was ist die schönste jahreszeit? der winter? wenn es schneit und ich über eine frische, noch unberührte schneefläche gehen kann. oder besser noch fahren. wenn es im wald selbst nachts noch hell ist, dass ich keine taschenlampe brauche (würde auch nix nutzen, wenn die wegkreuzung unter einem halben meter schnee verschwunden ist). der frühling? wenn die tage länger werden und die natur erwacht, bäche den winter mit sich wegtragen und die lust aufs reisen zurückkommt. der sommer? wenn der boden im wald trocken ist und ich mich bedenkenlos überall hinsetzen kann. wenn die tage gar nicht lang genug sein können, weil es so schön ist in der dämmerung und die hellen sterne am klaren nachthimmel blitzen. oder im herbst? wenn sich das jahr langsam zum ende neigt und die hitze des sommers mitnimmt, wenn nebel im tal liegen und die bäume sich bunt färben.
all das. aber noch viel mehr gefällt mir die fünfte jahreszeit: mein urlaub!
bevor ich in der kommenen woche nach london reise, hatte ich noch ein paar tage zuhause, um lang aufgeschobene dinge zu erledigen und meine freie zeit ruhig angehen zu können. auf dem gsp-gerät war schon seit langem eine dose gespeichert, die in einer wildromantischen schlucht liegt. im frühen nachmittag zogen wir los.
wir hatten die wahl: links vom bach oder rechts vom bach? queren würde nicht gehen, die schlucht war erstaunlich tief. das gps zeigte auf die linke seite, die genauigkeit des satellitensignals erschien erstaunlich groß. könnte ja nichts schiefgehen. oder?
haha, zu früh gefreut. die koordinaten schienen IN der schlucht, da ganz tief unten, zu liegen. kletterausrüstung? wär jetzt nicht schlecht. wir rutschten also in die schlucht hinab. dort schickten uns die koordinaten nach oben. ach nein, jetzt nach unten. und jetzt sogar auf die rechte bachseite, wieder ganz hoch. ich mach es kurz: wir irrten eine gefühlte ewigkeit durch die schlucht. von oben nach unten, von unten nach oben, von links nach rechts und wieder zurück. nix zu finden. wir machten uns auf den rückweg (aber nicht, ohne noch mindestens drei mal erneut in die schlucht abzusteigen, könnte ja sein, dass jetzt ... war aber nicht).
im wald röhrten die baumfäller. freitag mittag frei ist für die also auch nicht. wir folgten dem schönen waldpfad, bis wir die stelle erreichten, an denen die arbeiter ganz frisch bäume auf den weg gezogen hatten. vom klettern hatten wir für heute aber bereits genug und so kehrten wir einfach wieder um, ohne die runde um den berg zu vollenden.
immerhin hatten wir heute ein kleines stückchen heimat ganz intensiv kennenlernen können. dosen suchen ist doch einfach eine ganz tolle sache ;-)




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