Sonntag, 12. Februar 2017

die ersten warmen sonnenstrahlen locken vor die tür

zweiter sonntag im monat: mein ausflug ins nassauer land stand wieder an. und dieses mal hatte ich mir koordinaten der brunnenburg aufs gps-gerät geladen. es konnte einfach nichts schief gehen.

in der nacht auf samstag hatte es wieder geschneit, sogar bei uns waren die dächer der nachbarhäuser weiss. aber der schnee hatte nicht wirklich eine chance, die temperaturen kletterten tagsüber in den plusbereich. leider war mein lieblingsumweg auf der taunushöhenstraße unfahrbar, weil baumfällarbeiten im gange waren. also musste dieses letzte schneestückchen zum wintererlebnis herhalten. etliche vögel stoben aus dem unterholz. der winter war wirklich auf dem absteigenden ast.

das waren dann so die aussichten, die mich statt schneebedeckten höhen heute begrüssten. die sonne war sogar richtig warm, nur der wind pfiff noch eisig übers land.

bewaffnet mit den gps-koordinaten nahm ich den weg zur brunnenburg in angriff. und dann stand ich in bremberg und schaute auf ein deutlich zu erkennendes schild: wanderparkplatz, hier entlang. hatten die das erst während der letzten wochen aufgehängt oder wieso hab ich das vor vier wochen nicht gesehen? ach ja: das ist TATSÄCHLICH der offizielle weg zum wanderparkplatz :-D

ich parkte das dickerchen auf dem schneebedeckten parkplatz, schlüpfte in meine wanderschuhe und folgte den wegweisern zur brunnenburg. diese stille! der ganze alltag war mit einem schlag weit weit weg.

die brunnenburg. reste eines alten nonnenklosters. ein wunderbarer ort.

am durchgang hing ein unübersehbares schild: betreten verboten. der eigentümer. unten an der mauer lag ein ebensolch großes. mich störte es nur auf dem foto. das hier war so ein schöner ort.

ich war schon so lange nicht mehr hier gewesen, das halb verschüttete gewölbe hatte ich ganz vergessen.

ein junge mit seinen eltern war ebenfalls an der brunnenburg, er lief direkt über mir über das zugewachsene gewölbe und es knackte äußerst unangenehm über mir. schnell kehrte ich ans tageslicht zurück.

ein wundervoller blick ins lahntal. da unten fuhren die autos, die motorräder und klitzekleine spielzeugeisenbahen.

der wegweiser "klosterweg" führte mich am rande einer schlucht entlang zurück. links neben mir waren die hügel, auf denen ich vor vier wochen vergeblich die ruinen der brunnenburg gesucht hatte. jetzt kannte ich hier jeden bachlauf.

wurzeln können in alle richtungen gehen. auch meine.

so weit das land ist, so schroff sind die hänge und schluchten, die hinter mir bis hinunter zur lahn reichen. diese landschaft begeistert mich immer wieder.

ich hatte am straßenrand geparkt, den klapphocker aus dem kofferraum geholt und in der sonne eine mit pudding gefüllte vanillestange verzehrt. ooooohhhh, so lecker, das ding! nachdem ich mir den puderzucker von den fingern gewischt hatte, studierte ich die karte und das gps-gerät. nicht allzuweit entfernt lag das aartal mit den stillgelegten gleisen der aartalbahn. und jede menge dosen, die ich irgendwann einmal auf das gerät geladen hatten. ich machte mich wieder auf den weg und fand einen feldweg nach dem anderen. war ich hier noch in deutschland? das war ja schier ein greenlaning-paradies!

wieder hatte mich ein verkehrsschild (für lkw verboten. sowas hört sich immer interessant an) in einen abzweig gelockt. ich staunte nicht schlecht, als ich plötzlich vor einer massiven betonwand stand. das gps-gerät kannte diesen ort als ziegelei. ich parkte den dicken und ging auf spurensuche. im unterholz entdeckte ich nicht nur diesen merkwürdigen wassergraben, sondern auch noch den verfallenen ziegelbau.

jetzt wäre eine ordentliche autowäsche aber mal überfällig.

das ist diese ominöse betonwand.

schließlich traf ich auf die alte eisenbahntrasse und barg eine dose. die uhr zeigte vier uhr und ich entschloss mich für den rückweg. die aartalbahn war sowieso nochmal eine ganz eigene reise wert. da warteten noch viele tunnel auf mich.

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