wir verabschieden uns von den kahlen bergen des rondane, es zieht uns weiter nach westen. die kleine straße schraubt sich höher und höher. nicht umsonst ist das hier das jotunheimengebirge. nachdem wir an einigen vielversprechenden hotels vorbei gefahren sind, entscheiden wir uns für die kurz vor der passhöhe, auf knapp 1400 metern höhe liegende turisthytte. eine gute wahl. zwar ist das zimmer eisekalt, aber dafür haben wir die sechs betten ganz für uns allein. jetzt aber schnell umziehen und ab in die berge, wir wollen noch ein wenig wandern.
wir sind noch keine 10 minuten unterwegs und durch den ersten sumpf gestolpert, da geben die akkus im gps den geist auf. egal. wenn wir uns am bach orientieren, können wir nicht fehl gehen, der bringt uns sicher wieder zur hytte zurück. weiter und weiter folgen wir dem wasserlauf, bewundern das panorama und die hellen schneefelder in der ferne. vor uns tut sich ein moränenwall auf, wir klettern drüber, es wird kälter, es wird stiller, es wird heller. wir stehen direkt vor einem gletscher.
lange genießen wir diesen ort, dann treibt uns die kälte wieder zurück.
an der turisthytte angekommen, genießen wir ein zünftiges abendessen, bevor wir uns in die warme stube der turisthytte zurückziehen und dort die längst fälligen urlaubpostkarten schreiben.
am nächsten morgen weckt uns strahlender sonnenschein. das scheint ein herrlicher tag zu werden. ganz mutig kombinieren wir beim frühstück porridge mit eingelegten heringen. wenn uns heute schlecht wird, dann stehen wir wenigstens nicht im regen.
weiter geht es, wir hören schon die fjorde rufen. am pass oben spiegeln sich die umliegenden berge in den blitzeblanken seen. es ist sagenhaft schön.
alle paar kilometer halten wir an, genießen die kühle luft, die warme sonne und die aussicht auf die berge, die schneefelder, das glasklare wasser.
die straße, der wir folgen, ist einer der turistvegen, bei denen es nicht darum geht, ans ziel zu kommen, sondern das unterwegs zu genießen. eines ist sicher: das ist den turistvegen gelungen. da verzichten wir sogar auf diesen vielversprechenden umweg:
erstaunlich, dass jetzt im sommer noch schnee in den schattenecken der berge liegt. als minigletscher wird er wohl das ganze jahr dort liegen bleiben.
die straße wird enger und die abhänge steiler. wir können nur hoffen, dass die wohnmobilisten, bus- und lkw-fahrer noch einen zusätzlichen frühstückskaffee trinken, denn selbst der normal dimensionierte gegenverkehr drängt uns beängstigend nah an den ungesicherten straßenrand.
wir lassen den blick noch einmal in die ferne schweifen. wohin mag wohl diese straße führen?
den kleinen fluchtwagen-bremsen wird in den engen und steilen kurven etwas warm, dafür wundern wir uns, wie es ein kleiner traktor-gezogener viehtransporter schafft, ohne schrammen auf der einspurigen straße am gegenverkehr vorbeizukommen. wir klemmen uns hinter ihn und machen es ihm nach. eigentlich ganz einfach: das ding hat überbreite und schüchtert die entgegenkommenden dermassen ein, dass sie äußerst bereitwillig den weg frei machen. gewusst wie!
am sognefjord begrüßt uns feinstes sommerwetter und nach einer kleinen stärkung mit äußerst leckerem, frischen zimtgebäck steuern wir den erstbesten campingplatz an. es ist erst mittag und noch vollkommen ruhig am platz und so können wir uns ein herrliches plätzchen in der ersten reihe aussuchen. den rest des tages verbringen wir mit faulenzen, faulenzen und nochmals faulenzen. und damit der fluchtwagen keinen sonnenstich kriegt, wird er sorgsam abgedeckt.

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