mit dem rasen ist das nicht so schlimm: mäh ich heut nicht, mäh ich morgen. aber die waldwege machen uns schon ein wenig mehr sorgen: wir wollen nämlich zum ersten mal richtig ins gelände und mit dem förster den wald erkunden.
eine waldexkursion auf 4 rädern.
als wir ankommen, ist es wenigstens von oben trocken und ganz schön kalt. unser forstführer wartet schon und mit ihm ein teilnehmer, der schon x-mal dabei war. alte hasen. kritisch werden unsere zarten reifchen begutachtet und die geländegängigkeit eingeschätzt: kriegen wir den jeep so versenkt wie den ml vom letzten mal? totalschaden im motor bei einer missglückten wasserdurchfahrt. oder der andere, der auf dem rutschigen waldweg ins abseits geriet und aufwändig geborgen werden musste. erster einsatz für die umlenkrolle. lässt du heute auch den steilhang fahren? wieviele seilwinden haben wir heute dabei?
uns wird ein wenig mulmig. worauf haben wir uns denn da eingelassen? wir sehen schon den hubschrauber über der eifel kreisen und versumpfte cherokees bergen ...
es geht los und wir haben bald die ersten schweißtropfen auf der stirn. nasse wiesenwege. unser alptraum, seit wir vor jahrzehnten den alten citroen hoffnunglos in einer aufgeweichten wiese eingegraben haben.
dann hält die ganze kolonne auch noch am hang. schließlich sind wir hier, um auch etwas zu lernen. wir lernen nicht nur jede menge, sondern staunen auch darüber, wie souverän unsere 4 rädchen wieder fahrt aufnehmen.
so geht es weiter, immer wieder halten, gucken, lauschen, staunen, weiterfahren.
wo war denn jetzt der steilhang? und der rutschige weg? adrenalin hatten wir eigentlich schon genug, steil war es auch, rutschig sowieso ... aber es ist erst mittag.
wieder rangieren wir vor und zurück, biegen in einen kleinen überwachsenen weg ein. unser förster kommt ans auto: spur halten, nicht aufs bankett, jetzt wirds richtig rutschig. schluck. danke für die warnung. wie war das nochmal auf rutschigem untergrund? bloß nicht anhalten - kommste nie wieder weg! also gas. leider kommt so das fiese bankett immer näher, gegenlenken nutzt gar nichts, die fuhre macht, was sie will. es geht uns wie bei der eisregenfahrt im januar: wir sind in perfekter ganzkörperanspannung. hindernisse umfahren geht schon gar nicht, äste rumpeln am unterboden und was sich im tiefen gras verbirgt, wollen wir nicht wirklich wissen. irgendwann erinnern wir uns an die alte mountainbiker-weisheit: wenn du nicht im matschloch landen willst, dann konzentrier dich darauf, wohin du willst. wo also wollen wir hin? unser blick saugt sich an der stoßstange des vorausfahrenden synchro fest. geht doch.
aber wir haben uns zu früh gefreut. gerade, als wir anfangen, uns zu entspannen, tut sich vor uns ein meer von einer matschgrube auf. wir schlingern fluchend durch den morast und schleudern dabei ein einmaliges tarnmuster auf die karrosse. mist!
es gibt eine kurze einsatzbesprechung: der steile weg rechts wird oben ziemlich verworfen, der geradeaus ist einfacher. schaut es euch an, entscheidet, was ihr fahren wollt. unsere entscheidung steht sofort: wir fahren den chickenway! erst als wir hören, dass es dort nass und auch steil ist, wünschen wir uns für einen kurzen moment einen rettenden hubschrauber.
irgendwann haben wir dann aber den dreh raus: geländeuntersetzung und 2. gang rein, dann den allrad machen lassen. der kann das besser als wir!
wir beginnen, die tour zu genießen. noch nicht mal der steilhang schreckt uns mehr und jetzt sind wir sogar gespannt auf die bachquerung. durch den regen der letzten tage ist zwar der pegel gestiegen, aber noch machbar für alle. wir schauen uns genau an, welche linie wir fahren müssen und rollen ruhig durch das wasser. viel zu schnell stehen wir wieder auf dem trockenen!
schließlich geht es über enge waldwege und unter tief hängenden ästen bergauf und bergab, links und rechts um felsen herum und auf steilen wiesenwegen zurück auf die höhe. genuß pur! auf einem bergrücken genießen wir noch einmal das panorama, schauen rüber zum hunsrück, zum pfälzer wald, auf die wälder, aus denen wir gerade gekommen sind.
ein traum!
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