in den letzten wochen habe ich mich insgeheim immer ein wenig geduckt, wenn mir ein silberblaues fahrzeug mit dachaufbau begegnete, wusste ich doch seit über einem jahr, dass jeepchens reifen nicht mehr allzu frisch waren. aber mit dieser bodenfreiheit nutzt ducken halt auch nichts, also schob ich es nicht mehr länger auf und ließ mir neue reifen montieren. die wartezeit nutzte ich, um endlich einmal den verlassenen bahndamm zu erkunden, der zur alten, gesprengten hindenburgbrücke führt.
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| ich hatte mich auf einen gemütlichen spaziergang eingestellt und kam schon beim erklimmen der steilen böschung ins schwitzen. gespannt wartete ich darauf, dass mein gps-gerät die satelliten-signale laden und mir den abstand zur nächsten dose anzeigen würde. 20 meter. moment ... 20 meter? das ist doch da unten am fuss der böschung!? och nee .... |
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| eine machete wäre keine schlechte begleiterin gewesen ... zum glück gibt es noch andere schnüffler und ich konnte einem schmalen, ausgetretenen pfad durch den dschungel folgen. ich erreichte die alte eisenbahnbrücke. |
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| unter mir brauste der autoverkehr von wiesbaden nach rüdesheim und zurück. gab es für mich am ende des bahndamms die möglichkeit, wieder in die zivilisation zurück zu kehren oder musste ich den ganzen mühsamen weg wieder zurück kriechen? letzteres erschien mir zu anstrengend und so schluch ich mich weiter durchs gebüsch. |
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| um überhaupt hier hin zu kommen, war ich durch ein großes loch in einem maschendrahtzaun geschlüpft und hatte eine alte stacheldrahtbarriere überwunden. DIESES FOTO DÜRFTE ALSO GAR NICHT EXISTIEREN!!! konnte ich es wagen, weiter zu gehen? das auto unter dem gewölbe, das fahrrad und die videokamera an der hauswand waren wir mich nicht geheuer ... ich entschied mich für einen geordneten rückzug. |
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| durch eine lücke in der vegetation kletterte ich die steile böschung hinab und dann stand ich davor: den resten der hindenburgbrücke. und da oben, da hatte ich mich vorhin getummelt und hatte den landfrieden gebrochen. zum glück hatte ich mich nicht weiter getraut - wie auf dem präsentierteller wär ich da gestanden. was peinlicheres gibt es nicht für schnüffler. |
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| das wäre ein bequemerer abgang gewesen, aber ich hatten den bolzenschneider nicht dabei gehabt ... |
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| um unbemerkt von den abendlichen spaziergängern eine weitere dose zu bergen, machte ich einen auf fotokünstlerin. aber über diese trümmerlandschaft staune ich sowieso immer wieder. schließlich machte ich mich auf den rückweg zum auto und den neuen reifen. hm. dieser gummiduft! |
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