ich hatte mich für karfreitag mit einer kollegin verabredet. was wollten wir unternehmen? irgendwo ein stück wandern? eine stadt erkunden? eine burg? schließlich fiel unsere wahl auf lohr am main zur karfreitagsprozession. das wetter passte zum tag. es war kalt und regnete.
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| für die prozession hatten wir uns ein geschütztes plätzchen unter einem vordach gesucht, aus den einzelnen tröpfchen war ein nieselregen geworden. bis auf die mark und bein durchdringenden trommelschläge war es mucksmäuschenstill, als die prozession durch die straße zog. anschließend machten wir einen erkundungsgang durchs schöne städtchen. |
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| der wind fegte durch die engen gassen und wir hatten zuflucht in einem cafe gesucht. gestärkt mit kaffee und torte setzten wir unseren stadtbummel fort. |
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| von diesem schloss aus, so geht die sage, flüchtete schneewittchen vor der bösen stiefmutter über sieben hohe berge hinweg. die stiefmutter machte es sich bequem und folgte durchs flache tal. ts, kein wunder, dass die sache für schneewittchen erstmal böse ausging. |
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| ich war auf dem weg zum warmen und trockenen auto und warf einen letzten blick in eine der engen gassen. lohr ist auf alle fälle nochmal einen besuch wert, schließlich gibt es auch eine schöne brauerei hier. heute waren wir nicht eingekehrt, wir musste ja noch fahren. |
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| ich hatte das jeepchen in der steilen straße zum valentiusberg geparkt und dachte mir: bevor ich hier jetzt mühsam umdrehe, fahre ich einfach den berg weiter hoch. vielleicht kommt dort eine großzüge wendeschleife oder ... eine gute entscheidung: es kam zwar keine wendeschleife, aber auch kein verbotsschild und ich folgte dem schotterweg weiter in den wald und auf den berg hinauf. |
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| und genau dafür ist ein regentag gold wert: kein mensch unterwegs. |
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| ich landete am ende des legal zu befahrenden weges und schaltete das gps-gerät ein. gibt es eine dose in der nähe? die wartezeit, bis die satelliten mein gerät geortet hatten, überbrückte ich mit einer kleinen, nassen fotosession. |
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| na bitte, da gehts zur dose. und wieder gab es kein verbotsschild. ich konnte also einen drive-in wagen. wenn nicht sogar mehr. |
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| laut rauschte das wasser über die kaskaden. |
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| ich zog meine wanderkarte zu rate: wohin würde mich dieser weg in den wald führen? wie weit würde ich fahren können? auf alle fälle käme ich hoch auf den bergkamm. und dann? notfalls wieder den selben weg zurück. ich fuhr los. dass es hier mit rechten dingen zuging, merkte ich, dass an jedem abzweigenden weg ein verbotsschild stand, nicht jedoch an meinem weg. |
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| das gelände wurde flacher, ich hatte den bergkamm erreicht. autos tauchten am wegrand auf. ups. eine hütte, davor eine feuerstelle, männer in tarnkleidung rundherum. ich hielt, kurbelte das fenster herunter und fragte, ob ich dem weg noch weiter folgen könne. wo ich denn hinwolle. egal, antwortete ich, hauptsache, es ist schön. sie winkten mich weiter. na dann. kurz, bevor ich die landstraße wieder erreichte, wurde es für 100 meter illegal: wegen holzarbeiten gesperrt. ich kniff beide augen zu. am karfreitag hatte keiner holz zu fällen und ich hoffentlich freie fahrt. ab dafür. |
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| an der bayerischen schanz überschritt ich wieder die grenze nach hessen. mit einem mal war es aus mit dem legalen waldfahren. hessen ist streng mit seinen verbotsschildern. spielverderber! |
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| und dann erwischte ich doch noch ein legales hessisches wiesenweglein. es führte mich einmal durchs tal, erst links der bieber, über ein brücklein und dann, mein navi, das mich nach hause lotsen wollte, ignorierend, rechts der bieber über einen weiteren wiesenweg zurück. fein. jetzt konnte ich heim. ich hatte einen tollen tag gehabt. |
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