Dienstag, 20. August 2013

überall wasser

kalt und nass ist es, als wir von der hardangervidda wegfahren. unser ziel ist der hardangerfjord, von dort weiter, noch tiefer in die fjordlandschaft rein. aber allzu weit kommen wir nicht ... die gegend, durch die wir jetzt fahren, ist der obstgarten von norwegen, alle paar meter verkäufsstände für kirschen und beeren am straßenrand. es ist eine menge los auf dem engen riksvei und wir sind ganz froh, dass wir im gegensatz zum wohnmobil vor uns so ein kleines fluchtwägelchen fahren, immer wieder müssen wir dem gegenverkehr ausweichen. auf den bergen leuchten wieder gletscherfelder und in hellen streifen läuft das schmelzwasser von den bergflanken. die letzten tage hat es so viel geregnet, dass so mancher wasserfall sogar bis auf die straße reicht. wir glauben schon beinahe am ziel zu sein, als uns bei einem fotostop ein anderer autofahrer zuruft, die straße nach odda sei gesperrt. wir können das nicht so recht glauben, denn dann müssten uns ja scharen von autos entgegengekommen sein ... wir fahren weiter.
es ist klar, wie die geschichte ausgeht, oder? es ist tatsächlich ein tunnel gesperrt, kein weiterkommen. die sperrung kann eine stunde, einen tag, eine woche dauern ...


genug ist genug. genug tunnelsperrungen, genug regen. wir wenden und fahren zurück. vorhin war bergen ausgeschildert, das hatten wir zwar bisher vom reiseplan gestrichen, weil es so weit im westen liegt, aber jetzt ist uns alles egal. bergen soll es also sein. immerhin erhalten wir so die chance, über die gerade erst eröffnete hardangerbrua zu fahren, die längste brücke norwegens, eine wahrlich spektakuläre konstruktion. heute rutschen wir also locker 300 kilometer runter, eine echte leistung, wenn wir bedenken, dass die höchstgeschwindigkeit in norwegen gemütliche 80 km/h beträgt.

bergen gilt zwar als die regenreichste stadt norwegens, aber das kann uns jetzt auch nicht mehr schrecken. pubs wird es dort auch geben und gibt es tatsächlich. bewaffnet mit regenschirm und gummistiefel hält sich der regen sowieso in grenzen und so erkunden wir in aller ruhe diese schöne hansestadt.


vor allem das hafengebiet ist hochinteressant: es gibt keinerlei absperrungen und ins wasser zu spucken oder zu fallen ist problemlos möglich, ganz nach belieben. ausserdem haben äußerst interessante schiffe festgemacht, wir googeln: unterstützungsschiffe. aha. bei diesem hier erschließt sich der zweck recht schnell, denn das ist tatsächich eine ausgewachsene hubschrauberlandeplattform da am bug.


nach zwei tagen haben wir genug gesehen und halten uns kurs süden, stavanger ruft und die fähre nach dänemark. wir befragen das navi: 200 kilometer - na, das kriegen wir locker hin, aber moment mal, wie bitte? 4 stunden 44 minuten fahrzeit? äh ... haben wir das falsche "bergen" eingegeben? nee, nee, das stimmt schon: da liegen halt 4 fährüberfahrten dazwischen. in norwegen gehört so was zu einer ordentlichen europastraße.


stavanger begrüßt uns im hellsten sonnenschein. aber jetzt haben wir unser fährticket schon gebucht, jetzt geht es ab auf die fähre. im zwischendeck ziehen wir vorsichtshalber noch mal den kopf ein und parken ganz romantisch in der ersten reihe.


wir nehmen abschied von norwegen, verzehren beim sonnenuntergang die letzten vorratskrümel und wissen genau: wir kommen wieder!


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