es stand mal wieder ein ausflug nach büdingen an. ich hatte da noch ein ehemaliges militärisches gebiet auf meiner schnüffelliste und nachdem ich bei der schnüffelvorbereitung gesehen hatte, dass da auch noch ein paar offensichtlich gut gemachte dosen liegen, gab es kein halten mehr. ich lud die blaumeise in den kofferraum und machte mich auf den weg.
ich war sehr früh aufgestanden, das frühstück lag schon eine weile zurück und ich bekam lust auf einen kaffee. bei der nächsten bäckerei holte ich mir einen kleinen imbiß und machte es mir im grünen gemütlich.
ich irrte ein wenig in und um büdingen herum, bis ich den zugang zum alten gelände fand. die dosen fand ich dafür auf anhieb und sie waren wirklich richtig gut gemacht. da hatte jemand gute ideen und eine menge spaß am basteln gehabt.
ich hatte die wahl: entweder umständlich aussen rum oder einmal quer durch den wald. angesichts den steigenden temperaturen entschied ich mich für letzteres. gute entscheidung: die idee hatten schon andere vor mir gehabt und ich traf auf einen kleinen unwegsamen pfad, der mich fast direkt zur nächsten dose führte.
das gelände schien schon recht lange verlassen, die natur hatte sich vielfältig breit gemacht. ein genuß, das zu erleben. aber die spuren der alten nutzung waren auch nicht zu übersehen, wie diese einrichtung für ehemalige dringende bedürfnisse.
auf der wiese hatte es sich ein sonnenanbeter gemütlich gemacht. ich musste mich vorsichtig hinten durchs gestrüpp schleichen, um unbemerkt an die nächste dose zu gelangen. vorsichtig trug ich mein rad übers trockene geäst, jetzt bloß nicht knacken. dieser ausflug war so ganz nach meinem geschmack :-)
schließlich gelangte ich an dose nummer dreizehn ...
nach dem ich die bunkerreste ausgiebieg inspiziert hatte, rollte ich zurück in den talgrund - hui, das ging flott dahin. cachen mit bike ist halt schon was anderes, als die gemächlichen touren zu fuß.
mehrere bachläufe trafen zusammen und speisten angelegte teiche. das schaute ich mir genauer an.
ein herrlicher teppich von seerosen breitete sich auf einem der aufgestauten teiche aus. ganz vorsichtig tastete ich mich auf den kleinen steg. nimmt mit dem alter meine höhenangst zu?
auf meiner gps karte hatte ich das schon gesehen: von dem weg, den ich jetzt verfolgte, zweigte ein weiterer weg ab, um ein paar hundert meter lang beinahe parallel zu verlaufen und dann wieder im ersten weg zu münden. solche merkwürdigen wegführungen sind mir durchaus bekannt und bisher fand ich sie immer im selben zusammenhang vor: es handelte sich um asphaltierte oder betonierte wege, von den in regelmässigen abständen breite abzweigungen zu dickwandigen betongebäuden führten - bunkeranlagen.
mit viel phantasie konnte ich im dichen bewuchs noch die eine oder andere fläche ausmachen, auf der ein bunker gestanden haben könnte. aber spuren davon gab es keine mehr. dass bunker bis auf den letzten krümel abgetragen werden können, hatte ich bereits einmal im frankfurter stadtwald gesehen. in ein paar jahren wird dort von den standflächen auch nichts mehr zu sehen sein, wenn das gelände so zuwachsen darf wie hier.
mit einem zunehmend unheimlichen brummen kündigte sich die batteriefabrik im tal schon von weitem an. der wanderweg, dem ich folgte, führte direkt am fabrikzaun entlang und ich wagte es nicht, von den historischen gebäuden im eingezäunten gelände aufnahmen zu machen. ich sah später auf meiner wanderkarte, dass am ort der fabrik das symbol für denkmalwürdige gebäude eingezeichnet war. das büdinger schloss ist ebenso markiert, wer weiß also, welche schätze sich hinter dem fabrikzaun verbergen.
der treppe zum fabrikeigenen wasserwerk hingegen folgte ich, auch wenn es eigentlich verboten war. hinter den verschlossenen türen gluckerte und plätscherte es munter.
auf der höhe warnte nun auch noch das alte schild vor dem unbefugten betreten des übungsplatzes. betriebsgelände sind ja eine sache, training areas eine andere, aber dann überwog doch meine neugierde und ich radelte frohgemut in den weg.
die schrift auf der alten betonrampe war kaum noch zu erkennen, auf den eingezäunten flächen hielten weidende rinder die wiesen frei. dank dem viehzeug waren die bremsen satt und ich konnte in ruhe meine pause genießen.
nur der wind rauschte leicht in den bäumen, ansonsten war es vollkommen still. herrlich.
ich hatte noch ein paar dosen auf meinem programm und zog weiter.
zwei reiter kamen aus einem seitenweg und ich musste ein wenig unauffällig tun, damit ich ungestört zur nächsten dose gelangen konnte. die pferde durchschauten meine absicht sofort und waren sichtlich nervös. sie legten einen temperamentvollen blitzstart hin und insgeheim taten mir die ahnungslosen reiter ein wenig leid.
nach erfolgreichem dosenzugriff konnte ich wieder zurück ins tal und ich suchte nach einer möglichkeit, schnellstmöglich dorthin zu kommen. klar, ich hätte dem weg weiter folgen können und in einer weiten schleife ... stattdessen bog ich in den nächsten holzabfuhrweg ein und ratterte auf den groben reifenspuren bergab. meine letzten echten offroadeinsätze mit dem bike lagen schon eine ganz weile zurück und vor allem das kontrollierte auf- und absitzen im gelände würde ich dringend mal wieder üben müssen. aber es war ja alles gut gegangen.
jetzt stand nur noch eins an: die merkwürdigen zufahrten ins übungsgelänge zu inspizieren, die mich vor zwei jahren bei einer p...pause überhaupt auf diesen ort aufmerksam gemacht hatten. einen rechten reim konnte ich mir auf die merkwürdigen mit stahl beschlagenen stufen aber nicht machen. auf eine niedrige stufe folgte eine hohe, danach wieder eine niedrige, wieder eine hohe und so weiter. hm. so etwas hatte ich noch nie gesehen.
ich radelte den weg weiter und kam oben auf der höhe an, wo ich bereits zuvor meine stille pause unter der großen eiche genossen hatte.
genug geschnüffelt! genug dosen gesucht! ich rollte zurück zum auto, verlud das bike im kofferraum (klappe auf, bike rein, so einfach kann das gehen) und machte mich mit etlichen umwegen wieder zurück auf den heimweg.
insgeheim freute ich mich bereits auf den nächsten ausflug.

















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