Freitag, 20. März 2015

es war ja die ganze zeit hell ...

die letzte sonnenfinsternis vor etwas mehr als 15 jahren hatte ich auf der teck im schwäbischen beobachtet, das war ein rechtes spektakel gewesen, vor allem der stau auf der rückreise ist mir bis heute gut in erinnerung. damit mir das nicht noch mal passiert, blieb ich dieses mal einfach zuhause. beobachten lässt sich sowas auch direkt vor der haustür. und selbst, wenn alle sonnenfinsternisbrillen schon längst ausverkauft sind: ab in den wald! das spannende ist ja nicht unbedingt, was da direkt in der sonne geschieht, davon gibt es nachher bilder mehr als genug, spannend ist, was drum rum passiert.

ich stand also schön früh auf, frühstückte und machte mich auf den weg.


ein herrlicher tag! ich würde in der sonne sitzen können, mich bequem zurücklehnen und beobachten, was so vorgeht. so dachte ich mir das. aber irgendwie passierte so gar nichts. ausser, dass mir langsam kalt wurde. naja, es war ja auch noch früh am morgen. ich stand auf und ging ein stück in den wald hinein und schaute immer wieder auf die uhr. die finsternis müsste voll im gange sein. hatte ich mich im tag geirrt?

hatte ich nicht! das licht im wald wurde grauer, beinahe bleiern schwer.


und es wurde kalt, kalt, kalt. gemütlich sitzen und in ruhe beobachten war nicht allzu lange möglich, ich musste mich bewegen, um einigermassen warm zu bleiben. beinahe unheimlich, das ganze.

auf dem schmalen pfad blieb ich eine weile mitten im kalten sonnenschein stehen, eine maus huschte vor mir ins laub. als ich die kälte nicht mehr aushielt, drehte ich mich um und ging weiter. plötzlich spürte ich wärme im rücken. es wurde wieder heller. die sonne war zurück. welch eine wohltat!


zuhause begrüßte mich die nachbarin ganz enttäuscht: "haben sie die sonnenfinsternis gesehen?", "ja, es war toll.", "naja, aber es war ja die ganze zeit hell ..."