrrad und die videokamera an der hauswand waren wir mich nicht geheuer ... ich entschied mich für einen geordneten rückzug.
durch eine lücke in der vegetation kletterte ich die steile böschung hinab und dann stand ich davor: den resten der hindenburgbrücke. und da oben, da hatte ich mich vorhin getummelt und hatte den landfrieden gebrochen. zum glück hatte ich mich nicht weiter getraut - wie auf dem präsentierteller wär ich da gestanden. was peinlicheres gibt es nicht für schnüffler.
das wäre ein bequemerer abgang gewesen, aber ich hatten den bolzenschneider nicht dabei gehabt ...
um unbemerkt von den abendlichen spaziergängern eine weitere dose zu bergen, machte ich einen auf fotokünstlerin. aber über diese trümmerlandschaft staune ich sowieso immer wieder. schließlich machte ich mich auf den rückweg zum auto und den neuen reifen. hm. dieser gummiduft!



Sonntag, 30. November 2014

am großen fluß

wir geben es ja zu: der rheingau lässt uns nicht so richtig los. damit uns die kälte auch richtig schön zusetzen kann, sind wir wieder zu fuß unterwegs.


ha, wir haben das badetuch vergessen ;-)

vor vier jahren sind wir ewig und drei tage mit dem bikel hier durch die gegend gekurvt, wir hatten strecken für eine dreitagestour mir den radsportkollegen ausgetüftelt. nicht zu steil durfte die strecke sein, nicht zu lasch, die kurven nicht zu eng, die wege nicht zu weich und rumpelig.

heute lassen wir das entspannter angehen und deswegen fallen uns auch die kleinigkeiten abseits der strecke auf.


gefahr durch astbruch, der radweg ist umgeleitet. aber für uns heute nicht. wir folgen dem schmalen pfad mitten durch die rheinweisen und an uralten baumriesen vorbei. die parallel verlaufende bundesstraße scheint mit einem mal weit weit weg.


bevor wir wieder auf den asphaltierten fahrradweg treffen, genießen wir noch einmal die stille am großen fluß.


die wind bläst eisig kalt auf dem uferpfad, wir gehen flott, um wenigstens von innen ein wenig warm zu werden.


der bahnhof hat auch schon bessere zeiten gesehen, aber die halle ist offen und sogar gewärmt. wir vertreiben uns die wartezeit und schnüffeln ein wenig durch das alte gebäude.