wandern am rheinsteig - das hört sich richtig gut an. noch dazu verspricht der wetterbericht einen wunderbar sonnigen wandertag. leider ist rheinsteig wörtlich zu nehmen: da gehts steil hoch. und genauso steil wieder runter. und dann gehts wieder steil hoch und wieder steil runter. wenn man das etappenziel schon erspäht, geht es mindestens noch einmal irgendwo steil hoch und wieder steil runter und so fort. die rheinsteig-macher haben das absichtlich gemacht: kein rheinsteig-wanderer verlässt den rheinsteig, ohne sich vorher mit kuchen, einem ordentlichen weinschorle oder einer leckeren winzerpfanne für den heimweg gestärkt zu haben.
uns geht das heute nicht anders, aber zunächst einmal tappen wir durch dichte nebelsuppe.
keuchend und innerlich gut angewärmt erreichen wir die edmundshütte. von hier aus sollten wir den kaltwassergeysir drüben bei andernach sehen können. eigentlich. heute morgen aber nicht. wir bestellen uns erst einmal ein erfrischendes viertele wein im keramikkrug.
ha, die pause hat sich gelohnt. die sonne löst den nebel auf und sofort wird es sommerlich warm. wofür haben wir eigentlich das langärmlige ski-shirt eingepackt? für notfälle, ah ja. könnte ja schnee geben auf den rheinsteighöhen. und vor sonnenbrand schützen lange ärmel ja auch.
schneller, als uns lieb ist, nähern wir uns wieder dem rhein. es geht wieder einmal abwärts. vor uns drückt sich der berg mit der ruine hammerstein richtung fluss, ein wuchtiges ding. straße und schiene müssen sich schmal machen, damit sie daran vorbei kommen. unsere hoffnung, der wanderweg möge UNTEN am berg entlang führen, lassen wir also schnell wieder fahren und schreiten frohgemut wieder einmal bergan.
was könnte die bergauf geplagten waden besser entlasten als - richtig: ein kerniger abstieg. so nahe wollten wir dem rhein eigentlich nicht kommen ... vor uns erhebt sich das rheinbrohler ley. und auch dieser gedanke, der aufstieg möge uns erspart bleiben, löst sich in luft auf, als wir das kleine aussichtshüttchen auf dem ley entdecken. so etwas tolles haben die rheinsteig-macher bestimmt nicht ausgelassen. die aussicht von da oben muss einmalig sein.
im zickzack führt der weg hinauf und kurz, bevor wir zum aussichtspunkt gelangen, gehts nochmal kurz und knackig steil durch eine talsenke. wir brauchen dringend eine pause! beim blick auf den wegweiser erstarren wir: gerade mal die hälfte ist geschafft :-(
heute sind wir doppelt froh um unsere kartenlese-fähigkeiten: wir erblicken vor uns eine abkürzung. wir könnten damit einem letzten, bestimmt schönen, aber für uns gerade äußerst überflüssigen, abschnitt entgehen, der garantiert wieder über irgendwelche höhenrücken führt. wir würden unser ziel quasi auf direktem wege ansteuern. unsere lebensgeister kehren zaghaft zurück. aber zunächst geht es wieder runter zum rhein.
da ist er, der abzweig. wir lassen ihn rechts liegen und gehen geradeaus. die beine sind schwer, wir sind müde und durstig. die durchs abkürzen gewonnene zeit verbringen wir an einem schattigen rastplätzchen, wir machen uns auf der bank lang, schließen die augen. ahhh, welch ein genuß.
wunderbar erfrischt machen wir uns wieder auf den weg, die letzten kilometer schaffen wir wie im flug. jetzt haben wir uns ein kühles bier verdient!







