Dienstag, 16. Mai 2017

grenzgänge

nach dem abendessen hatten wir die wanderkarte und die geocache-sammlung auf dem gps-gerät studiert. wir wollten ein stück an der alten deutsch-deutschen grenze entlang wandern. der ausgangspunkt unserer tour lag knapp 6 km nördlich vom hotel: der alte grenzübergang henneberg - eußenhausen.

die gps-koordinaten führten uns zu einer bergnase, von der aus wir einen wunderbaren ausblick ins thüringische hatten. der asphaltierte zufahrtsweg verrät es: hier war einmal eine schnüffeleinheit stationiert gewesen, die wie wir heute, den blick nach osten gerichtet hatten. allerdings hatten sie damals wohl weniger die aussicht bewundert.

keine einzige wolke am himmel.

vom bayerischen waldrand aus warfen wir einen blick rüber zum alten grenzbeobachtungsturm.

nach einer kurzen rast im schatten bogen wir auf den ehemaligen kolonnenweg ab. diese gegensätze: hier die betonplatten, dort die blühende wiese.

die lochplatten waren einer durchgängigen betonspur gewichen und als wir atemlos auf dem hügel standen, wussten wir auch, warum: der kolonnenweg folgte ohne rücksicht der topografie stur dem grenzverlauf. bei feuchter witterung dürften die fahrzeuge, die hier zur kontrollle der grenze eingesetzt worden waren, ihre mühe mit der heftigen steigung gehabt haben. wieviel prozent waren das denn gewesen? 20?

kerzengerade ging es durch den wald dahin.

in der mittagshitze hatten wir rast gemacht und über der wanderkarte beratschlagt: wie wollten wir zurück zum jeepchen kommen? mit einem umweg? den selben weg? über bayern? wir entschieden uns für die bayerische variante, waren aber schnell ernüchtert, als wir feststellten, dass die wege in der nähe der alten grenze einer überwucherten wildnis glichen. irgendwann trafen wir auf einen weg, der mit einer verblassten wegemarkierung gekennzeichnet war. wir folgten ihm.

mit hilfe des gps-geräts navigierten wir uns schließlich wieder zurück zum ehemaligen grenzübergang. irgendwie war dieser ort noch immer schauerlich.
zum glück schert die natur sich nicht um die vergangenheit.

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