als wir unsere englandreise geplant hatten, haben wir einmal nach "greenlaning" gegoogelt und was wir da gefunden haben, hätte uns warnen sollen: die wege, die zu "greenlaning" und "england" in youtube zu bewundern waren, die wären wir noch nicht mal mit dem mountainbike gefahren. schon gar nicht bei englandtypischem wetter. und jetzt sind wir zum greenlaning in holland. was erwartet uns?
die wagen unserer mitstreiter sind höhergelegt, mit kernigen geländereifen und seilwinden ausgestattet. dagegen wirkt unser jeepchen, das uns bisher immer als großes urviech vorkam, wie ein unschuldiges lamm. uns ist äußerst mulmig zumute.
aber erst einmal beginnt alles ganz harmlos: es hat eine ganze weile nicht mehr geregnet, die wege sind trocken und staubig und wir fahren herrliche "straßen" übers land, durch wälder und felder. das wetter ist unser großes glück: wäre es nass gewesen, wären die mengen von staub nichts anderes als schlamm und dann sähen wir mit unserer straßenbereifung richtig alt aus.
entlang einer stillgelegten bahnlinie geht es ganz vorsichtig durch unzählige tief ausgefahrene mulden in einen dicht bewachsenen waldweg. äste schrappen mit einem fiesem kratzen über unsere türen. im schneckentempo tasten wir uns vorwärts. hier also verstecken sich die kleinen gemeinen matschlöcher. wir nehmen all unseren mut zusammen und krauchen hindurch.
wir biegen in einen weg, der mannshoch mit brennesseln bewachsen ist. ein herrlicher kräuterduft breitet sich aus. ist greenlaning also doch wellness?
so langsam macht uns die sache richtig spaß. das jeepchen schlägt sich gut und auch die wenigen schlammlöcher, auf die wir doch noch treffen, haben ihren schrecken verloren. mulden, tiefer sand, wurzeln, waldpfade - zunehmend sicherer kurven wir durch die gegend.
immer wieder staunen wir, was hier alles gefahren werden darf: wir kommen aus einem der tief ausgefahrenen wege heraus und finden ein schild vor: ende der 60er zone. na, das ist aber gut zu wissen ...
nach zwei tagen touren durch holland sind wir müde hoch zehn. wir haben herrliche landschaften gesehen, sind wege gefahren, die wir für unfahrbar gehalten hätten und sind ganz schön stolz auf unser wägelchen, denn es hat sich super geschlagen: kein aufsitzen, kein räderdrehen, noch alles dran. ganz zu schweigen die einheimischen selbst, die uns äußert freundlich aufgenommen haben. als wir den campingplatz verlassen, bekommen wir eine regelrechte abschieds- und winkparade.
wir kommen wieder, das ist sicher.