für heute hatten wir uns einen weiteren abschnitt auf dem lahnwanderweg vorgenommen: wir wollten von aumenau nach villmar laufen. in villmar hatten wir vor einiger zeit bereits die marmorbrüche besucht und wir wussten: dort konnten wir gut parken und mit der bahn zum ausgangspunkt nach aumenau gelangen.
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| es gelang uns eine punktlandung: zehn minuten vor abfahrt des zuges parkten wir das jeepchen am bahnhof in villmar. dazu mussten wir uns unterwegs kurz in ein land- und forstwirtschaftliches gerät verwandeln, weil eine straßensperrung uns auf abwege bringen wollte. aber wozu gibts das navi ... |
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| der erste wegabschnitt führte uns an der lahn entlang über die offenen wiesen. die sonne brannte heiß und wir atmeten erleichtert auf, als wir in den wald eintauchen konnten. |
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| das sind diese lahnwanderweg-abschnitte, die ich so liebe: schmale pfade wechseln sich ab mit breiten wegen, immer wieder macht eine knackige steigung wieder munter. unter uns plätscherte die lahn, wir hörten die stimmen der paddler und ganz langsam führte uns der pfad auf die lahnhöhen. |
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| jetzt war es ganz still. |
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| die heimannsmühle hatte ich mir anders vorgestellt: auf dem wanderplan war sie als wegmarke dargestellt und insgeheim träumte ich von einem lauschigen biergarten, in dem wir unsere wasservorräte auffüllen könnten. nix da. |
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| über wacklige holzbohlen schlichen wir vorsichtig in die ruine. manche wände sahen so nackt als, als wären sie eben erst gemauert worden, im obergeschoss hingen aber noch farbige tapetenreste aus den 70ern. ein komischer ort, wir zogen recht bald weiter. |
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| wieder führte uns der weg über das offene feld und der mais war nicht so hoch, dass er schatten spenden konnte. |
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| penetrant roch es nach ... ja, was? hundekacke hätte ich jetzt gesagt und ich sah verstohlen zu meinen schuhen hinab. aber wo sollte die herkommen? dann sahen wir kleine behälter in regelmässigen abständen, die waren offensichtlich gefüllt mit diesem "duftstoff", um maisdiebe auf zwei und vier beinen aus den feldern zu halten. |
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| die blicke ins und übers land waren einfach immer wieder wunderschön. |
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| nach einer kurzen rast folgten wir dem weg weiter am wald entlang. wir hatten die hälfte der strecke geschafft und waren schon recht müde. die hitze setzte uns zu und wir waren über jedes fleckchen schatten froh. |
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| diese weidelandschaft mit ihren handgearbeiteten zaunpfosten erinnerte mich an irland. |
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| in der prallen sonne folgten wir diesem höhenweg, der abzweig ins schattige tal lag ganz, ganz weit da vorne. |
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| immer wieder schaute ich auf dem gps-gerät nach, ob wir noch richtig waren, vor allem wenn der weg, wie jetzt, steil bergab führte. da nochmal hoch? nee .... |
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| wieder so ein uralter, vergessener, mittlerweile überwachsener waldweg, der uns an einem tief eingeschnittenen wasserlauf entlang richtung tal führte. einfach schön! |
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| die brücke. ein wendepunkt in der streckenführung, ab jetzt gab es noch eine steigung zu bewältigen, dann würde uns der weg (hoffentlich schnur-) stracks zurück zum jeepchen bringen. unsere wasservorräte waren schier aufgebraucht. |
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| land in sicht! da oben müssten wir hin gelangen. keuch. |
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| der weg schien sich endlos zu ziehen. wir sehnten uns nach kühlendem schatten. |
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| was für ein blick! von der lahn herauf wehte ein kühlendes lüftchen und ich wollte mich kaum losreissen von diesem aussichtspunkt. |
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| dann, endlich, das erlösende schild: villmar bahnhof, noch eine handvoll hunderte meter. und schatten, schatten, endlich schatten. |
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| wir hatten es geschafft! das waren gerade einmal 13 kilometer gewesen, aber wir waren platt hoch zehn. ich erinnerte mich, dass im kofferraum noch einige flaschen alkoholfreien biers standen, pisswarm zwar, aber egal. aaaahhh! die taten gut. eine tolle tour war das gewesen, anstrengend und schön. |
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