gestern haben wir beim abendessen bereits grob die route für den heutigen tag geplant. wir wissen jetzt, dass wir uns um die kleinen befestigten wege keine sorge machen müssen, denn sie laufen uns früher oder später sowieso in unserem navi vor die füsse. wir bestellten noch ein dunkles bierchen und zeichneten so etwas wie ein kleines roadbook: da nach süden, dort kurz nach westen in die nächste gasse, anschließend richtung ... und so weiter. danach betteten wir uns bereits am frühen abend zur ruhe. abenteuer machen müde.
die orientierung nach unserem selbst skizzierten routenplaner klappt hervorragend: die kleinen blauen hinweisschilder geben uns das nächste örtchen vor, das navi zeigt uns mit seinen dünnen strichelchen an, wo sich ein umweg lohnt.
manchmal fahren wir auch in eine sackgasse hinein, wenn sie uns interessant erscheint. auf diesen weg macht uns ein verwitterter wegweiser aufmerksam, der waldweg scheint irgendwo an der autobahn zu enden. er ist holperig und wird zunehmend rutschiger, so dass wir sehnsüchtig auf eine gelegenheit zum wenden hoffen. zum glück kommt sie, bevor wir endgültig versumpfen.
dann führt ein äußerst rumpeliges asphaltsträßchen durch ein ausgedehntes waldgebiet. keiner der bisher gefahrenen schotterwege hat uns eine solche konzentration abverlangt wie diese achterbahn. wir hopsen an einem waldweg vorbei, schauen sehnsüchtig hinein, aber der gegenverkehr ist schneller als unser entschluss, also warten wir die nächste gelegenheit ab. da ist sie:
wie bereits gestern könnten wir hier noch stundenlang unsere zeit verbringen, aber wir wollen heute noch zum kloster orval, die ruinen besichtigen und klosterbier kaufen. ja, genau in dieser reihenfolge!
also legen wir einen zahn zu.
aber halt! was ist das? gerade erholen wir uns von einer anstrengenden treibjagd durch eines dieser elendig flotten belgischen autos, da erspähen wir das kleine strichelchen im navi, das links von unserer straße abzweigt, um wenige hundert meter weiter wieder darauf zu treffen. so ein kleiner abstecher wird ja wohl noch erlaubt sein ...
die ganze geschichte wächst sich zu einem wahren abenteuer aus. jetzt ist der kriechgang gefragt, denn durch diesen ozean wollen wir unbeschadet hindurchkommen. wir staunen nicht schlecht, als wir eine brücke mit schiedeeisernem geländer passieren. für ihre schotterwege lassen sich die belgier wirklich so einiges einfallen. kompliment!
jetzt bleibt uns aber wirklich der mund offen stehen. wo sind wir denn hier gelandet!?
bevor wir in den tiefen des berges verschwinden,
entscheiden wir uns wieder für einen geordneten rückzug. kriechen im
rückwärtsgang.
jetzt ist genug, wir lassen sogar den foret de herbeumont, der uns auf unserer belgien-karte so einladend anlacht, links liegen. ab nach orval.
der richtige ort, um ruhe zu finden.
und der richtige ort, um uns von belgien zu verabschieden. danke schön, wir hatten eine großartige zeit in diesem herrlichen land, wir kommen wieder!
spätestens, wenn das bier alle ist ...








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