Sonntag, 12. Juli 2015

es klappert die mühle

es ist doch mehr als interessant, zu sehen, dass es noch gegenden gibt, die eine knappe stunde fahrzeit entfernt liegen und die ich noch nicht kenne. die lahn ist mir ein begriff. der rhein auch. limburg, nassau, wiesbaden sowieso, sogar miehlen sagt mir was. wenn ich da nicht schon schnüffeln war, bin ich zumindest einmal entlang- oder durchgefahren. aber singhofen? dann schau ich mir das wohl mal an.


das erste jeeptreffen in singhofen war angekündigt und ich war mehr als gespannt, wieviele jeeper ihren weg dort hin finden würden. ich setzte mich frohgemut hinters steuer, um das navi zu programmieren. wie? die straße gibt es nicht? äh? hatte ich das falsche singhofen erwischt? nee, unmöglich, mein navi kannte nur eins (im gegensatz zu mir, ich kannte gar keins), also musste es das richtige sein. jeeps sind ja auch nicht so leicht zu übersehen (zu überhören schon gar nicht), ich würde es also finden.


ich fand es und ich fand es richtig gut. zehn autos waren zusammen gekommen und standen brav in einer reihe. sogar ein weiterer KK war da. verchromte türgriffe, auf hochglanz poliert, breite schlappen und ein sound ... mit den leuten war gut schwätzen und lachen, alle sehr nett und aufgeschlossen.

in meinen kofferraum hatte ich das frisch gewartete mountainbike geladen (ein mühsames geschäft) und aufs gps-gerät ein paar dosen in der nähe. ich wollte schließlich noch die gegend kennenlernen und so verabschiedete ich mich zur mittagszeit von der gruppe und zog alleine los.


zunächst hatte ich eine wildromantische tour durch das nahegelegene jammertal geplant, aber dann fand ich zum glück den eingang nicht. jede menge wanderer, radfahrer und schließlich noch ein mittelalterliches treiben hätten mir den spaß ordentlich vergällt. also irrte ich noch ein wenig durch die gegend, fand mickrigste sträßchen und schließlich das hasenbachtal mit seinen mühlen.


ruhe pur! der pfad war dicht bewachsen mit brombeeren, brennesseln, hohem gras und wenn das nicht reichte, erfreute ich die zahlreichen hungrigen bremsen. die dosen waren äußerst geschickt versteckt, die koordinaten sprangen im dreieck und es gelang mir erst beim zweiten anlauf, mich in einem der logbücher zu verewigen.


so richtig oft schien dieser wilde pfad auch nicht besucht zu sein, ich hatte einige hindernisse zu überwinden. hier musste ich das bike erst auf die baumstämme hinauf hieven, um es auf der anderen seite stück für stück wieder runter rutschen zu lassen. ein beinahe so mühseliges unterfangen, wie das bike alleine im jeep zu verstauen.


mittlerweile waren meine beine ordentlich zerkratzt und ich hatte die bremsenpopulation um einige exemplare dezimiert. als an der nächsten mühle der pfad über eine kleine holzbrücke den bach querte, warnte ein verblichenes schild: "betreten des weges auf eigene gefahr". oha, was kam jetzt? sollte ich mir das antun? ich studierte das gps gerät: die nächste dose lag 50 meter über mir im fels, aber wenn ich dem linken fahrweg folgen würde, käme ich zurück zur straße und von da aus bequem zum jeepchem. statt auf eine gewagte kraxelei hatte ich ohnehin mehr lust auf ein eis, also stand die entscheidung schnell.


im kleinsten gang kurbelte ich mich wieder aus dem talgrund heraus, linste in die eine oder andere abkürzung (unfahrbar, nein danke, heute war mein bedarf an überwucherten wegen gedeckt) und erreichte schließlich die kleine landstraße, eine mini-singletrack-road, die links und rechts vom ausweichen ordentlich ausgefahren und gespickt mit teerflicken war. eigentlich ein sträßchen für eine 30er geschwindigskeitsbeschränkung, aber nicht hier im outback, hier durfte man das ding mit 100 sachen befahren und das versuchte ich dann auf der schußfahrt zurück zum auto auch.


dahinten, vor der scheune, da wartete das jeepchen ... das bike wieder im kofferraum verstaut (ächz), das dach bis hinten geöffnet, machte ich mich auf den weg nach nastätten, holte mir einen becher eis, verzehrte ihn genüßlich auf einem waldparkplatz und wusste: hier komm ich noch mal her. die tiefeingeschnittenen täler sind der hammer und es ist eine herrlich ruhige landschaft (wenn die wanderer und radfahrer und mittelalterleute aus dem jammertal abgezogen waren).