Samstag, 26. September 2015

strohballen auf der flucht

früh, früh, arg früh gings raus am samstag morgen, denn ich wollte zur hinterwaldrallye nahe biedenkopf. dort starteten sie zwar erst um 13 uhr, aber ich wollte mir schon im fahrerlager das programmheft samt übersichtskarten der wertungsprüfungen holen, um in ruhe zu entscheiden, von welcher ecke ich am liebsten zuschauen konnte. und ausserdem wollte ich den 500. fund in meiner cachestatistik vollmachen. ich hatte also eine menge vor.

ich rollte auf der autobahn bis dillenburg und ging im nächsten cafe an der bundesstraße erst einmal in ruhe frühstücken. für einen vollen tag brauchte ich schließlich eine gute grundlage. und weil ich wirklich noch sehr früh dran war, schaute ich in die abzweigungen links und rechts und zählte die verbotsschilder. je weiter ich nach norden kam, desto weniger wurden es und dann bog ich halt auch mal ab.

das programmheft war wieder genial gemacht: die wertungsprüfungen auf ganz genauen topografischen karten dargestellt. dafür geb ich dem veranstalter gerne eine kleine geldspende. ich klebte mir den "hinterwaldrallye - ich war dabei"-aufkleber ins jeepchen und parkte am zuweg zur deponie. die dose lag nur wenige meter entfernt. meine 500.! juhu!
zur feier des tages gönnte ich mir einen cache bei einem alten bunker, in dem sprengstoff für den mittlerweile als deponie verfüllten steinbruch gelagert worden war. heute beherbergt der bunker fledermäuse und andere tiere. ich finde, so ist ein bunker auch gut genutzt.
ich folgte dem asphaltierten weg an der deponie entlang und tauchte in den wald ein. es war vollkommen still und von der anhöhe hatte ich einen weiten blick über das bergige land. gegenüber auf dem hügel wurde gerade ein windrad errichtet. ich setzte mich auf einen baumstamm am wegrand und genoss die stille und mein glück.
um an die nächste dose zu kommen, musste ich eine technik anwenden, die mich an die affen erinnerte, die mit stöckchen nach termiten angeln. zum glück konnte mich keiner sehen ... aber ich war erfolgreich und konnte meinen 501. fund verbuchen. tausend, ich komme! :-D
ich warf einen blick auf die uhr. was? schon so spät! viertel nach zwölf - um dreizehn uhr ging die wertungsprüfung los! husch, husch, zurück zum auto. ich legte einen zahn zu.
trotzdem: ich war hier zum vergnügen, nicht auf der arbeit. ein genussvoller blick in die landschaft durfte also sein.


aber dann: action! da kamen die autos angebrettert, mussten um die spitzkehre und ab dafür. herrlich.
ich schaute mir noch den zweiten durchgang an, jetzt mussten die autos zweimal über die strecke. der arme strohballen stand nicht mehr lange an seinem platz, sondern er brachte sich auf der darunterliegenden wiese in sicherheit.
ich war voll auf meine kosten gekommen. ein gut eingerichteter zuschauerpunkt, ausgeschilderter parkplatz, leckere würstchen und getränke, sogar ein streckensprecher, der nicht nur zu den autos etwas erzählen konnte, sondern auch auf den familienstand der fahrer hinwies ("beide noch ledig!"). aber jetzt wurde es wirklich kalt. irgendwann bleibe ich auch mal bei einer rallye, wenn in die dunkelheit gefahren wird. im fahrerlager hatte ich gesehen, wie die großen scheinwerferanlagen montiert wurden, das wär schon noch ne show geworden, aber ...
... mich zog es heim. und ich hatte ohnehin einen wunderbaren tag erlebt!


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