Sonntag, 26. Juli 2015

nasse füsse sind nicht schlimm

ich hatte mir am samstag die volle dröhnung gegeben. zuerst openair bei barock am main, danach openair beim rockfestival. wahrlich eine durchwachsene mischung, jetzt brauchte ich das gegenprogramm: wald und ruhe.


wüstems ist ein kleines örtchen im taunus und drum herum hatte jemand eine serie mit geocaches gelegt. genau das richtige für einen ruhigen sonntag. ich lud das mountainbike ins auto und machte mich auf den weg. eine menge motorrad- und sonntagsfahrer waren unterwegs und ich war froh, als ich endlich stille um mich hatte.


zunächst hatte ich gedacht, die caches wären entlang gut zu fahrender wege versteckt, aber da hatte ich mich gründlich getäuscht. zunächst einmal musste ich durch dichtes unterholz schlüpfen, um schließlich an einem alten überwachsenen weg zu landen, von dem aus die dosen dann gut zu erreichen waren.


nach dem drittem cacheversteck, das ich auf diese weise querfeldein erreichte, hatte ich es dann endlich kapiert: jetzt folgte ich nur noch den kleinen, unscheinbaren pfaden. hier würde ich also nicht nur meine cachestatistik verbessern können, sondern sogar noch die heimat kennenlernen.


eine der dosen musste ich auslassen. sie baumelte mitten in einem rohrdurchlass, durch das der bach plätscherte. zwar hatte ich mir längst nasse füsse geholt, aber hier müsste ich noch dazu ins rohr kriechen. das abenteuer wollte ich mir für einen tag aufheben, bei dem ich wasserfestere klamotten dabei hätte. ich nahm die nächste dose in angriff, die mich zu einer felsformation führte. ich genoß den ausblick von der erhöhten warte aus.


bis jetzt hatte ich die direkte begegnung mit anderen waldbesuchern vermeiden können, ich genoß die ruhe auf meiner tour, während auf der nahegelegenen straße motorräder röhrten.


langsam war ich hungrig und müde geworden und ich beschloss, die runde abzukürzen und zum auto zurückzukehren. bis dorthin hatte ich auf dem gps-gerät ohnehin noch weitere drei dosen vermerkt. die nächste lag direkt unter einer brücke, die den bach querte. da meine füsse von der rohrinspektion bereits nass waren, konnte ich sie ohne großes gezappel bergen.

ich nutzte den schönen platz, um dem mustang eine kleine erfrischung zu gönnen.


statt dem breiten, gut begangenen weg zu folgen, bog ich wieder in den kleinen, überwachsenen pfad ein. die buchen bildeten beinahe einen tunnel und ich hielt, um das wunderschöne grüne licht mit der kamera einzufangen. es gelang nicht wirklich. gerade verstaute ich die kamera wieder in ihrem etui, als mein blick auf den boden fiel. hier war etwas merkwürdig.


eine kleine ringelnatter lag direkt unter mir und meinem bike im laub. sie züngelte aufgeregt, bewegte sich aber ansonsten nicht. ich mag sie doch nicht verletzt haben? besorgt beugte ich mich zu ihr hinab, da rollte sie sich schnell zusammen, züngelte abwehrend und dann verschwand sie mit flinken bewegungen im laub. glück gehabt!


auch die letzte dose ließ ich aus. ein klettercache. da müssten mir schon flügel wachsen, dass ich an so ein ding dran komme. und für heute hatte ich auch ganz bestimmt genug erlebt.

und dann genoss ich wieder den anblick von meinem auto, das geduldig auf mich wartete. es geht halt nichts über eine gute reisebegleitung.

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